Zeitgeist: Instant

Es ist ja schon seit Jahrzehnten der Trend hin zum Schnelleren. Die Gesellschaft beschleunigt, man produziert immer mehr in immer kürzerer Zeit. Und man will sich nicht mehr die Zeit für Dinge nehmen, für man sich früher einfach Zeit nehmen mußte: PCs zum Beispiel. Man mußte vieles einrichten. Das dauerte oft mal eine ganze Nacht lang.

Das will man heute nicht mehr. Alles muß schnell, schnell, instant und vorallem einfach sein. Letzteres kann ich verstehen. Aber zu welchem Preis? Heute kauft man sich ein Handy. Da ist schon vieles drin, was man braucht. Das Installieren von Whatsapp dauert im Normalfall nur noch Sekunden und *zack* schon sind alle aus dem Adreßbuch automatisch in deiner Whatsappliste (dein Adreßbuch wird dafür natürlich hochgeladen). Der Preis dafür ist klar: Deine Privatsphäre. Ich will nun nicht weiter auf das „ich hab ja nix zu verbergen“-Geschwätz oder das noch unsinnigere „Die können dich eh überwachen“-Gelaber eingehen. Es ist in meinen Augen nichts weiter als eine saudumme Ausrede, um sich bloß nicht damit befassen zu müssen.

Ich habe schon in den 1990er Jahren gechattet, hatte, sozusagen damals schon einen Instant-Messenger, wenn man es genau nimmt: IRC, danach kam ICQ und mit dem ICQ kam Jabber (XMPP) auf. Aber: Man mußte sich ein paar Minuten damit befassen, ehe es losging. Heute dürfen es nur noch Sekunden sein. Alles andere wäre ja nicht mehr zeitgemäß, oder, anders gesagt zeitgeistkonform. Mir ist egal, was der Zeitgeist mir sagt – ich benutze nur das, was ich für mich und vor meinem Gewissen verantworten kann. Wenn Menschen mit mir zu tun haben wollen, installieren sie sich halt Telegram oder, noch besser, Jabber oder schreiben mir eine gute alte Email (die, das muß man allerdings wissen, unverschlüsselt kein Brief, sondern eine Postkarte ist!).

Ich sehe zu allererst den Preis, den man für „Instant“ bezahlt. Die AGBs, die man sich da antun muß. Wobei es bei den meisten schon reicht, sie zu überfliegen, um bei mir einen Brechreiz auszulösen. Da denke ich dann „meinen die das ernst?“ – Sicher! Das nennt sich Kapitalismus: Möglichst viel mit möglichst wenig aufwand heraussaugen. Und Daten=Geld. Auch das ist klar. Aber selbst zum AGBs lesen ist man heute nicht mehr bereit. „Es machen doch alle so“, sagt man dann entschuldigend. Mir kommt dabei – vom Prinzip her – immer der Gedanke der Gesellschaft in der Nazizeit: 1938 waren auch „alle“ Nazis. Und? War es richtig? NEIN! Auch wenn „alle“ dabeiwaren und „alle“ mitgemacht haben. Im Grunde ist es in meinen Augen heute ganz genauso. Es ist schlichtweg saudumm, einen Vertrag zu unterschreiben (indem man an den AGBs ein Häckchen macht), ohne ihn zu kennen oder gar verstanden zu haben. Aber unsere heutige Instant-Gesellschaft ist genau so drauf: „Schnell abnicken, wird schon nicht so schlimm sein, damit es weitergeht“. Der Preis hierfür ist aus meiner Sicht heute noch gar nicht absehbar – oder man liest eben einfach mal die Offenbarung durch.

Inzwischen wird man ja auch zu bequem, mit Geld zu bezahlen. Also mit Bargeld. Es abzuheben, herumzuschleppen, damit zu bezahlen, Geld herauszubekommen. Das scheint alles unnütz Zeit zu kosten und Zeit ist ja Geld, ne? Daß aber mit jedem elektronischem „einfachen“ Zahlungssystem auch jede Zahlung erfaßt wird und gespeichert werden kann und man selbst damit nochmal gläserner wird, das scheint egal. Dieselben Pseudoargumente wie oben. Ich bezahle nachwievor gerne – und ja ich gebe zu, nicht nur – mit Bargeld. Aber meistens schon. In Frankreich wird man schon angeschaut als käme man von einem anderen Stern, wenn man das macht. Mir egal. Ich tue das, was ich für richtig halte. Schlimm wird es dann, wenn es garnicht mehr geht. In China muß man sich eine App aufs Handy installieren (wahrscheinlich wird es dann zu einer chinesischen Überwachungsstation), mit der man ausschliueßlich bezahlen kann. Bargeld gibt es in weiten Teilen längst nicht mehr. Es gruselt mich, wenn ich sowas erfahre. Es fühlt sich freiheitsberaubend an. Und genau dieses Gefühl fehlt bei den meisten heute völlig. Nichts wird da hinterfragt. Man ist blind, oder, wie die Bibel sagt, geblendet.

„Denk doch nicht so negativ über die Menschen“, bekam ich am Samstag gesagt. Es fällt mir in diesen Tagen echt schwer. In Zeiten zunehmender argloser Vernetzung aller möglichen Geräte von der Waschmaschine bis hin zum Auto wird so gut wie nicht darüber diskutiert, was es für unsere Freiheit bedeutet. Dafür ist alles „instant“, schneller, noch schneller. Ich sehe da vorne einen Abgrund und bremse, oder versuche es. Nein, ich muß nicht bei allem mitmachen, aber man wird zunehmend deswegen unter Druck gesetzt. Und genau das geht mit mehr und mehr auf die Nerven.
Ein Beispiel: Die Schule meiner Tochter verteilt ihren Vertretungsplan nicht über die eigene Webseite, sondern über einen Drittanbieter, dessen App fürs Handy zwar kostenlos ist, aber die Google Dienste braucht. Genau die will ich aber aus Datenschutzgründen auf meinem Gerät nicht haben. Mir bleibt also nur der Weg, über die Drittanbieter-Webseite zu gehen und dort das entsprechende PDF der Schule anzuschauen. Technisch gesehen könnte man das auch – paßwortgeschützt – über die eigene Webseite machen. Ich habe nun mal den Drittanbieter ein Feedback über meine Lage geschrieben. Ob was zurückkommt, ist fraglich. So wie ich das verstehe, wird sofort automatisch ein neu von der Schule hochgeladenes Dokument auf die entsprechenden Handys verteilt. Instant.

„Generation Offenbarung 13“

Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der die Computertechnik so langsam ihren Weg in die Haushalte bahnte. Mein Vater hatte schon früh einen ZX81, ein Computer, den man damals für ich glaube 130DM kaufen konnte. Anfang der 1980er Jahre war das ein Schnäppchen. Ein paar Jahre später kam der erste PC und dann tat sich gefühlt erstmal wenig. 15 Jahre später wurden die PCs vernetzt und damit kamen auch die ersten Angriffe.

