Kur-Tour: Mit dem Rad von Ober-Ramstadt zur Ostsee

Als meine Frau ihre Kur genehmigt bekommen hat, plante ich schon, daß ich zum Ende eine Radtour dorthin. Und ich hatte mir grob recht schnell gewußt, welche Route ich da nehmen würde:
Vom Rhein-Main-Gebiet über die Kinzig und den Bergwinkel ins Fulda-, dann ins Werra-Tal, von dort ins Leinetal, dann am Harz vorbei in die Heide ans Meer. Bei genauerer Planung fiel mir auf, daß ich ja bei meiner Großcousine übernachten könnte, doch die Strecke dorthin. Ich habe geübt und es gewagt.

1. Tag: Ober-Ramstadt – Oberellen: 208km
Leider ist der GPS-Empfänger meines Handys nicht so dolle, sodaß ich erst ab Alzenau mitgetrackt habe.

Ich fuhr um 5:45 los. Ich war schon lange wach. An der Funkanlage Mainflingen vorbei über de Main war ich sogar in Bayern. Ich kann so ein klein wenig ins Kinzigtal abkürzen. Dort kann man gut radeln und man sieht zB Störche.
In Bad Soden-Salmünster hab ich dann erstmal was gegessen. nach ~80m tat das gut :). Ich hatte Respekt vor dem Aufstieg in den Bergwinkel. Immerhin ist das die Wasserscheide Rhein/Weser. Ich war dann aber überrascht, wie schnell und leicht das war. Ich konnte den R3 folgen. Das ist gut, da muß man nicht so viel denken und navigieren.

Den R3 folgte ich bis Fulda.

Noch vor Fulda ist Hünfeld ausgeschildert, allerdings verlieren sich die Schilder und ich navigierte mit dem Handy. In Hünfeld fing es an zu regnen. Nicht viel, aber es drückte schon auf die Stimmung. Immerhin mußte ich noch eine Ecke fahren. Da ich die Kegelspielbahn erst an deren Ende „kennenlernte“, fuhr ich diesen Radweg nicht.
Ich hatte ziemlichen Durst, als ich in Wenigentaft ankam. Ich sah einen Mann mit einem Glas Wein in einem Innenhof stehen. Ich hielt an. Bemerkte, daß es ein Getränkeladen war. Der Mann sah (für mich) aus wie ein gelernter DDR-Bürger, aus dem Radio dudelten die Puhdys – ich wußte, ich war in Thüringen. Hab mich da mit Getränken versorgt und weiter gings. Die Taft, dann die Ulster, dann die Werra runter. Wieder in Hessen, dann gings erstmal nach Thüringen. Ich machte danach einen Tag Pause :).

2. Tag: Oberellen-Göttingen: 136km

Es war der wohl schönste Tag mit dem „Sahnestück Werratal“. Gerade in Thüringen ist das Tal eng und beschaulich geht es über kleine Brücken.

Wieder in Hessen ist das Tal weiter und in Eschwege hört, wie eigentlich immer in den größeren Städtchen, die Beschilderung auf. Ich navigierte per Handy und kam dann rechts der Werra wieder raus. 1988 radelte ich noch links der Werra und ich sah die verbarrikadierte DDR an der Stelle. Diesmal fuhr ich durch Thüringen und verspeiste in Lindewerra nochmal ne Thüringer Bratwurst. Weniger Kilometer später verließ ich das Werratal und kam ins Leinetal.

Werratal

In Göttingen war ich noch bei Georg Christoph Lichtenbergs Gartenhaus und fand auf dem Markt eine kleine Statue von ihm. Danach war ich im Hotel.

3. Tag: Göttingen-Gifhorn: 148km

Bis Northeim war die Strecke gut und ausgeschildert. Danach wars schwierig. Die Route vom Niedersächsischen Radroutenplaner hatte ich aufm Handy und ich folgte ihr – bis ich dann im Wald landete. Der „Weg“ war wohl eine Schneise, die der Bauer Harms 1771 beim Holz rücken mit deinem Ochsen gezogen hatte. Diese Schneise nutzten danach Wildschweine zum flanieren und 244 Jahre später hat ein „netter“ Mensch diese Schneise als „Weg“ eingetragen – und der Radroutenplaner hat ihn übernommen. Wie auch immer: Ich kam durch und am Ende war das Gras hüfthoch.

