Ungerechte Überwachung

Anscheinend arbeitet unsere Regierung mit Fleiß darauf hin, sich mit einer wirklich totalitären ablösen zu lassen. Es ist schon mehr als geil, was in Sachen „Autofahren“ gerade passiert und das, was passiert, ist aus meiner Sicht das Ergebnis Jahrzehnte langer verfehlter Verkehrspolitik.
Man hätte so viel machen können, aber man wollte nicht. Man wollte den Verkehr nicht auf die Schiene bringen, weil man den Individualverkehr so geil fand. Man faßte die veralteten Gesetze um die Bahn garnicht an, wenn es darum ging, vielleicht mal zu überprüfen, ob diverse Schaltungen für Bahnübergänge etc. noch zeitgemäß sind. Man baute die Bahn ab und ließ sie verrotten. Weichenheizungen wurden „eingespart“, also abgebaut, mit dem Effekt, daß sie an kalten Tagen einfrieren und Verspätungen verursachen.
Das Chaos rund um S21 breitet sich bis ins Rhein-Main-Gebiet aus, weil verspätete Fernzüge zu Lasten von Regioalzügen (=>Pendler) vorbeigelassen werden müssen, mit dem Effekt, daß Pendler ihre Anschlüsse nicht mehr kriegen und jede Menge Zeit auf dem Weg zur Arbeit verlieren. Nicht selten wären sie die 40km mit dem Rad schneller zur Arbeit gefahren. Klar, daß man dann auf das Auto umsteigt. Man hätte einfach mehr, bzw. richtig in die Bahn investieren müssen. Man wollte es aber nicht. Das meiste Geld wurde und wird in Großprojekte wie vor einigen Jahren der Berliner Bahnhof oder heute in S21 versenkt. Währenddessen vergammelt das Schienennetz halt. Bahn kaputt => Mehr Auto. Das war die Folge des ersten Versagens.
Man erklärte, Diesel wären geil und umweltfreundlich, weil sie weniger CO2 ausstoßen. Dafür halt mehr NOx, also Stickoxide. Viele kauften sich Diesel und weil VW sich so sehr als „grünes Auto“ hinstellte, kauften viele einen VW. Man hat seit sicher 15 Jahren schon festgestellt, daß die Autos dann doch mehr Sprit himmeln, als der Hersteller angegeben hatte. Und – oh Wunder – dann stellte man fest, daß bei den Abgaswerten betrogen wurde. Und ja, das muß man auch „Betrug“ nennen! Das ist das 2. Versagen der Politik, das in meinen Augen schon kriminell ist: Nämlich Betrüger zu decken. Genau das ist seitens der CSU-Nulpenminister Dobrindt und Scheuer geschehen. Die Manager von VW haben betrogen und die Politik ließ es ihnen durchgehen. So schaut es aus. Und die Poltik, speziell die SPD, soll sich bitte da nicht rausreden, denn sie hängt über die niedersächsische Landesregierung da mit drin!
Anstatt daß man mal sachlich über Meßwerte, Meßunsicherheiten, etc. diskutiert, die Herren bei VW&Co endlich mal zur Verantwortung zwingt, wird munter weiter Unsinn getrieben. Ja, es gibt bei jeder Messung eben auch Meßunsicherheiten. In Oldenburg wurden am 30.7. diesen Jahres wegen eines Marathons die Straßen gesperrt. Trotzdem wurde der NOx-Grenzwert um 10µg/m³ überschritten. Ohne Autos. Da würde ich als ausgebildeter Umweltingenieur schonmal nachhaken, woran das liegt. Aber die Politik tut es nicht. Das ist das 3. Versagen an der Stelle.
Nun kommt das 4., das allem nochmal die Krone aufsetzt: Nun soll der eh schon geschädigte, betrogene PKW-Fahrer komplett überwacht werden. Die Politik überlegt, Fotokästen aufzustellen, die sämtliche KFZ-Kennzeichen aller reinfahrenden Autos scannt und direkt online mit der Zentraldatenbank abgleicht, um automatisiert Knöllchen verschicken zu können, wenn jemand mit seinem „dreckigen Diesel“ in eine „saubere Stadt“ (*hust*) fährt. Dabei werden – ganz nebenbei – ALLE Autos erfaßt. Anstatt daß man also die Verantwortlichen endlich mal an die Kandarre nimmt, soll der Steuerzahler dafür bezahlen, sich noch mehr überwachen zu lassen. Demnächst wird das mit dem Fotokästen auch nicht mehr nötig sein, wenn „wegen der Sicherheit“ soll ja zukünftig jedes Auto mit dem Netz (Handynetz) verbunden sein.
Nun habe ich lange genug gemotzt. Hier mein Vorschlag: Winterkorn & Co, die betrogen haben, sollen mit ihrem Privatvermögen die bereits entwickelten Hardwareumrüstungen bezahlen, bis ihr Geld alle ist. Sie haben den Bock geschossen, sollen sie es auch ausbaden. Wer hier sagt „das ist Enteignung!“, entgegne ich, daß diese Herren damit angefangen haben! Derzeit werden massenhaft Autofahrer durch ihre Fehler enteignet! Zum zweiten sollte man endlich mal sachlich und nicht emotional darüber diskutieren, inwieweit der Grenzwert von 40µg/m³ richtig ist. Ich kenne das Meßverfahren dazu nicht, aber ich könnte mir vorstellen, daß diese Sensoren versehentlich eine andere Verbindung als NOx interpretieren und wenn das so sein könnte, steht das sicher auch auf dem Zettel des Sensorherstellers drauf (meine Güte!). Und drittens, vielleicht nulltens: Setzt diesen Verkehrminister endlich ab. Das ist ja nicht mehr auzuhalten.

Datenschutz, Teil 54762 oder so.