Dennoch wuchs ich in einem Umfeld auf, in dem Technik zumindest auch kritisiert wurde. Die Regierung Schmidt nutzte die Technik, um RAF-Terroristen ausfindig zu machen, indem sie diverse Register computergestützt durchforsten ließ. Damals, vor >40 Jahren, wurde das schon kritisch hinterfragt. Aber es diente ja offenbar einem guten Zweck.

1987 kam die Volkzählung in der Bundesrepublik. Ein Aufschrei ging durchs Volk. Man hatte Angst, zB aufgrund von Religioniszugehörigkeit in eine Schublade gesteckt zu werden. Ja und dann kam der Mauerfall und man regte sich – bis heute – über die STASI und ihre Überwachungsmethoden auf. Zurecht.

Ich habe mich 1995 zu Jesus bekehrt. Schnell bekam man Mythen und Fabeln erzählt, über die Endzeit und ja, man kann vieles auch in der Offenbarung nachlesen. Man kann nachlesen, daß man irgendwann nicht mehr mit Bargeld bezahlen kann. Die Bibel sagt etwas von einem „Malzeichen“. Naja, der alte Johannes, der die Offenbarung niedergeschrieben hat, war eben kein Techie, woher auch, er beschrieb es in den Worten eines Mannes aus dem 1. Jahrhundert nach Christus.

„Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, dass man ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt;  und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666“ (Offenbarung 16-18 nach Elberfelder Übersetzung)

Ich interpretiere dieses Malzeichen als einen Chip, den man irgendwann praktischerweise in die Hand oder Stirn geschoben bekommt. Damit identifziert man sich, damit bezahlt man dann. Und damit wird man richtig gläsern, den diesen Chip kann man nicht ausschalten. Schon länger existieren die sog. „RFID-Chips„, die man heute schon in Kreditkarten und diversen anderen Karten einbaut. Nur kann man sie noch in eine Schatulle packen, wo sie inaktiv bleiben. Im oder am Körper ist das nicht mehr möglich.

Aber es ist so praktisch. Oder? So bequem. Ich habe mich lange lange gefragt, wie die Menschheit es schaffen wird, in eine Lage zu kommen, wie in Offenbarung 13 beschrieben. Wie sie so doof sein kann, freiwillig Bargeld abzuschaffen. Der technische Weg ist nun klar. Und die Menschen tappen hinterher. Technikgläubig. Und aus purer Bequemlichkeit.

Ich habe mich oft und viel über Micro$oft ausgelassen. Über diesen unsäglichen Konzern mit seinem Pseudo-OS. Warum er so mächtig werden konnte? Ich behaupte, aus Bequemlichkeit. Anfangs mußte man sich noch mit dem System befassen, das man benutzte. Bei Windows mußte man das noch bis über die Jahrtausendwende tun. Aber es war eben schon auf den meisten gekauften PC vorgerotzt (mir fällt kein anderes Wort dafür ein). Einschalten und benutzen, ein halbes Jahr lang, bis man es neu aufsetzen mußte. Ja, so war das vor 20 Jahren. Man arrangierte sich damit, lebte damit und man wurde oft auch dazu gezwungen. Dennoch: 99% aller User benutzten es halt. 1999 wurde der NSA-Key bekann, Snowden bestätigte ihn 2013. Und? Konsequenzen? Nein. Keine. Nada. Null. NSA-Horch&Guck aufm PC und keinen juckts.

Man verdrängt es – schon aus Bequemlichkeit. Man will es nicht wahrhaben. Wie die 3 Affen: Nix sehen, nix hören und bloß nix sagen, jedenfalls nicht die, die was zu sagen hätten, nein, die was sagen müßten.

Vor ein paar Monaten unterhielt ich mich mit 2 Teenagern aus meiner Gemeinde. Über Smartphones. Ich begreife bis heute nicht, warum man für eine chinesische Überwachungsstation überhaupt Geld bezahlt. Für eine Nichtchinesische sogar absurd viel. Und wie unreflektiert der User damit umgeht, stattdessen schon fast Tränen der Freude ins Auge schießen, wenn er über die geilen Funktionen seines Handys erzählt. Es ist schlichtweg egal, daß afrikanische Kinder aus Erdminen die Erze dafür kratzen und dabei tagtäglich draufgehen weil sie lebendig begraben werden. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
Sie können einfach nicht verstehen, warum ich kein Whatsapp haben will. Also, Leute, ich wurde dazu erzogen, jeden Vertrag, den ich unterschreibe, vorher durchzulesen, zu prüfen und erst *DANACH* setze ich meine Unterschrift – respektive mein Häkchen unterm „Ok“ der AGB! Und verdammtnochmal, das *KANN* ich eben bei Whatsapp nicht, weil es mir den Magen dabei umdreht! Weil ich dabei das Gefühl habe, meinen persönlichen Artikel 1 Grundgesetz, meine Würde, dem Facebook-Konzern in den Rachen zu schmeißen. Aber es ist ja kostenlos und wir haben ja nix zu verbergen, ne?

Doch! Und das nennt sich „Privatsphäre“, etwas, was heute anscheinend ein Luxus ist, den man sich aufgrund von „kostenloser“ Software nicht mehr gönnen darf. Sind wir schon soweit gekommen? Anscheinend ja. Offenbarung 13 rückt unaufhörlich näher – weil wir, unsere Gesellschaft, das so will und sich nicht über sowas wie Privatsphäre schert – und schon garnicht um die ach so geliebte und gelobte Demokratie. Das geht in meinen Augen nämlich miteinander einher, aber das begreift man eben nicht: Freiheit, Privatsphäre und Demokratie gehören zusammen!
Wie ich darauf komme? Frage Menschen, die in der DDR bespitzelt wurden. Die mußten aufpassen, wo sie was sagten. Sie konnten sich nicht einfach und frei äußern, WEIL sie bespitzelt wurden – was sie allerdings auch recht schnell merkten. Sie landeten nämlich schneller in den Knast als sie gucken konnten. Das ist heute anders. Ja. Man wird bespitzelt, aber man merkt es nicht – noch nicht. Wird es einem mal klar, schränkt man seine Freiheit von selbst ein.

Nun wird der Ruf nach Bargeldabschaffung immer lauter. Es würde zuviel kosten. Und man würde sowieso nur noch per Karte oder im Internet bezahlen. Wir Deutschen hinken – zum Glück – diesem Trend hinterher. Es gibt aber schon Landstriche, in denen es kaum noch Bargeld gibt. Was passiert? Wir machen uns einmal mehr von Computertechnik abhängig. Und wem gehört die? Werden wir dadurch vielleicht erpreßbar? Schon seit Jahren kursieren diverse Würmer, Viren, und hastdunichtgesehen, die private Festplatten verschlüsseln und Daten vernichten. In meinen Augen machen wir uns mit fortschreitender Technisierung von einer zunehmend unsicheren Technik abhängig, die mit jedem voranschreiten unsicherer wird. Es geht um Wachstum um jeden Preis – und Sicherheit kostet nur Geld. Schon jetzt sieht man es an allen Ecken und Enden. Fast täglich lese ich, daß irgendwas irgendwo gehacked, geleakt wurde, daß persönliche Daten („Ich hab nix zu verbergen“) im Netz feilgeboten werden.