Ab Seesen wurde dann auch flacher und ab Salzgitter bemerkte ich keine Berge mehr. Vor Braunschweig machte ich mir Sorgen darüber, wie ich eben durch die Stadt komme. Ich lernte aber einen netten Menschen kennen, dem ich erstmal einfach hinterherfahren konnte. Ich hätte das NIE gefunden! Und dann erklärte er mir, daß es um Braunschweig herum ein Ring-Gleis gab, das nun ein Radweg ist und dem muß ich folgen, bis es nach Norden abging. Jo! Klappte! Ich hielt bei einer Art Biergarten an, weil da etwas von Bratwürsten stand. „Die gibts nur wenn die Eintracht spielt“, sagte mir die junge Frau am Tresen. „Welche?“, fragte ich dann. Sie kniff die Augen zusammen und sagte nach ein paar Sekunden „na Braunschweig!“. Ich grinste, trank ein Spezi und fuhr weiter.


Nördlich von Braunschweig sah ich dann Ölpumpen. Und ja, die liefen noch!

Am Ende ds Tages freute ich mich auf mein Bett und in Gifhorn fand ich dann auch die Poststraße. Aber die 27 nicht. Ich rief im Hotel an, das ich gebucht hatte. Schnell kam raus: Ich wähnte, in Gifhorn gebucht zu haben – buchte aber in Wolfsburg! Ich fand dann aber eine feudale Alternative, zahlte mehr und konnte in Wolfsburg stornieren. Das Radler schmeckte besonders gut.

4. Tag: Gifhorn-Büchen: 140km

Der Tag begann recht schön. Ich war quasi schon in der Heide. Flach, die Berge hinter mir. Nach ca. 25km schwenkte ich in den Elbe-Seitenkanal-Weg auf dem Deich ein und freute mich, weil ich ja die nächsten langen Kilometer nur noch folgen mußte. Aber es gestaltete sich als sehr zäh und bei beständigem Gegenwind war das wirklich am anstrengensten. Ich spürte meinen Hintern zum ersten Mal. Und man bekam das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen. Dazu kam noch, daß 2x der Weg gesperrt war und ich dann doch noch navigieren mußte.
Bei Lauenburg betrat ich zum ersten Mal seit 1979 mal wieder Schleswig-Holstein

Elbebrücke bei Lauenburg

Mit Schleswig-Holstein hatte ich wieder Hügel, Abwechslung, ich fuhr dann aber trotzdem die Landstraße bis nach Büchen und konnte in dem urigen Gasthof sehr gut essen.

5. Tag: Büchen-Neustadt(-Pelzerhaken): 118km (133km)

Ich befürchtete schon schlimmes, denn ich mußte wieder einem Kanal folgen. Der Elbe-Lübeck-Kanal ist allerdings enger und schlängelt sich. Außerdem hatte ich weniger Gegenwind und kam bis Lübeck gut voran.

Danach machte ich noch einen Abstecher nach Mecklenburg. Nach insgesamt 722km erreichte ich dann die Ostsee.

Ich bin per Fähre über die Trave, direkt an der Mündung, und dann Richtung Neustadt in Holstein. Ich mußte den Timmendorfer Strand und Scharbeutz passieren. SCHLIMM!!! Man kommt nicht vorwärts, alternativ über die Land- oder Bundesstraße darf man nicht und ein alternativer Radweg war nicht ausgeschildert. In Scharbeutz wurde ich dann angeraunzt, weil ich zu schnell war. „Zu schnell“ heißt dabei 20km/h. Was denken die eigentlich, wie man radfährt? Soll man die (gefühlten) 15km sein Rad da schieben? Ich hab zurückgeraunzt und meine Situation sehr direkt erklärt.
Um 17Uhr kam ich dann in Neustadt an. Ich checkte im Hotel (118km) ein und fuhr zu meiner Familie nach Pelzerhaken und zurück.

Meine Kilometerangaben habe ich von meinem Tacho. GPS scheint da abzuweichen. Ich bin Laut Tacho 750km bis Neustadt in 5 Tagen geradelt.

Themen und deren Aufmerksamkeit

Es ist schon abenteuerlich, auf welche Weise Themen behandelt werden. Wie sie in den Vordergrund treten, obwohl sie eigentlich garnicht so wichtig sind.

Das Klima-Ding kursiert seit Jahrzehnten. Anfangs befürchtete man noch, daß der Meeresspiegel um 150m steigen würde. Frankfurt wäre dann Nordseehafen geworden undsoweiter. Keine Ahunng, auf welchen Zahlen das beruhte, ich kann mich jedoch noch an das Bild erinnern und die Anzahl „150m“.