Ich habe oft das Gefühl, mit meiner Einstellung zum Thema „Datenschutz“ anderen auf den Wecker zu gehen. Meistens kommt ein entnervtes „Ja, du hast ja recht, aber…“ als Antwort. Es kommt – letztlich – fast immer dabei raus, daß, wenn man es mit dem Datenschutz ernst meint, das Leben schlichtweg unbequem wird. Das ist RICHTIG. Ich könnte an der Stelle – mal wieder – den biblischen Vers mit dem breiten und dem schmalen Weg anführen.
Das nächste Argument, was kommt aus meiner Sicht aus einer fatalistischen, lethargischen Ohnmacht heraus: „Wer meine Daten haben will, der kann sie auch klauen, denn nichts ist sicher.“ – Nun frage ich mich an der Stelle, ob eben diese Leute ihre Haustüre zumachen, wenn sie das Haus verlassen, denn: Einbrecher kommen auch überall rein, wo sie rein wollen. Das Argument ist doch an der Stelle dasselbe. Man könnte mit dieser Argumentation stets die Haustüre offenlassen, oder, den Schlüssel stecken lassen, denn dann würde der Einbrecher wenigstens nichts an der Bausubstanz beschädigen.
Wer sich aus meiner Sicht Whatsapp, Facebook-Manager, die Google-Dienste (die im Grunde immer vorinstalliert sind und die man nicht wegkriegt!) auf dem Handy hat, läßt dabei eben den Schlüssel stecken und jeder Konzern kann sich ungehindert bedienen. Wer das will, bitteschön. Und wer Argumente gegen meine Sicht ist, immer her damit ;-). Der einzige Unterschied zum Einbruch ist, daß keine Dinge rausgetragen werden, die werden lediglich auf ein Verzeichnis irgendwo im Konzern kopiert. Horch und Guck in der Hosentasche und wahrscheinlich mehrfach, von verschiedenen Konzernen.
Lustig finde ich dabei das Argument vieler Whatsapp-Nutzer, die ja „Facebook nieee verwenden würden“. Nun, daß Facebook Whatsapp gekauft hat, sollte jeder wissen und das wissen die meisten auch. Also landen die Daten letztlich doch bei Facebook – Würde ich das Gegenteil behaupten, müßte ich darauf vertrauen, daß Facebook die Whatsapp-Daten eben nicht benutzt (lachhaft!). Ein Kunde, der bei Facebook angemeldet ist, ohne die Facebook-App installiert zu haben, jedoch Whatsapp benutzt, bekam jene Musik bei Facebook beworben, die er kurz zuvor angehört hat. Und was mit einem Mikrofon geht, das geht auch mit einer Kamera: Horch und Guck, wie gesagt.
Ja, jeder, der an meine Daten will, würde früher oder später auch rankommen. Es kostet jedoch Aufwand und ist immernoch illegal. Steckt man den Schlüssel in die Haustüre und gibt einem Konzern die Erlaubis zum Einlaß zu jeder Stunde, ist das jedoch eine ganz andere Kategorie. Es ist in meinen Augen das persönliche Abgeben der eignen Würde bei eben jenem Konzern. Artikel 1GG gilt nicht mehr, die eigene Würde würde von Konzernen mehr als nur betatscht werden.
Die Alternative? Benutzt Open Source. Benutzt offene Schnittstellen. Es ist klar, daß Open Source in einer kapitalistischen Welt eben nicht beworben wird, weil sie [für einen Konzern] kein Geld [und keine Daten] einbringt. Daher ist vieles unbekannt und entsprechende Geräte können teuer sein. Im Klartext: Jabber (komplett Open Source) oder Telegram (Client ist Open Source, die Schnittstellen liegen offen) statt Whatsapp, keine Facebook-App, keine Google-Apps. Das geht nur mit einem „sauberen“ Open Source System auf Handys. LineageOS oder SailfishOS, Linux, am besten Debian auf dem PC. Windows, wenn nötig, in einer Virtualbox, besser jedoch Micro$oft Office unter WINE. Nebenbei laufen die Geräte danach geschmeidiger, weil sie weniger Horch und Guck Ballast haben, denn die entsprechenden Hintergrundprozesse gibt es dann nicht mehr.
Damit verschließt man die „Haustür“ und man muß wirklich einbrechen, woran übrigens das BKA arbeitet und entdeckte Sicherheitslücken in Systemen für sich behält, um sie anschließend ausnutzen zu können. So als würde es zum Beispiel ein vom Hauseigentümer unerkanntes, gekipptes Fenster entdecken und eben dieses ausnutzen. Das ist bei Open Source jedoch nicht so einfach. Der Quelltext liegt, daher der Name, offen vor. Updates sind dabei nichts anderes als das Schließen von eben solchen Fenstern, sie beseitigen Sicherheitslücken.
Wer das liest und nichts unternimmt, soll wenigstens hinterher nicht behaupten, er hätte von nichts gewußt.