Am Ende werden den Menschen die Hände gebunden sein, weil sie sich unreflektiert und aus Bequemlichkeit abhängig machte. Weil sie wegsah, untätig war. Ich weiß nicht, ob ich das noch so erleben werde. Ich hoffe ja, irgendwie nicht.

Die mächtigen Politiker wollen keine Demokratie

Ich hatte das Video von Rezo auf Youtube ganz angesehen. Da ist ein junger Mann, der sich hinstellt und hauptsächlich auf die CDU eindrischt und mit dieser Partei ins Gericht geht. Er behauptet, die Wahrheit zu sagen und gibt recht transparent an, wo er was her hat und warum er was behauptet. Klar, er bewertet Fakten, leitet vieles ab und benutzt es, um auf die CDU rumzuhacken. Okay, das kann man machen, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nicht besonders „fair“ erscheint. Aber was in der Politik ist schon fair, wenn die SPD in NRW über eine Holding zahlreiche Zeitungen quasi hält…? In Wirklichkeit verhielt sich die Union nicht fair gegenüber ihren Wählern, wie er darstellte – und wie ich es auch am eigenen Leib von einem CDU-MdB erfahren mußte (ich lag in seinen Augen einer Verschwörungstheorie auf…).

Die Union wollte ein Gegenvideo machen, was wohl grandios gescheitert war, oder einfach nur schlecht? So schlecht, daß es freiwillig zurückgezogen wurde? Ich weiß es nicht, ich kenne es auch nicht, anscheinend haben die Parteifunktionäre selbst erkannt, daß sie damit nicht gegen Rezo ankommen. Immerhin wollen sie mit ihm sprechen, was ich für eine bessere Idee halte. Dialog ist in der Politik immer gut.

Aber genau den will man seitens der Politik einschränken. Es wirkt auf mich, daß Rezo, weil er „eine demokratisch legitimierte Partei der Mitte zerstören“ wollte, mundtot gemacht werden soll.

Meine Meinung dazu: Wir, die Menschen der Mitte, waren doch viel zu brav die ganze Zeit und haben der herrschenden Politikkaste viel zu nett zu erklären versucht, was sie (falsch) machen und was man ändern muß. Von Demonstrationen gegen Vorratsdatenspeicherung bis hin zu „Friday for future“ verhall(t)en ungehört und die Politik sitzt und saß es aus.
Es wurde und wird abgewiegelt und man wollte uns erklären, warum es so und so nicht geht. In meinen Augen baute sich die Politik über Jahrzehnte einen riesigen Saustall auf, der ihnen bei solchen Aktionen wie der von Rezo einfach mal um die Ohren gehauen wird.

Das Berufspolitikertum, das wir heute ganz oft in Berlin (gefühlt) vorfinden, macht im Grunde nur noch eines: Show. Hauptsache lächeln, grinsen und mit Worthülsen um sich werfen. Und die Fakten? Scheinen egal. Damit meine ich nicht nur die Union, sondern ziemlich alle Parteien, wie sie in den Parlamenten sitzen.
Auf der anderen Seite: Das (Wahl)Volk ist doch selbst daran Schuld. Gute Politik wie von den Piraten gemacht, interessiert nicht. Wird ignoriert und heruntergeredet. Da wählen lieber mehr Menschen die Tierschutzpartei als die Piraten die als einzige Partei in Sachen Netzpolitik, die wichtig ist, eine Ahnung haben. Julia Reda ackerte in den vergangenen Jahren sehr aktiv im Europaparlament. Die Folge: Die Piraten verlieren die Hälfte der Stimmen. Verstehen muß ich das nicht. Ich versuche es auch nicht mehr. Für mich ist es nur eines: Strunzblöd.

Das Volk wählt dann lieber die AfD, die ja noch schlimmere Schaumschläger sind als die herrschenden Politiker und in Sachen Brandstiftung die CSU um Welten überflügelt. An der Stelle hat die Union ihren Meister gefunden.
Wer mit Angst und mit bloßer Angst versucht zu argumentieren, ignoriere ich an der Stelle. Da schaue ich lieber auf die Fakten, die ja von der AfD öfters verdreht wurden. Aber klar, die wollen ja nur die Wahrheit sagen. *lächel*

Wenn sich nun Politiker dafür einsetzen wollen, daß man nichtmal mehr Fakten im Netz darlegen darf, dann sollen sie unser Grundgesetz einfach abschaffen. Das wäre dann wenigstens ehrlich. Aber welcher Politiker ist schon ehrlich? Klar, es ist ein harter Job und von außen betrachtet erscheint mir das oft wie ein Bad in der Schlangengrube. Aber es ist eben auch eine Grube, die selbst verschuldet ist.

Dabei ist es so einfach: Man muß nur der Spur des Geldes folgen und das auch können. Und dazu brauchen wir ein Lobbyregister, eine Instanz, die mal den Politikern über die Schulter schaut, warum sie für oder gegen etwas sind. Die Politiker, die wir ja erstmal bezahlen, sollen uns Rechenschaft ablegen müssen, notfalls eben mit der Offenlegung all ihrer Einkünfte. Aber nein, das will man ja nicht. Dagegen sperren sie sich und wehren sich seit Jahrzehnten. Und gerade die GroKo auf heuchlerische Weise. Dennoch sehe ich keine Alternative dazu.

Wir als Volk haben noch die Wahl. Irgendwann haben wir sie nicht mehr. Zum nächsten Europaparlament sollen alle Kleinstparteien verschwinden, auch da soll eine 5%-Klausel eingeführt werden, gerade, wenn es nach den „Etablierten“ geht. Die Berichterstattung in Europa ist bedroht. Gerade in Ungarn. Die dort regierende Partei sitzt mit der Union in einer Fraktion im EP zusammen. Wieder greift das Machtkalkül, das schwerer wiegt als eine freie Berichterstattung.

Ich könnte, wie Rezo, noch mehr aufzählen. Aber ich will nur auf eines hinaus: Wenn sich die Politik von einem Rezo so „einschüchtern“ läßt, daß sie total überfordert reagiert und reflexartig erste Stimmen gegen die vom Grundgesetz eingesetzte freie Meinungsfreiheit erhebt, dann ist das nur eines: Arm und eines Politkers nicht würdig.

Die Politik hat den Job, dem Volk zu erklären, warum sie was tut und warum sie welche Entscheidungen trifft, und dabei will das Volk immer weniger die „Arbeitslosenkeule“ hören, es wird immer weniger das Gejammer aus der brummenden Wirtschaft akzeptiert. Das Volk will endlich, daß die Politik mit dem Filz, der entstanden ist, aufräumt. Und ich, so nebenbei, will die genauen Umstände von Anis Amri wissen. Sonst erscheint mir die Farce, die bei diesem Untersuchungsausschuß abgespielt wird als Hinweis darauf, daß dieser Anschlag absichtlich zugelassen wurde, um die AfD zu stärken. Ich traue es den Zuständigen zu. Wer mauert, hat was zu verbergen und hat selbst Dreck am Stecken oder deckt jemanden, der selbst Dreck am Stecken hat.

Ich bin froh um diesen Vorstoß, weil ein junger Mann hier eine härtere Gangart gegenüber den „Etablierten“ eingeschlagen hat, sich nicht so nett oder unnett genug war, daß überhaupt auf ihn reagiert wurde. Und ich bin froh, daß ich politisch etwas tut.

ABER: Rezo hätte mehr auf die Konsequenzen des Klimaschutzes eingehen müssen. Was bedeutet es denn, wenn wir (viel) weniger CO2 in die Luft pusten dürfen? Da ist eben nicht mehr drin, daß man alle 2 Jahre ein neues Handy kauft, Konsum, wie wir ihn überhaupt kennen, wird sich völlig verändern müssen. Dieses Konsumieren und Wegwerfen muß aufhören und das muß bedeuten, daß viele Dinge, die heute günstig sind, viel viel teuerer werden. Vom Handy bis hin zur Milch, bis hin zum Fleisch. Und das erkläre mal einer Gesellschaft, die momentan zu 80% ihre Frischwurst beim Discounter kauft.

Gießautomatik mit einem Raspberry Pi

Ich habe mir überlegt, daß man ja den Garten automatisch gießen lassen könnte. Etwaige Automatiken, zeitgesteuert gibt es ja schon von der Stange. Das reicht mir aber nicht. Ich wollte das Gießen abhängig von der Feuchtigkeit des Bodens machen, etwa, daß die Automatik merkt, ob es geregnet hat, oder der Boden noch feucht genug ist. Zusätzlich wollte ich per Webinterface sehen, wie feucht es ist.

Als Hardware will ich mir ein Gardena-System verlegen. Dabei will ich (erstmal) die paar Beete, die ich habe, in 4 Segmenten unterteilen, die von entsprechend 4 Feuchtesensoren erfaßt und von 4 getrennt agierenden Schläuchen, die an 4 elektrischen Ventilen hängen, versorgt werden.

Daraus ergibt sich folgende Hardware:
– Raspberry Pi Modell B rev. 2 (lag noch rum) [32,50€ bei Reichelt]
– 32GB Micro-SD-Karte als „Festplatte“ [8,95€ bei Reichelt]
– Gehäuse [10,71€ bei Reichelt]
– 4x Relaiskarte (für die 4 Ventile) [4,90€ bei Reichelt]
– 2x Relaiskarte (um die 12V für die Ventile primär schalten zu können + 1x Reserve) [2,70€ bei Reichelt]
– Flachbandkabel + Wannenstecker [Ebay ca. 5€]
– Starkes 5V-Netzteil (hatte ich noch rumliegen) [ca. 12€]
– 12V-Netzteil [13,95€ bei Reichelt]
– 9x 10µF-Kondensatoren [Reichelt 2,25€]
– MCP3208 A/D-Wandler, 8 Kanal [Reichelt 1,99€]
– Sockel für MCP3208 [5¢t bei Reichelt]
– 2x 8pol. Federkraftklemme [2,90€ bei Reichelt]
– Lochrasterplatine [2,10€ bei Reichelt]
– 2 Feuchtraumsteckdosen für 1x 5V- und 1x extra geschaltetes 12V-Netzteil [25,40 bei Reichelt]
– „Wasseruhr“ für den Raspberry Pi [Ebay ca. 7€]
– 4x Feuchtesensor [Reichelt 21,40€]
– Gardena-Druckminderer [Ebay ca. 25€]
– 4er 12V-Ventilblock (1/2″) aus China [Ebay, ca. 13€]
– 4x Feuchtraumabzweigdose als Gehäuse für die Feuchtesensoren [2,76€ bei Reichelt]
– 1x weitere Feuchtraumabzweigdose für die Verdrahtung [0,60€ bei Reichelt]
– Sicherheitsventil direkt am Wasserhahn (Aquastop) [32€ bei Ebay]
– Ventilblock 4x12V [13€ bei Ebay aus China]


Feuchtesensor:

Ich suchte länger nach einem probaten Feuchtesensor. Schnell fand ich heraus, daß ich einen kapazitiven haben möchte, da der nicht direkt mit dem Boden verbunden sein muß. Die Alternative wäre ein resistiver, bei dem jedoch das Elektrodenmaterial in den Boden und somit auch ins Gemüse gelangt (Korrosion), was ich tunlichst nicht will. Ich fand zunächst einen bei Ramser als Bausatz, doch der funktionierte nicht so, wie ich mir das vorstellte. Schließlich fand ich den bei Reichelt, der mir eine Spannung zwischen 1,4V (nasse Erde bzw. Wasserglas) und 2,8V (trocken) liefert. Als Eingangsspannung genügen ihm die 5V, die auch den Raspberry Pi versorgen.

Platine Löten

Im Grunde müssen die Feuchtesensoren mit dem Raspberry Pi mit Daten versorgen, damit der wiederum die Ventile (Relais) schalten kann. Ich habe mir dazu eine „I/O-Platine“ auf einer Laborkarte zusammengelötet. In der Mitte befindet sich der Wannenstecker, mit dem die Karte per Flachbandkabel mit dem Raspberry Pi verbunden wird.
Da die Eingänge analog sind, müssen sie erst mit einem MCP3208 digitalisiert werden. Jeder Eingang sowie die Versorgungs- und Referenzspannung müssen mit je einem Kondensator versehen werden, da sonst die Spannungen zu sehr „wackeln“. Der MCP3208 „spricht“ per SPI-Bus (GPIO 7, [8], 9, 10, 11) mit dem Raspberry Pi.
Als Schalt-Ausgänge für die Relais benutze ich die 8 GPIOs (14, 15, 17, 18, 23, 24, 25 und 27). Ja, 2 davon benutze ich (noch?) garnicht. Als Eingang für die „Wasseruhr“ benutze ich den verbleibenden GPIO 22. Dazu muß man UART (an GPIO 14 und 15) und PWM (GPIO 18) abschalten.

I/O-Platine: Links die GPIO-Ausgänge, rechts die Analog-Eingänge
Platine von unten

Der MCP3208 sieht vor, getrennte Grounds („Erden“) für den Analog- und Digital-Bereich zu haben, was ich jedoch zusammengeschaltet habe. Als Referenz- und Versorgungsspannung (ebenfalls zusammengelegt) bekommt er die 3,3V vom Raspberry Pi.
Ich habe den MCP3208 nicht an CE0, sondern CE1 (GPIO7/ Pin26) angeschlossen. Normalerweise müßte man das Analogsignal noch mit Potentiometer herunterteilen, da die Eingangsspannung maximal so hoch sein darf wie die Referenzspannung (3,3V). Da der Sensor jedoch maximal 2,8V liefert, verzichte ich darauf.