Verblendung

In den letzten Wochen wurde ich immer wieder gefragt, woher es kommt, daß viele Menschen der Unwahrheit nachfolgen. „Sind die denn so dumm?“, fragt man sich dabei oft. Ich würde es jedoch nicht „dumm“ nennen. Wie damals, in den 1930er und 1940er Jahren wollte man die Wahrheit nicht wissen. Juden wurde abtransportiert und man glaubte, weil man glauben wollte, daß die Juden umgesiedelt werden. In Wirklichkeit landeten sie in Gaskammern.
Damals waren die Leute verblendet. Das fand ein jähes Ende mit dem Einmarsch der Alliierten. Die US-Soldaten zwangen zB die Einwohner von Dachau sich das nahegelegene KZ anzuschauen. Mit all den Leichen. Man nahm es den Soldaten übel. Wahrheit tut eben manchmal weh, vorallem, wenn man sich der Wahrheit jahrelang entzog. Verblendung hat eben nichts mit dem Intellekt zu tun, es geht quer durch die Bildungsschichten und die Leute, die verblendet sind, hängen mit aller Macht an dem an, woran sie glauben wollen. Sie wollen (endlich mal wieder?) Recht haben. Nur darum geht es heute, denke ich mir jedenfalls. Um Fakten und Wahrheit geht es nicht. Nur um Meinungen, die man eben durchdrücken möchte. Unbequeme Wahrheiten werden dabei ausgeblendet.
Wie schief das gehen kann, zeigt die militärische Niederlager der Wehrmacht in Stalingrad: Man beobachtete sehr wohl, daß die rote Armee Geschütze anlieferte, die dann „verschwanden“. Über Tage und Wochen sah man, wie Geschütze angeliefert wurden und dann „verschwanden“. Bis sie wieder auftauchten und der Wehrmacht erheblich einheizten.
Ich bin froh, daß unsere Regierung, bei aller Kritik doch noch bemüht ist, die Wahrheit zu sehen und anzuerkennen, zumindest scheint es einen gewissen Dialog zu geben. Und ja, in vielen Punkten erliegt unsere Regierung auch einer gewissen Verblendung, keine Frage. Dennoch werden Fakten nicht in der Art ausgeblendet, wie ich es an anderer Stelle beobachte. Und: Diskutieren ist mit diesen Verblendeten nicht möglich, es schlägt schnell um in Themenwechsel und/oder Beleidigung. Man hat es mit „Whatabautisten“ zu tun, die, bitteschön, mit Autisten erstmal garnix zu tun haben! Man spricht ein Problem an und bekommt als „Antwort“ keine Antwort, sondern ein Plädoyer für etwas ganz anderes. Besteht man auf eine Antwort zu dem vorher angeschnittenen Thema, hagelt es oft an Beleidigungen und Diffamierungen. Wahrheitsfindung? Fehlanzeige, „die Wahrheit“ beanspruchen diese Verblendeten ja schon für sich. Und es gibt nur ihre Wahrheit. Wie bei Trump, dem man wohl schon 3000 Lügen seit Amtsantritt nachgewiesen hat.
Werden bei den Verblendeten Lügen direkt überführt, geschieht garnix. Kein „Sorry, ich hab mich geirrt“. Es wird einfach die nächste Lüge als „Wahrheit“ aufgetischt. Noch reißerischer, noch mehr Aufmerksamkeit anziehend. Gut, ich muß zugestehen, daß es manchmal stimmt, was gepostet und gesagt wird. Aber das sind allenfalls 10-20% – damit sind es eben 80-90% Lügen, die verbreitet werden.
Verblendung ist, wie ich finde, ein geistliches Phänomen. Die Bibel sagt viel davon. „Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre! Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden“ (2. Timotheus 4,2-5) ist da nur ein Beispiel. Ich denke, es ist auch viel Zeitgeist dabei. Jener „Ego-Geist“, der nicht mehr gemeinschaftlich denken läßt, sondern nur noch ich-zentriert. Das sieht man in der „My Country first“-Politik, die Ideen und Probleme heutiger Zeiten ausblenden möchte. Probleme, die nur die Welt gemeinsam lösen kann.
Das setzt sich auch in der EU fort. Ich mache mir nichts vor: Löst sich das gemeinschaftliche Europa auf, wird es wieder zu Kriegen kommen. Mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine. Mich wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr treffen. Meine Kinder jedoch schon.