Skizze zur Beschaltung

Ich habe eine Abfall-Plastik-Platte weggefunden und dort die Relaiskarten, die „I/O-Karte“ und den Raspberry Pi darauf veschraubt und alles in ein Gehäuse gepackt.

Auf den Relais habe ich gleich die entsprechende GPIO-Nummer drauf geschrieben. Das USB-Kabel dient als Verlängerung zum WLAN-Stick (mit einem ZD1211-Chip drauf, der out of the Box von Raspbian unterstützt wird).

Als nächstes habe ich mal einen Feuchtesensor in eine Aufputz-Abzweigdose geklebt und getestet, wie gut das funktioniert. Der Feuchtesensor funktioniert kapazitiv, das heißt, daß auch andere Materialien außer Wasser den Wert beeinflussen, bzw. eine gewisse Feuchte „simulieren“. So sank die Maxialspannung bei trockenem Sensor wegen des Klebers von 2,8V auf etwa 2,5V.


Ich nehme dafür ein mehradriges Kabel, sodaß ich die Sensoren quasi „in Reihe“ anklemmen kann.

Eingebaut schaut der Steuerkasten dann so aus:

Steuerung eingebaut und angeschlossen

Rechts kommen (von oben) folgende Kabel in die Box:
– Feuchtesensorkabel: +5V (rot), GND (Schirmung) und die Signale der Sensoren (1=gelb, 2=weiss, 3=grün, 4=braun)
– Kabel der Wasseruhr: +5V (braun), GND (Schirmung), Signal kommt von der weißen Ader
– Buchse 5V
– Buchse 12V
– Schaltkabel 220V (Schaltet den Aqastop und das 12V-Netzteil ein)
– Kabel zum 4er-Ventilblock

Elektrik:

Die 240V gehen erstmal in die rechte Steckdose, die das 5V-Netzteil speist. Von dort aus geht es in die Verteilerdose, wo sicherheitshalber eine 400mA-Feinsicherung (träge) zwischengeschaltet ist, weil das nachgeschaltete Schaltrelais keine 16A verträgt. Das Relais schaltet zum einen die linke Steckdose (12V-Netzteil) und den Aquastop.
An einer USB-Verlängerung hängt der WLAN-Stick, womit sich der Raspberry Pi mit dem Netzwerk verbindet.

Überblick der Elektrik

Wasseruhr:

Die Wasseruhr ist im Grunde ein kleines „Mühlrädchen“ in einem Plastikmantel, das je nach Durchfluß einen Ipuls an den Raspberry Pi gibt, der das entsprechend interpretieren muß. Ich habe also mit einer 10-Gießkanne kalibriert und kam auf etwa 4200 Impulse pro 10l , also 420 Impulse pro Liter.
Ich konnte das kleine Bauteil gut im Kabelkanal unterbringen:

Wasseruhr im Kabelkanal

Das Wasser fließt vom Aquastop erstmal in den Gardena-Druckminderer (1,5Bar) und von dort aus zur Wasseruhr bis hin zum Ventilblock, der draußen angebracht ist. Als Gehäuse habe ich einen uralten KFZ-Verbandskasten improvisieren. Von der Ventilbox aus wird es dann auf die einzelnen Beete verteilt.

Ventilbox zum Verteilen des Wassers auf die Beete

Software:

Die Software habe ich bei Github mit einer kleinen Erklärung der Komponenten veröffentlicht. Wirklich schön oder elegant ist es nicht, aber zum Gießen reichts ;-).

Und tschüß, Facebook!

Manch einer wird sich wundern, daß ich überhaupt bei Facebook war. 2010, als ich mich registrierte, war es auch noch eine ganz andere Welt. Man fand wirklich alte Freunde, Menschen, die man vergessen glaubte, konnte man wieder „ausgraben“.
Aber das Klima kippte und Facebook verkam zu einem Propagandaschlachtfeld. Menschen, die meinten „die Wahrheit“ zu sagen, übernahmen Lügen, weil sie ihnen in den Kram paßten. Überführte man sie der Lüge, wurde das weitgehend ignoriert – und sie machten weiter.
Gleichzeitig zog Facebook mehr und mehr gewisse „Daumenschrauben“ an. Ich benutzte es weitgehend dafür, um mich noch mit Leuten zu chatten. Die (noch) offene Schnittstelle konnte ich auch ohne propritäre Software benutzen.
Doch anscheinend gefiel Facebook das auch nicht mehr und behauptete, ich würde meinen eigenen Account hacken. Sie wüßten nicht, ob ich wirklich ich bin, der versucht, sich da einzuloggen und ich soll doch meinen Perso einscannen und hochladen.
*Tipptipptipp*
Wer mich also jetzt noch per Chat erreichen möchte:
Jabber (meine Jabber-ID ist hosnoopy@popps.org), Telegram, Email oder auch noch öfter IRC (HoSnoopy@freenode oder auch im IRCNet)

Geplantes Verbot von Konversionstherapie

Mir bleibt ja einigermaßen die Luft weg, was die Politik da so plant. Was ist eine Konversionstherapie? Nun, es ist eine Therapie, die sich um Homosexuelle kümmert, die es nicht mehr sein wollen, weil sie sich in ihrer homosexuellen Haut nicht mehr wohlfühlen. Und ja, die gibt es. Unser Gesundheitsminister, Jens Spahn, selbst homosexuell, sieht das jedoch anders:

Homosexualität ist keine Krankheit und nicht therapiebedürftig. Deswegen bin ich für ein Verbot der Konversionstherapie. Das rechtlich zu regeln, ist aber nicht so einfach. Doch ich bin sicher, dass die Fachkommission dazu gute und tragfähige Lösungsansätze entwickeln wird. Auf dieser Grundlage werden wir dann schnell entscheiden, wie und was wir in Deutschland umsetzen können.“ (Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2019/2-quartal/verbot-konversionstherapien.html)

Er und all die, die ihn in dem Punkt unterstützen, wozu auch die Länder Schleswig-Holstein, Berlin, Hessen, das Saarland und Bremen gehören, ignorieren dabei völlig, daß es Menschen gibt, die tatsächlich darunter leiden.

Der Aufschrei bei der „Ehe für alle“ war sehr groß. Damals habe ich mich zurückgehalten, weil es für mich kein Problem darstellte. Daß die heterosexuelle Ehe dadurch abgewertet wird, sah ich nicht und sehe ich bis heute nicht. Wir leben nunmal nicht mehr in einem christlichen Land und die christliche Minderheit muß sich der Mehrheit fügen. Das sehe ich ein und ich toleriere (im Sinne von „ertrage“) das auch, auch wenn das nicht mein Lebensentwurf ist. Ich wünsche Homosexuellen Paaren Gottes Segen. Ehrlich!

Nun aber soll der Weg von homosexuellen Leuten, die darunter leiden, verboten werden. Es darf da kein Geld mehr fließen. Ich hatte ab und zu mal bei den Jesus Freaks Gespräche darüber und frage mich gerade, ob ich mich strafbar mache, wenn ich das nach dem Inkrafttreten des Gesetzes tun würde. Wo fängt „Konversionstherapie“ an?

Wer dafür ist, ein solches Verbot einzuführen, ist in meinen Augen, dazu muß ich noch nichtmal Christ sein, eines: Faschistoid und intolerant. Er erträgt nicht, wenn sich Menschen in ihrer sexuellen Orientierung verändern wollen und versperrt ihnen den Weg zur gewünschten Veränderung. Das ist ein Geist von Unfreiheit, der da in meinen Augen weht. Und wer das abnickt und beschließt, schränkt die Freiheit in unserem Lande ein. Es geht mir hier ausschließlich im Leute, die sich freiwillig verändern wollen. Erzwungene Maßnahmen lehne ich ebenfalls ab!

Als Christ sehe ich es als einen weiteren Baustein in der Endzeit. Anders kann ich das nicht werten. Weniger wegen der Homosexualität, vielmehr wegen dem (Un-)Freiheitsgedanken.

Der Zeitgeist und Sankt Florian

Ich beobachte derzeit viele (anstehenden) Veränderungen. Egal ob Energiewende, ökologischer Anbau oder die Digitalisierung. Veränderungen haben immer etwas Unbequemes an sich. Die Frage, sie sich mir dabei oft stellt ist, ob man alles so mitmachen muß, inwieweit man sich dagegen wehren sollte. Ich finde bei der (privaten) Digitalisierung muß man das eben genau nicht. Schon aus Datenschutzgründen. Ich wehre mich aus gutem Gund (ich gehöre zu den wenigen, die mal die AGB überflogen haben und befand sie als unerträglich), und viele bestätigen mir das auch, gegen Whatsapp. Was uns dahingehend noch an Überwachung ins Haus kommt, macht mir Sorgen.

Andererseits gibt es auch Themen, die aus meiner Sicht eine Veränderung erfordern. Energiewende zum Beispiel. Nun kann man sich darüber streiten, ob mit oder ohne (neuer!) Kernenergie. Es gibt inzwischen Reaktoren, die rein physikalisch nicht in die Luft fliegen können. Tatsächlich. Und die den Atommüll auf 20% reduzieren. Dennoch ist es Atommüll. Dennoch kostet die Energiewende Geld und ich sehe dieses Geld als Investition in die Zukunft. Dennoch kostet es Geld (mal ganz abgesehen davon, daß uns die Alte Kernenergietechnik ebenfalls jede Menge Geld kostet. Meist versteckt, eben nicht pro Kilowattstunde berechnet, durch Steuern finanziert. Die Sanierung der Asse nur mal als Beispiel).

Was mich dabei wundert ist, daß viele so tun als ginge das nicht an ihren Geldbeutel. Das sollen gefälligst die anderen, „die da oben“ (wer auch immer damit gemeint ist) bezahlen. Das funktioniert nicht. Es kostet jeden Geld. Punkt.

Recht heuchlerisch erscheint mir dabei die „Rettet die Bienen“-Unterschriftenaktion in Bayern. Ich will nicht sagen, daß es ein unwichtiges Thema ist. Das ist es nicht. Ich frage mich jedoch, woher das kommt, daß es immer weniger Insekten und Bienen gibt. Jeder ist Kunde. Irgendwo und irgendwie. Bei der Bienen-Aktion erscheint es mir so als wären einmal mehr die Bauern am Pranger. Wegen Glyphosat und anderem Zeugs, was sie auf die Felder versprühen. Daß sie das aus purem Überlebensdruck tun müssen, das juckt dabei nicht, denn „der Markt“, den „wir“ ja als gottgegeben hinstellen, diktiert den Bauern, wieviel wir für die Lebensmittel bezahlen (wollen). Der Kunde greift überwiegend zu den billigsten Produkten. Der Preisdruck geht zurück zu den Bauern, die eben billigst produzieren müssen.
Es gibt zB „Die Faire Milch“ zu kaufen. Dort sollen Milchbauern fairer für ihre Milch bezahlt werden, daher ist die Milch auch teurer. Aber nicht wirklich teuer. Trotzdem ist deren Absatz verschwindend gering. Wenn nun die Menschen die Bienen retten wollen, müssen sie sich auch fragen, wieviel das für sie persönlich kosten darf. Alles andere wäre geheuchelt. Nach dem Motto „bezahlen solls doch jemand anders, nicht ich“ – nach dem Sankt-Florians-Prinzip.

Die nackten Absatzzahlen sind da schon erstaunlich. Überwiegend wird halt beim Discounter gekauft. Wo das zeug herkommt? Egal. Hauptsache billig. Und dann kommt mal wieder irgendein Fleischskandal, man kotzt sich darüber ein paar Tage aus, um dann den Dreck weiterzufressen. Das ist auch geheuchelt. Das ist grotesk.
Daß dabei die Menschen ebenfalls von einem gewissen Preisdruck getrieben werden, ist klar. Aber ich sags mal so: Beim Smartphone kann man viel einsparen, wenn man keines hat. Wie gesagt, bei der Digitalisierung bin ich ein Muffel. Zurecht, wie ich meine. Dennoch habe ich ein Smartphone. Das habe ich mir vor 2 Jahren bei Ebay gekauft und läuft mit aktueller, freier Software. Aber klar kann sich auch ein neues iPhone zulegen und darüber jammern, daß man kein Geld hat. Da sollte man etwas über das Ursache-Wirkungs-Prinzip nachdenken.

Offener Brief an Dr. Astrid Mannes (CDU) und Daniela Wagner (Bündnis90/Die Grünen), Betreff: „Smart Meter“