Selbstmitleid, trocken Stroh und Feuer

Wenn ich derzeit, vorallem in den letzten Wochen, auf Facebook diverse Posts lese, werde ich direkt wütend. Es sind Posts, die behaupten „die Wahrheit“ zu sagen und in Wirklichkeit Lügen sind. Lügen, die – vielleicht – eine Teilwahrheit beinhalten, dennoch im Grunde Lügen sind. Da werden vorallem Grüne Politiker bezichtigt, auf Twitter zu posten, daß sie begrüßen, daß der Islam sich in Deutschland ausbreitet, oder es wird behauptet, die Regierung diktiert das, was in den Leitmedien verbreitet wird und all das zielt auf eines ab: Selbstmitleid. „Das Volk“ als Opfer. Ein Umstand, den ich seit Jahrzehnten nicht begreife: Es wird gemotzt, aber letztlich immer wieder dieselben gewählt. Und heute bietet sich als „Alternative“ auch noch schlimmeres an: Nazis. Nazis, die, die einst der Führer, mit all dem „aufräumen“ wollen und diverse Politiker „entsorgen“ möchten, die EU am liebsten auflösen und Menschen an der Grenze abknallen möchten. Diese „Alternative“ wurde binnen 12 Jahren Deutschland zum Untergang und es ist reine Gnade, daß es Deutschland heute noch so gibt. Das darf man halt auch nie vergessen. Wir können froh sein, als freies Land (ja, verdammt, wir sind ein freies Land, weil jeder sagen kann, was er will, was aber nicht heißt, daß es jeder gut finden muß!!! Genau deswegen poste ich da hier.) eigenständig unser Leben selbst in die Hand nehmen zu können – nicht fremdiktiert durch irgendeine Macht.
Jene Poster, die sich so sehr als Opfer sehen, weil sie anscheinend ihr eigenes Leben nicht auf die reihe kriegen, vergiften letztlich mit Lügen das Umfeld. Herr Maaßen hat gelogen (zB https://www.sueddeutsche.de/politik/verfassungsschutz-maassens-dreiste-luege-1.4110344), er brach das Gesetz und sein Abgang war seit Jahren mehr als überfällig! Er war ein Sicherheitsrisiko für meine Demokratie und seine Hintermänner sind es bis heute, die massivst im Untersuchungsausschuß in Sachen Amri (=> Attentat) mauern und verhindern, daß die Wahrheit ans Licht kommt. Aber Maaßen sagt die Wahrheit? Meint ihr das ernst??? Ich könnte garnicht so viel essen wie ich an der Stelle kotzen könnte. Ehrlich!
In den letzten Monaten habe ich stets gegen solche Lügenposts kommentiert. Mit Links, die eindeutig aufdeckten, daß eben diese Posts strikt gelogen waren. Das hielt aber keinen Poster davon ab, mal darüber nachzudenken, was sie da posten. Hauptsache auffallen, Hauptsache einen auf Opfer machen, Hauptsache es hilft der eigenen, festen Überzeugung. Wahrheit spielt doch da überhaupt keine Rolle mehr. Ihr sagt nicht „die Wahrheit“, ihr lügt und ihr sorgt dafür, daß sich diese Lügen ausbreiten und unser Land vergiften.
Nein, ich bin kein Merkel-Fan, ich bin auch kein Grüner. In Sachen Braunkohle wurde ein tatsächlich, nüchterner, wahrer Kommentar von mir von einem Grünen gelöscht. Also da war es auch nicht so weit her mit der Demokratie. Aber gut, es war nicht mein Post und mein Kommentar wurde dann halt gelöscht. Ich fürchte nur, was nach Angela Merkel kommt, wird noch schlimmer werden. Ich muß das dazu sagen, weil man mir das gerne unterstellt. In so manchen „Kommentarschlachten“ wurde ich sogar mal als „Linksgrünversiffter Merkel-Fan“ bezeichnet. Übrigens, in Kommentaren wird schnell beleidigt. Daran habe ich mich inzwischen gewöhnt, das juckt mich nicht, was mich nervt ist diese Opferrolle, die gespielt wird.
Das ist – im Grunde – feige. Feige, weil die meisten, die da jammern, seit Jahrzehnten wählen gehen (konnten). Feige, weil man einfach mal oberflächlich über Dinge urteilt, für deren Urteil man sich Zeit nehmen muß. Ein Umstand, den ich bei aller Kritik an Merkel, die angeblich nix tut und zuschaut, für gut heiße. Feige, weil als Prügelknaben die herauskommen, die man am leichtesten zu fassen kriegt. Nicht selten sind es heute sogar wieder die Juden, wofür ich mich zutiefst schäme! Auch hier will ich mehr kotzen als ich essen könnte. Feige, weil die eigentlichen Ursachen ganz woanders gelagert sind (die Bankenkrise 2008 und die damit einhergehende „Austeritätspolitik“ wird dabei halt mal vergessen, ja klar..). Und nicht zuletzt Feige, weil Probleme benannt und darüber gejammert wird, aber auch hier keine Lösungen außer „Merkel muß weg“ oder „Ausländer raus“ kommen. Und an die EU-Kritiker, die über ach so viele Bestimmungen aus Brüssel meckern: Euch ist doch klar, daß unsere Regierung eben Brüssel als „Bande“ für ihr Poltikbilliard benutzt? Oder anders gesagt: Was man über den Bund nicht durchkriegt, boxt man halt per EU über Brüssel durch. Ein Umstand, den ich sehr kritisiere und das schon sehr sehr lange, was aber denen, die heute so laut motzen, vor 10 Jahren so garnicht juckte. Will heißen: Das Problem ist die EU, nicht Brüssel, sondern Berlin!
Die Welt ist komplexer und komplizierter geworden und unsere Welt hat nunmal Probleme, die man nur gemeinsam lösen kann. Kein Staat alleine. Und bitte nicht wieder versuchen, die Welt am Deutschen Wesen genesen zu lassen. Das ging schon 2x schief. Aber gut, unsere Armee würde den Feind nur schaden, indem er sich über sie totlacht. Aber nun soll ja ja wieder aufgerüstet werden. Ratet mal, woher die Gelder dafür herkommen? Unsere Welt ist schwieriger geworden, um einiges schwieriger. Komplexer, weil viele Länder schon wirtschaftlich so eng verzahnt sind, daß das aufdröseln mir als unmöglich erscheint. Aber das geht ja in so – sorry – Hirnis nicht rein, die munter einfach ihre Positionen mit Lügen untermauern wollen. Wer sein Leben – und das gilt auch für eine Gesellschaft – auf Lügen baut, geht unter. Und wer Wahrheiten nicht akzeptiert, sondern ignoriert, auch. Ich hab nur keine Lust, von euch mitgerissen zu werden. An der Stelle möchte ich sagen, daß die derzeitige Politik sehr wohl handelt, wenn auch sehr träge, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, was sie da tut.
Ich bin mittlerweile so weit, daß ich mir Facebook kaum noch antue, ich bin per Chat (noch) erreichbar, aber posten werde nun wieder mehr auf meinem Blog. Und kommentieren werde ich nichts mehr. Wer mich von seiner Freundesliste wegen dieses Posts streichen will – bitteschön.

Vertrauensverlust

Seit Jahren schwindet das Vertrauen in die Politik. Probleme entstehen, werden von der Regierung zum Teil mitverursacht, es wurden aus meiner Sicht fatale Entscheidungen getroffen, die dazu führten, wo wir heute sind. Die Menschen haben Angst, gerade die, die noch etwas zu verlieren haben. Und diese Angst ist – leider – nicht unbegründet. Wir haben massive Probleme, wenn man nur mal die Stichworte „Renten“, „Pflege“, „Gesundheitsversorgung“ und in Ballungsräumen „Wohnungsnot“ ansieht. Dinge, von denen man zum Teil glaute, daß „der Markt es schon richten“ wird. Schlimmer noch: Es wurde sogar propagiert, daß unsere Demokratie „marktkonform“ gestaltet werden soll. Was ist denn „der Markt“ ? – Wenn ich es recht betrachte, ist es einfach nur ungezügelte Gier. Sonst nix. Aber das ist ein anderes Thema.
Die AfD wird – vorallem im Osten – stärker und ist laut Umfragen dort wohl inzwischen flächendeckend stärkste Kraft. Eine Partei, die es zwar schafft, Probleme gut zu benennen, selbst aber keine bzw. falsche Antworten bietet, ja, sogar in meinen Augen fatale Schlußfolgerungen zieht. Eine Partei, die mit jenen Kräften recht offen zusammenarbeitet, die Deutschland in Schutt und Asche legten (das kann ich garnicht oft genug sagen, anscheinend) und gleichzeitig „die Heimat und den Glauben schützen“ will (Wahlplakat aktuell). Dabei sieht man ein Kreuz mit einem Buch, soll wohl die Bibel sein. Nun hat sich allerdings niemand dagegen innerhalb der AfD, auch nicht die „Christen in der AfD“ dagegen echauffiert, als jene AfDler in Chemnitz mit „Odin statt Jesus“-Jüngern marschierten. Daher weht nämlich in meinen Augen der wahre Geist der AfD. Aber gut, auch das nur mal so am Rande.
Das Kernproblem ist doch, daß die Menschen in Regierung und Politik, in den „etablierten“ Parteien kein Vertrauen mehr haben und deswegen aus einer Art Reflex zur AfD rennen. Daß es noch andere Alternativen gibt, wird dabei vergessen, nein, man sagt „die und die sind halt nicht groß genug, dann doch lieber AfD, da geht meine Stimme nicht verloren“. Das Kernproblem bleibt aber ein Vertrauensverlust. Und den sehe ich hauptsächlich beim sog. „Verfassungsschutz“ (Bundesamt für Verfassungsschutz, BfV).
Eine Behörde, die nach dem Attentat von Amri im Dezember 2016 in einer kleinen Anfrage der Grünen im Januar 2017 schlichtweg angelogen hat, indem behauptet wurde, daß Amri mit dem BfV gar nichts zu tun hatte. Es war eine dreiste Lüge, wie sich herausstellte. Gleichzeitig verhindert die Regierung die Aufklärung eben dieses Anschlages, wo sie eben kann. So ähnlich wie es auch beim NSU-Prozeß lief.
Wer es „da oben“ noch nicht begriffen hat: Das schafft Mißtrauen. Zusätzlich noch, wenn der Chef des BfV, Herr Maaßen, offensichtlich mit der AfD kooperierte. Das sagt mir, daß er der AfD nahesteht. Und dann frage ich mich: Wem hat der Anschlag von Amri am meisten genützt? Der AfD. Wenn ich das so zusammenzähle, komme ich unweigerlich auf den Gedanken (der hoffentlich nicht der Wahrheit entspricht!!), daß das BfV den Anschlag zuließ, um Haß zu schüren. Ich bin mittlerweile so weit, daß ich das diesen Leuten zutraue. Und es würde erklären, warum die Verantwortlichen Parteien deswegen so „mauern“. Ich bitte nun alle Verantwortlichen, dieses Mißtrauen zu entkräften und endlich Licht in die Sache scheinen zu lassen!

Murx und Wirkung

Am Anfang schuf der Mensch die Hard-, dann die Software und er erkannte, daß es nicht perfekt war. Doch er baute weiter und es wurde bunt. Die Menschen erfreuten sich der bunten Bilder und Sequenzen, denn sie liebten das Zocken.
Doch es kostete Geld und das Geld wanderte zu den Leuten, die aus dem Geld noch mehr, ja, vielmehr Geld machen wollten. Die Menschen nickten es ab und gaben das Geld, um noch mehr bunte Bilder und Sequenzen haben zu können.
Doch die Leute, die danach das Geld hatten, nahmen es und kauften den Markt, so daß die Menschen fast nur noch ein Betriebssystem benutzten. Fehlende Bausteine des Systems wurden mit Geld einfach eingekauft und wie Bausteine eingebaut. Doch der Mörtel war Murx und bröckelte, manche PC-Systeme stürzen daraufhin ab, bzw. ein und die Menschen mußten es neu installieren. Der Hersteller war zufrieden und befand, daß sein Werk für sich gut war. Die Menschen jedoch ächzten, denn das Betriebssystem hatte noch einen DOS-Kern und gab nur vor, echt multitaskingfähig zu sein.
Doch der Hersteller bediente sich eines anderes Betriebssysetems, das er dann weiterführte. DOS war tot, aber keiner trauerte ihm eine Träne nach, denn das „neue“ System war stabiler, hatte aber immernoch viele viele Fehler.
Es kamen Machtmenschen hinzu, die sich dieser Fehler bedienten, ausforschten und ebenfalls auf unsicheren Systemen ablegten, um viele User auszuspionieren und auf deren PCs zuzugreifen. Denn der „Mörtel“ des neuen Systems war auch nicht gut, es reichte vielleicht gerade so, daß das „Bauwerk“ nicht von selbst in sich zusammenstürzte. Doch die Computer wurden vernetzt und konnten sich so austauschen, es wirkten nun weitaus größere Kräfte am „Bauwerk“, den die User versuchten, mit Virenscannern beizukommen, doch es half mehr schlecht als recht.
Böse kriminelle Machtmenschen griffen nun auf die Fehlerliste der vermeintlich „guten“ Machtmenschen zu und vollführten ein Feuerwerk, um möglichst viele Computer lahmzulegen. Die Menschen erkannten lange nicht, wie abhängig sie sich von einem Computer und einem Betriebbsystem gemacht haben und spürten vielleicht zum ersten Mal, welche Macht wenige Menschen und ein Konzern über sie hat.