Sehr geehrte Damen

Sie sind Abgeordnete meines Wahlkrieses, daher wende ich mich an Sie. Da ich auch Stromkunde bin, blüht mir wahrscheinlich auch eines Tages ein sog. „Smart Meter“. Ich habe mich, denke ich, eingehend darüber informiert und es wird immerwieder argumentiert, daß man diese Smart Meter wegen der Energiewende benötigt. Genauer, konkreter wird es fast nie – die Energiewende ist in dem Zusammenhang nur ein Wort, aber kein Argument.
Wir haben aktuell einen ganz normalen schwarzen mechanischen Stromzähler. „Made in Berlin-W.“, Bj. 1983. Ich habe nun keine Ahnung, wie der CO2-Abdruck eines über 35 Jahre alten Stromzählers ist, der mit Sicherheit schon einige Häuser und Wohnungen gesehen hat und immer wieder instand gesetzt und geeicht werden konnte.
Unser Haushalt setzt pro Jahr 2100KWh-2300KWh elektrische Energie um. Das ist, denke ich, für einen 5 Personen Haushalt gar nicht schlecht. Dennoch sollen wir, wenn ich das richtig sehe, eines Tages auf eigene Kosten, einen Smart Meter bekommen.
Ich bekomme zum einen etwas, was ich nicht will und muss es auch noch selbst bezahlen. Nun frage ich mich, was ein Smart Meter einbringt. Letztlich liest er ja auch nur den Verbrauch, nur „funkt“ der ihn nicht mehr einmal pro Jahr, sondern pro Stunde mehrmals „nach Hause“ – ein Umstand, der mich einmal mehr gläserner werden lässt, da man über diese Daten letztlich meinen, bzw. unseren Tagesablauf feststellen kann.
Ja, theoretisch dürfen derartige Daten nicht weitergegeben werden. Aber dazu müßte ich Vertrauen haben. Vertrauen in die Politik, Vertrauen in Konzerne und beides ist nicht gegeben, da beide Seiten mein Vetrauen bereits mißbraucht haben. Das geht nicht gegen Sie persönlich. Es wurde jedoch schon Dinge beschlossen, die mich schlichtweg ärgern (zB die Vorratsdatenspeicherung). Viele Politiker scheren dabei gerne mit mir die Menschen über einen Kamm, die ihre Daten willfahrig an Google, Facebook & Co herausgeben. Die Politik sagt dann, daß man ja sowieso schon alles freigibt, da könne der Staat ja auch noch etwas abgreifen. Auch von mir, obwohl ich das eben nicht tue. Ich vertraue nicht darauf, daß Daten, die mal erhoben werden, im Zweifelsfall nicht zu Geld gemacht werden. Die Geschichte zeigt: Was technisch möglich ist, wird auch getan. Gesetze spielen dabei – letztlich – keine Rolle. Das mag hart klingen, aber letztlich ist das die Realität, die ich dabei sehe. Ergo möchte ich erst gar nicht, daß Daten von mir erhoben werden.
Ich habe keine Ahnung, inwieweit ein Smart Meter recycelt werden kann. Ich weiß jedoch, daß es ein kleiner Computer ist, und damit habe ich es mit Elektronik zu tun, deren CO2-Abdruck horränd sein dürfte. Dazu kommt der Umstand, daß ein Smart Meter alle 5 Jahre getauscht werden muß (Aussage vom Techniker meines Stromanbieters). Wie gesagt, ich weiß nicht, ob man den neu kalibrieren kann, oder ob man ihn nach 5 Jahren gar wegwerfen muß und wenn ja, inwieweit man ihn dann recycleln kann.
Meinen mechanischen Zähler muß man alle 10 Jahre tauschen. Offensichtlich wird der dann neu kalibriert, aufbereitet. Inzwischen ist er über 35 Jahre alt. Das wären 7 verschlissene Smart Meter.
Ich sehe ein, daß man Stromspitzen glätten möchte. Und ich bin bereit, dafür einige Technische Geräte an einen gesonderten Stomkreis anzuschließen, den man im Falle einer Spitze auch mal abschalten kann. Die Technik dazu gibt es. Stichwort: Rundsteuerempfänger. Sicher 50 Jahre alt. Damals wurde das zum Ein- und Ausschalten von Nachtspeicheröfen benutzt. Das erfolgt anonymisiert. Kommt eine Spitze, sind Kühlschrank, Gefrierschrank, Wasch- und Spülmaschine aus. Damit könnte ich leben.
Mit Smart Metern will ich nicht leben. Ich halte das, unterm Strich, für groben Unfug. Es bringt nichts ein, generiert Kosten, Elektroschrott und Daten, die man nicht erheben sollte.
Bitte Antworten Sie mir direkt hier im Kommentar und/oder stellen sie sich gegen eine solche erzwungene Einführung.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Popp

Ungerechte Überwachung

Anscheinend arbeitet unsere Regierung mit Fleiß darauf hin, sich mit einer wirklich totalitären ablösen zu lassen. Es ist schon mehr als geil, was in Sachen „Autofahren“ gerade passiert und das, was passiert, ist aus meiner Sicht das Ergebnis Jahrzehnte langer verfehlter Verkehrspolitik.
Man hätte so viel machen können, aber man wollte nicht. Man wollte den Verkehr nicht auf die Schiene bringen, weil man den Individualverkehr so geil fand. Man faßte die veralteten Gesetze um die Bahn garnicht an, wenn es darum ging, vielleicht mal zu überprüfen, ob diverse Schaltungen für Bahnübergänge etc. noch zeitgemäß sind. Man baute die Bahn ab und ließ sie verrotten. Weichenheizungen wurden „eingespart“, also abgebaut, mit dem Effekt, daß sie an kalten Tagen einfrieren und Verspätungen verursachen.
Das Chaos rund um S21 breitet sich bis ins Rhein-Main-Gebiet aus, weil verspätete Fernzüge zu Lasten von Regioalzügen (=>Pendler) vorbeigelassen werden müssen, mit dem Effekt, daß Pendler ihre Anschlüsse nicht mehr kriegen und jede Menge Zeit auf dem Weg zur Arbeit verlieren. Nicht selten wären sie die 40km mit dem Rad schneller zur Arbeit gefahren. Klar, daß man dann auf das Auto umsteigt. Man hätte einfach mehr, bzw. richtig in die Bahn investieren müssen. Man wollte es aber nicht. Das meiste Geld wurde und wird in Großprojekte wie vor einigen Jahren der Berliner Bahnhof oder heute in S21 versenkt. Währenddessen vergammelt das Schienennetz halt. Bahn kaputt => Mehr Auto. Das war die Folge des ersten Versagens.
Man erklärte, Diesel wären geil und umweltfreundlich, weil sie weniger CO2 ausstoßen. Dafür halt mehr NOx, also Stickoxide. Viele kauften sich Diesel und weil VW sich so sehr als „grünes Auto“ hinstellte, kauften viele einen VW. Man hat seit sicher 15 Jahren schon festgestellt, daß die Autos dann doch mehr Sprit himmeln, als der Hersteller angegeben hatte. Und – oh Wunder – dann stellte man fest, daß bei den Abgaswerten betrogen wurde. Und ja, das muß man auch „Betrug“ nennen! Das ist das 2. Versagen der Politik, das in meinen Augen schon kriminell ist: Nämlich Betrüger zu decken. Genau das ist seitens der CSU-Nulpenminister Dobrindt und Scheuer geschehen. Die Manager von VW haben betrogen und die Politik ließ es ihnen durchgehen. So schaut es aus. Und die Poltik, speziell die SPD, soll sich bitte da nicht rausreden, denn sie hängt über die niedersächsische Landesregierung da mit drin!
Anstatt daß man mal sachlich über Meßwerte, Meßunsicherheiten, etc. diskutiert, die Herren bei VW&Co endlich mal zur Verantwortung zwingt, wird munter weiter Unsinn getrieben. Ja, es gibt bei jeder Messung eben auch Meßunsicherheiten. In Oldenburg wurden am 30.7. diesen Jahres wegen eines Marathons die Straßen gesperrt. Trotzdem wurde der NOx-Grenzwert um 10µg/m³ überschritten. Ohne Autos. Da würde ich als ausgebildeter Umweltingenieur schonmal nachhaken, woran das liegt. Aber die Politik tut es nicht. Das ist das 3. Versagen an der Stelle.
Nun kommt das 4., das allem nochmal die Krone aufsetzt: Nun soll der eh schon geschädigte, betrogene PKW-Fahrer komplett überwacht werden. Die Politik überlegt, Fotokästen aufzustellen, die sämtliche KFZ-Kennzeichen aller reinfahrenden Autos scannt und direkt online mit der Zentraldatenbank abgleicht, um automatisiert Knöllchen verschicken zu können, wenn jemand mit seinem „dreckigen Diesel“ in eine „saubere Stadt“ (*hust*) fährt. Dabei werden – ganz nebenbei – ALLE Autos erfaßt. Anstatt daß man also die Verantwortlichen endlich mal an die Kandarre nimmt, soll der Steuerzahler dafür bezahlen, sich noch mehr überwachen zu lassen. Demnächst wird das mit dem Fotokästen auch nicht mehr nötig sein, wenn „wegen der Sicherheit“ soll ja zukünftig jedes Auto mit dem Netz (Handynetz) verbunden sein.
Nun habe ich lange genug gemotzt. Hier mein Vorschlag: Winterkorn & Co, die betrogen haben, sollen mit ihrem Privatvermögen die bereits entwickelten Hardwareumrüstungen bezahlen, bis ihr Geld alle ist. Sie haben den Bock geschossen, sollen sie es auch ausbaden. Wer hier sagt „das ist Enteignung!“, entgegne ich, daß diese Herren damit angefangen haben! Derzeit werden massenhaft Autofahrer durch ihre Fehler enteignet! Zum zweiten sollte man endlich mal sachlich und nicht emotional darüber diskutieren, inwieweit der Grenzwert von 40µg/m³ richtig ist. Ich kenne das Meßverfahren dazu nicht, aber ich könnte mir vorstellen, daß diese Sensoren versehentlich eine andere Verbindung als NOx interpretieren und wenn das so sein könnte, steht das sicher auch auf dem Zettel des Sensorherstellers drauf (meine Güte!). Und drittens, vielleicht nulltens: Setzt diesen Verkehrminister endlich ab. Das ist ja nicht mehr auzuhalten.