Das postfaktische Zeitalter

Ich dachte immer, Entscheidungen, gerade von Verantwortlichen, fußen auf Fakten. Vielleicht war das früher mal so, als man es sich (anscheinend) nicht leisten konnte, „postfaktisch“ zu handeln.
Heute fußen viele Entscheidungen auf Gefühlen. Das fand ich anfangs sehr verwirrend, weil ich ja weiß, das Gefühle nun wirklich nichts sind, worauf man sein Leben aufbauen sollte. Ich glaube, daß Gefühle letztlich ein Ergebnis von Gedanken sind. Und Gedanken könnte man sich ja aufgrund von Fakten machen. Also wären Gefühlswahlen ja dann doch faktenbasiert.
Das Ding ist jedoch, daß die meisten sich kaum um Fakten scheren. Redet man zB mit AfD-Befürworten, merkt man schnell, daß eben diese, ich nenne sie mal „AfDler“ glauben, daß die AfD das tut, was eigentlich die Linken im Programm stehen haben (zb eine gewisse Umverteilung von „reich“ nach „arm“). Wenn man versucht, mit Fakten zu argumentieren, heißt es dann schnell, daß die meisten Menschen die Fakten kognitiv nicht verarbeiten können. Ich bin mir da ehrllichgesagt nicht sicher, vielmehr scheint es mir eher so, als wäre die „breite Masse“ schlichtweg zu faul dazu. Es ist natürlich leichter, sich eine vorgekaute Meinung („scheiß Ausländer!“) anzueignen anstatt sie sich selbst zu bilden (und etwa mal zu schauen, wieviel die „scheiß Ausländer“ uns, verglichen mit zB den Steuerersparnissen von IKEA, Amazon & Co tatsächlich kosten). Entsprechend fallen dann auch die Wahlen aus. Und postfaktisch reagieren da meiner Meinung nach die derzeit regierenden Politiker darauf („wir verstehen den Rechtsruck nicht“), statt mal zu überlegen, ob es nicht vielleicht doch mit Geldverteilung, Lobbyismus und Aushöhlung vom Grundgesetz zu tun hat.
Postfaktisch erlebe ich auch die Benutzung von diversen „praktischen“ Dingen im Internet. Da werden im Prinzip Verträge per Touch (akzeptieren der AGB) abgeschlossen, ohne, daß man sich die Verträge durchgelesen hat.
Postfaktisch ist meiner Meinung nach auch die Tatsache, daß man Windows noch als ein „professionelles System“ benutzt. Dabei begünstigt es zumindest Industriespionage. Meine Beweiskette dazu: Seit 1999 ist bekannt, daß es einen „NSA-Key“ im Windows-System gibt. Seit 2013 (Snowden) wissen wir, daß es tatsächlich das ist, wonach es klingt. Und man ist sich recht sicher, daß die NSA Industriespionage (zumindest begünstigt. Faktisch sehe ich das simpel so, daß man Windows nicht mehr als „professionelles System“ sehen kann (wenn ich den Quellcode dazu nicht einsehen kann).
Aber es wird, wie es so schön heißt, „politisch beschlossen“. Wenn man dumme Entscheidungen trifft, heißt es dann eben auch, „das ist eben politisch“, also eine vornehme Umschreibung für eine Scheißentscheidung.
Wenn wir als Gesellschaft und Politik demnach nicht mehr der Realität ins Auge sehen können, weil sie uns (von den Medien) vorenthalten wird oder wollen, weil sie wir uns mit anderen Dingen davor ablenken, geraten wir alle in eine gewisse Schieflage, die heute schon bemerkbar ist, in Zukunft jedoch viel schlimmer sein wird.
Das Problem sehe ich dabei nicht in den Herausforderungen, die wir haben, sondern darin, daß man sich nicht mehr mit den Problemen beschäftigt, sondern oft irgendwie schnell handelt, um zu zeigen, daß man was tut. Aber eben diese Handlungen erscheinen mir ebenfalls „politisch“.
Ich könnte nun auch anführen, daß wir uns nicht wundern brauchen, daß wir so viele Flüchtlinge kriegen und wer glaubt, Frau Merkel hätte sie einfach so ins Land gelassen, irrt: Merkel reagierte, was hätte sie machen sollen? Einen Schießbefehl erteilen, um zig- oder hunderttausende abzuknallen? Nein, die Flüchtlingswelle ist ein Ergebnis von Waffenlieferungen, fehlenden Geldern zur Ernährung der Flüchtlinge vor Ort und dem Ruinieren der afrikanischen Wirtschaft durch EU-Handelsabkommen („TTIP für Arme“). Das Problem ist also nicht direkt Frau Merkel, die scheinbar unsere Grenze geöffnet hat, sondern die Gier der ganz Reichen (Manager von Waffenherstellern und anderen Großkonzernen), die den Hals nicht vollkriegen. Dagegen müßte man was tun, nicht gegen „die scheiß Ausländer“! Und ja, Frau Merkel bzw. deren Partei begünstigt genau das und wird (trotzdem oder deswegen?) wiedergewählt. Achso ja, und Realsatire ist meiner Meinung nach auch, daß sich jetzt viele darüber Beschweren, daß sie zum 4. Mal antritt. Dazu kann ich nur entgegnen „Wer Jahre und Jahrzehnte lang die Alternativlosigkeit gewählt hat, braucht sich jetzt nicht genau darüber wundern!“
Wahrscheinlich liegt ein Kernproblem in der unterschwelligen Aussage, daß das beste bereits hinter uns liegt und daß es damit unvermeidbar ist, daß wir immer mehr in die Scheiße geraten. Ich glaube jedoch, daß das Blödsinn ist. Möglicherweise geht es uns zu gut, daß wir uns immer mehr „politische Entscheidungen“ leisten können.
Ich bin an der Stelle immerwieder froh, Christ zu sein, auch, weil ich weiß, daß das beste noch vor mir liegt.

Aussenpolitik.

Im Grunde ist es einfach, die Lage in der Türkei einzuschätzen. Gerade wer nüchtern bis 3 zählen kann und im Geschichtsunterricht aufgepaßt hat, sollte erkennen, daß der „Putsch“ vom Führer Erdogan inszeniert wurde, um danach das Land politisch zu säubern. Ich ziehe da eine enge Parallele zum Röhm-Putsch 1934 in Deutschland.
Was nun in der Türkei als nächstes kommt, ist der Umbau von einem Rechts- zu einem Unrechtsstaat. Schon jetzt wurden ettliche mögliche Gegner Erdogans entlassen, nun arbeitet er aktiv daran, die Todesstrafe (wieder) einzuführen, um seine Gegner entgültig unschädlich zu machen. Also es wird auf eine Art Reichsermächtigungsgesetz hinauslaufen.
Wenn der türkische Führer nun innenpolitisch „fertig“ ist, wird er außenpolitisch aktiv werden. Das bedeutet, er wird einen Krieg anzetteln, dessen Beginn natürlich nicht Erdogan bzw. die Türken, sondern „die anderen“ angefangen haben.
Meine Güte, so schwer ist das doch nun wirklich nicht!

Schöne neue, smarte Welt

Es ist schon erstaunlich, wie ein Volk kollektiv seine Freiheit wegschmeißt. Eine Freiheit, die über lange Zeit erkämpft wurde. Aber es ist natürlich nur allzu verführerisch, wie das geschieht. Sicher, vieles wird dem User einfach einfach gemacht – und der blutet dafür versteckt und zunächst unbemerkt umso heftiger. Beispiel Whatsapp: Ich weiß nicht, seit wann es das XMPP (Jabber Chat Protokoll) gibt. Da Jabber noch aus der ICQ-Zeit stammt, ist es sicher schon 15 Jahre alt, eher älter. Es gibt viele Clients für alle Plattformen vom uralt-PC bis hin zu jedem (!) Smartphone. Sicher, die Clients sind oft nicht so gut ausgearbeitet, was jedoch auch oft daran liegt, daß das politisch auch so gewollt ist (zB chatsecure in Apples iOS).
Segen und Fluch zugleich: Freiheit, nämlich, die Freiheit, sich bei einem frei gewählten Jabber-Server anzumelden, mit einem frei gewählten Nicknamen. Alternativ: Einen eigenen Jabber-Server aufmachen. Das funktioniert sogar theoretisch auf einem RaspberryPi hinter einer Fritz!Box, sofern man sich bei NoIP bzw. MyFritz angemeldet hat (um bei wechselnden zugewiesenen IP-Adressen immer denselben Hostnamen zu behalten).
Das scheint aber alles viel zu kompliziert. Nein, es muß für Strunzdoofe sein. Aber auch da gibt es zB bei Pidgin und/oder xabber die Möglichkeit, sich direkt per App sich auf einem Server, der das zuläßt, zu registrieren. Hint: Da Jabber Open Source ist, also, kein Geld dahintersteckt, kennt es keiner.
Nun kommt die Whatsapp daher, krallt sich den ejabberd, modelt ihn um und macht daraus eben den eigenen Whatsapp-Server, bastelt noch ein klickibunti obendrauf und fertig ist die Sause. Scharenweise registrieren sich die Nutzer und so erreicht Whatsapp eine gewisse Marktmacht. Kaum einer denkt daran, was er tut, wenn er sich diese App installiert. Mal Hand aufs Herz: Wer hat sich im einzelnen durchgelesen, worauf diese App alles Zugriff haben möchte? Ich schon – und mir wurde schlecht. Aber mit einem tip auf dem Display ist das auch schon wieder weg. Man verdrängt es, wohlwissend, daß man so etwas unterstützt, was doch eigentlich falsch ist. Aber es ist ja so einfach und alle nutzen es. Und doch bleibt am Ende ein Hauch von schlechtem Gewissen.
Was will denn Whatsapp alles wissen und worauf möchte es Zugriff haben:
1) Die Handynummer.
Für mich als Handy-Nutzer, der sein Handy kaum nutzt, ist das wahrscheinlich egal. Die können sie haben. Ich benutze mein Handy hauptsächlich, wenn ich Rufbereitschaft habe.
2) Standort
Man kann den Standort eines Gerätes sowohl per GPS als auch per Netzwerk feststellen. Das wird verarbeitet. So kann Whatsapp also ein Bewegungsprofil erstellen.
3) Zugriff auf den Handyspeicher
Whatsapp kann auf alles, was gespeichert wurde, zugreifen. Ob dabei ggf. Daten „nach Hause“ (also zu Whatsapp) gefunkt werden, weiß man nicht. Dazu gehören eben auch alle möglichen Bilder und Videos, die man erstellt/geknipst hat.
4) Zugriff auf die Kamera
Nehmt euer Smartphone mit aufs Klo und sie können euch beim Kacken zuschauen. Theoretisch.
5) Zugriff auf das Mikrofon
Wolltet ihr schon immermal eine Wanze mit euch rumschleppen?
6) Zugriff auf Kontoinformationen
Ich gehe mal davon aus, daß man so auch andere Kontoinformationen, mindestens also den Login und den zugehörigen Server, ablesen kann. So weiß man zB, wo man seine E-Mails abruft. Wahrscheinlich könnte man relativ einfach auch die Passwörter dazu hacken.
7) Zugriff auf Kontaktinformationen
Stellt euer Adressbuch doch gleich irgendwo als plain Text (Klartext) online.
8) Zugriff auf SMS
Das muß sie tun, weil man sich per SMS registriert. Das ist ist heute vmtl. weniger wichtig, weil wegen Whatsapp ja kaum noch einer SMS verschickt. Wenn doch, wird auch das natürlich mit hoher Wahrscheinlichkeit „nach Hause“ gefunkt – kost ja nix.
Es gibt noch mehr, was die Whatsapp wissen will, denke ich. Aber das fiel mir gerade so ein.

Die AGB sagt ferner, daß alles, was über Whatsapp verschickt wird, auch an Whatsapp geht. Das heißt also, wenn ihr ein süßtes Kleinkind fotografiert und das per Whatsapp verschickt, und Whatsapp gefällt das und kann das Bild verkaufen, wundert euch nicht, wenn dann eines Tages jenes Kind auf einem Werbeplakat Werbung für NesTea macht (oder sonst einem Zuckerwasser) – verhindern könnt ihr das dann jedenfalls nicht.

Das ist nur ein Beispiel von sicherlich vielen, ach-so-bequemen Apps, die unser Leben ach-so-smart machen. Sport-Apps, die die schritte zählen, etc. pp. Viele „nette“ Spielereien, die am Ende kein Geld – aber doch eure Daten kosten. Und die werden meiner Meinung nach völlig unter Wert verkauft.