Datenschutz, Teil 54762 oder so.

Ich habe oft das Gefühl, mit meiner Einstellung zum Thema „Datenschutz“ anderen auf den Wecker zu gehen. Meistens kommt ein entnervtes „Ja, du hast ja recht, aber…“ als Antwort. Es kommt – letztlich – fast immer dabei raus, daß, wenn man es mit dem Datenschutz ernst meint, das Leben schlichtweg unbequem wird. Das ist RICHTIG. Ich könnte an der Stelle – mal wieder – den biblischen Vers mit dem breiten und dem schmalen Weg anführen.
Das nächste Argument, was kommt aus meiner Sicht aus einer fatalistischen, lethargischen Ohnmacht heraus: „Wer meine Daten haben will, der kann sie auch klauen, denn nichts ist sicher.“ – Nun frage ich mich an der Stelle, ob eben diese Leute ihre Haustüre zumachen, wenn sie das Haus verlassen, denn: Einbrecher kommen auch überall rein, wo sie rein wollen. Das Argument ist doch an der Stelle dasselbe. Man könnte mit dieser Argumentation stets die Haustüre offenlassen, oder, den Schlüssel stecken lassen, denn dann würde der Einbrecher wenigstens nichts an der Bausubstanz beschädigen.
Wer sich aus meiner Sicht Whatsapp, Facebook-Manager, die Google-Dienste (die im Grunde immer vorinstalliert sind und die man nicht wegkriegt!) auf dem Handy hat, läßt dabei eben den Schlüssel stecken und jeder Konzern kann sich ungehindert bedienen. Wer das will, bitteschön. Und wer Argumente gegen meine Sicht ist, immer her damit ;-). Der einzige Unterschied zum Einbruch ist, daß keine Dinge rausgetragen werden, die werden lediglich auf ein Verzeichnis irgendwo im Konzern kopiert. Horch und Guck in der Hosentasche und wahrscheinlich mehrfach, von verschiedenen Konzernen.
Lustig finde ich dabei das Argument vieler Whatsapp-Nutzer, die ja „Facebook nieee verwenden würden“. Nun, daß Facebook Whatsapp gekauft hat, sollte jeder wissen und das wissen die meisten auch. Also landen die Daten letztlich doch bei Facebook – Würde ich das Gegenteil behaupten, müßte ich darauf vertrauen, daß Facebook die Whatsapp-Daten eben nicht benutzt (lachhaft!). Ein Kunde, der bei Facebook angemeldet ist, ohne die Facebook-App installiert zu haben, jedoch Whatsapp benutzt, bekam jene Musik bei Facebook beworben, die er kurz zuvor angehört hat. Und was mit einem Mikrofon geht, das geht auch mit einer Kamera: Horch und Guck, wie gesagt.
Ja, jeder, der an meine Daten will, würde früher oder später auch rankommen. Es kostet jedoch Aufwand und ist immernoch illegal. Steckt man den Schlüssel in die Haustüre und gibt einem Konzern die Erlaubis zum Einlaß zu jeder Stunde, ist das jedoch eine ganz andere Kategorie. Es ist in meinen Augen das persönliche Abgeben der eignen Würde bei eben jenem Konzern. Artikel 1GG gilt nicht mehr, die eigene Würde würde von Konzernen mehr als nur betatscht werden.
Die Alternative? Benutzt Open Source. Benutzt offene Schnittstellen. Es ist klar, daß Open Source in einer kapitalistischen Welt eben nicht beworben wird, weil sie [für einen Konzern] kein Geld [und keine Daten] einbringt. Daher ist vieles unbekannt und entsprechende Geräte können teuer sein. Im Klartext: Jabber (komplett Open Source) oder Telegram (Client ist Open Source, die Schnittstellen liegen offen) statt Whatsapp, keine Facebook-App, keine Google-Apps. Das geht nur mit einem „sauberen“ Open Source System auf Handys. LineageOS oder SailfishOS, Linux, am besten Debian auf dem PC. Windows, wenn nötig, in einer Virtualbox, besser jedoch Micro$oft Office unter WINE. Nebenbei laufen die Geräte danach geschmeidiger, weil sie weniger Horch und Guck Ballast haben, denn die entsprechenden Hintergrundprozesse gibt es dann nicht mehr.
Damit verschließt man die „Haustür“ und man muß wirklich einbrechen, woran übrigens das BKA arbeitet und entdeckte Sicherheitslücken in Systemen für sich behält, um sie anschließend ausnutzen zu können. So als würde es zum Beispiel ein vom Hauseigentümer unerkanntes, gekipptes Fenster entdecken und eben dieses ausnutzen. Das ist bei Open Source jedoch nicht so einfach. Der Quelltext liegt, daher der Name, offen vor. Updates sind dabei nichts anderes als das Schließen von eben solchen Fenstern, sie beseitigen Sicherheitslücken.
Wer das liest und nichts unternimmt, soll wenigstens hinterher nicht behaupten, er hätte von nichts gewußt.