Richtig schlimm finde ich, wenn man mehr oder weniger dazu gezwungen wird. Ich fürchte, daß ich eines Tages kein normales Auto, keine Normale Spül- oder Waschmaschine mehr kaufen kann, weil sie dann alle „smart“ sind, sich alle an einem Netzwerk anschließen müssen und sich „im Internet“ erstmal anmelden müssen, bevor sie funktionieren. Der Trend geht dahin und fast alle finden das auch noch geil. Ich nicht. Mir wird, wie gesagt, schlecht bei dem Gedanken.
Es führt noch zu etwas anderem: Wir geben unser Leben aus der Hand. Das ist schön bequem, wenn wir nicht mehr selbst schauen müssen, ob das Waschmittel alle ist, oder kein Käse mehr im Kühlschrank. Es wird automatisch nachbestellt.
Schon heute wird man durch sozialen Druck dazu gezwungen, seine Würde an Whatsapp abzugeben, weil mehr und mehr statt E-Mail die Whatsapp benutzen. Es ist ja so viel bequemer. Und doch hat es einen Haken: Man gibt Kontrolle an einen Konzern ab. Das muß jedem klar sein.

Das gilt auch inzwischen für viele „smarte Geräte“. Apple ist dort sehr konsequent: Ich habe für iOS bislang keinen Jabber-Client gefunden, der wirklich gut funktioniert. Der App „Chatsecure“ wird von Apple verboten, im Hintergrund zu laufen. Kontrolle geht anders: Der Benutzer selbst sollte das doch entscheiden dürfen! Aber das aus-der-Hand-geben von Kontrolle gibts eben auch für Android: Der Benutzer hat eben keine Adminrechte. Erstmal. Verschafft er sich die, erlischt oft der Garantieanspruch. Man kriegt jene „smarte Geräte“ mit Firmwares, die man nicht tauschen kann, deren Programmablauf man nicht beeinflussen bzw. einsehen kann, man kauft also eine „black Box“ und darf sie benutzen, aber nicht wirklich besitzen. Mein Eindruck ist, daß das die meisten auch gar nicht wollen, denn damit schieben sie die Verantwortung der eigenen Datensicherheit auf eben jene Konzerne ab, von denen sie ahnen und glauben, daß ihre Daten nicht geschützt sind. Pseudoargumente sind dabei „ich habe ja nichts zu verbergen“ und „die anderen machen das doch auch“. Letzteres ist kein Argument für mich, denn wenn etwas falsch ist, dann ist es falsch, egal, wieviele es noch tun. Es ist in meinen Augen falsch, weil man betrogen wird: Werden Sicherheitslücken im Android gefunden, werden sie für ältere Geräte nicht mehr geschlossen. Klar, denn eine Firma, die ihr Geld bekommen hat, hat kein Interesse daran, daß der Benutzer das Gerät sicher weiterbenutzen kann, der soll sich gefälligst ein neues kaufen. Apple gibt Upgrades heraus, die jedoch ältere Geräte bis zum Erbrechen ausbremsen und so unbenutzbar machen.

Ich schaue mir das an und frage mich, warum die Menschen ihre Würde, ihre Freiheit bzw. große Teile ihres Lebens dabei einfach so wegschmeißen. Nachvollziehen kann ich es nicht. In immer mehr Bereichen kommen eben diese „smarten Geräte“ und übernehmen letztlich Kontrolle. Und genau darum geht es meiner Meinung nach: Kontrolle.

Nun ist die Politik daran, das Bargeld abzuschaffen, oder, naja, einzugrenzen. Immerwieder wird dabei das Pseudoargument des „Terrorismus“ angeführt, was ich für lächerlich halte. Immer dann, wenn die Politik mehr überwachen oder kontrollieren möchte, geschieht das aufgrund der „Sicherheit“ und weil man etwas gegen den Terror tun muß. Für mich ist das Sicherheitsesoterik. Ist das Bargeld mal weg, können Geldflüsse verfolgt werden. Einmal mehr sind wir gläsern. Einmal mehr wird Kontrolle gegen ein Stück undurchsichtiger Elektronik getauscht.

Ich bin Christ und sehe dem ganzen irgendwie auch gelassen gegenüber, ja, ich fühle mich in meinem Glauben irgendwo auch bestätigt: Die Bibel sagt in Offenbarung 13, 16-17: „Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, dass man ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt; und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.“ Wenn ich nun „Malzeichen“ gegen „Chip“ (zum Bezahlen) tausche, sehe ich, wo die Reise hingeht.

Lange fragte ich mich, warum Gott die Welt so kaputtmachen will, wie es in der Offenbarung beschrieben wird. Heute glaube ich mehr und mehr, daß die Gesellschaft sich die Suppe selbst einbrockt. Freillig, wissentlich, ignorant und damit auch willentlich. Ich kann darüber nur mit dem Kopf schütteln.

Ziemlich arm…

Ich bin kein Freund der AfD, aber ich bin ein Freund von Pluralismus und einer, der gerne Probleme durch Diskussion ausgefochten sieht. Das geht eben nur, wenn man sich mit einer anderen Meinung auseinandersetzt. Stattdessen wird die andere Meinung einfach versuchsweise insofern mundtot gemacht, daß man sich nicht mit ihr auseinandersetzt oder setzen will.
Die SPD und die CDU hat in Rheinland-Pfalz die sog. „Elefantenrunde“ abgesagt. Die SPD, um sich nicht mit der AfD auseinanderzusetzen und die CDU, weil die SPD nicht erscheinen möchte. Ich finde das arm und absurd und es zeugt in meinen Augen gerade jetzt von einer Unfähigkeit zur Diskussion und zum Abwürgen von Pluralismus.
In diesen Tagen wären Verantwortliche mit Arsch in der Hose gefragt, die sich der AfD stellen, die sie mit ARGUMENTEN entlarven. Anscheinend ist das nicht gewünscht. Das Mantra „Die AfD ist böse“ wird so nicht funktionieren und das, was gerade abgeht, spielt ihr in die Hände. Herzlichen Glückwunsch.
Es zeugt von einer ungeheuren politischen Unfähigkeit, wenn man sich dieser Diskussion entzieht, denn es ist Wasser auf den Mühlen der AfD, die sich nun garnicht argumentativ stellen muß, sondern einfach so weitermachen kann wie bisher.