Es ruhte. Eigentlich die ganze Zeit. Vor 15 Jahren kam erstmals die Meldung, daß es kein „zurück“ mehr gibt. Ein kurzer Aufschrei, dann wieder Ruhe. Nun läßt sich die junge Bevölkerung nicht mehr das Thema nehmen und demonstriert. Gut.

Wenn vor 5 Jahren irgendein AfD-Politiker in ein Mikrofon gerülpst hat, waren die Medien da und schenkten diesen (sorry) Idioten uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Man echauffierte sich, man regte sich auf und beflügelte damit den braunen Sumpf.

Homosexuelle sollen von mir aus nach Leben wie sie wollen. Es betrifft ohnehin nur wenige in unserer Gesellschaft. Dieses Thema jedoch wird zumindest von mir gefühlt sehr hochgehalten. Warum? Haben wir nicht andere Themen, die wichtiger sind?

Wenn es um Menschen geht, denke ich in letzter Zeit an verfolgte Christen. Das sind mittlerweile mehr als 100Millionen Menschen. Verfolgte. Weltweit. Um ihres Glaubens Willen. Dabei wird oft von den Verfolgern behauptet, die USA würde da politisch ihre Finger im Spiel haben, um das Land zu destabilisieren. Das ist Unsinn aus meiner Sicht. In China wurden in den letzten wenigen Jahren 6000 Gemeinden geschlossen und deren Pastoren inhaftiert, weil sie nicht die Propaganda der Partei tröteten. Davon höre und sehe ich in den Medien überhaupt gar nichts. Es sind ja nur Christen, so scheint es mir. Und sie sind ja selbst Schuld, daß sie an diesen Gott glauben, oder? Das ist die Botschaft, die mir dabei von den Medien übermittelt wird.
Ich befürchte, #Hanau zeigt uns, was uns Christen in unserem Land blühen könnte. Mir wurde wegen meines Glaubens vor 15 Jahren schon gedroht. Und meiner Frau. Uns sollte etwas zustoßen. Ich habe es der Polizei gemeldet und es wurde gehandelt. Das war wohl deshalb vergleichsweise harmlos, weil keine größere Gruppe dahintersteckte.

Ich will dabei nur eines sagen: Nicht die Christen sind daran Schuld, daß sie verfolgt werden, sondern deren Verfolger, das sind nämlich Terroristen. Egal, ob staatlich oder religiös beauftragt. Wenn Menschen wegen ihres Glaubens vergewaltigt, getötet, verschleppt und/oder Familien auseinandergerissen werde, ist das Terror! Und nichts anderes. Und unsere Medien sollten das mal genau so transportieren.

Saat und Ernte

Nun haben wir den 3. großen Anschlag in unserem Land mit rechtsradikalem Hintergrund binnen eines Jahres. Zweifelsfrei, das werden selbst die eingefleischten Rechtsaußen nicht leugnen können, auch wenn sie es versuchen. Mal wieder ein Einzeltäter. Die Politik abseits der AfD geben dem braunen Sumpf, in dem viele AfDler quaken, die Schuld. Zurecht.

Seit langem, seit Jahren beobachte ich den aufkommenden rechtsradikalen Terror und ja, es ist Terror, wenn Menschen gedroht wird, wenn sie wegen falscher Rasse oder falschen Ansichten umgebracht werden. Was soll es denn sonst sein? Und es sind nicht wenige, denen gedroht wird. Jene Menschen, die sich nicht vor dem braunen Terror einfach feige wegducken, sondern klar Farbe (abseits von braun) bekennen.

Jahrelang beherbergt die AfD eben solche Terroristen in ihren eigenen Reihen. Spätestens seit Chemnitz ist für mich klar, daß die AfD in weiten Teilen (nicht die gesamte Partei) mit eben diesen rechten Terroristen kooperiert und unser Land am liebsten im Bürgerkrieg versinken sehen will, damit sie selbst an die Macht kommt und „aufräumen“ kann. Die AfD selbst schafft es wohl nicht, sich diesen Rechtsaußenleuten zu entledigen.

Und dann will Mister Super-GAU-Land (Name ist bei dem Mann ja echt Programm!) uns erzählen, daß es „Unsinn“ ist, wenn man die Schuld solcher Anschläge eben auch der AfD gibt. Natürlich ist sie das. Es liegt doch klar auf der Hand. Es wurde Haß von der AfD gesät und diese Saat geht nun auf. Das muß klar sein. Und wer diese Partei wählt, dem muß auch klar sein, daß diese Partei nichts weiter möchte als unsere Demokratie zu beseitigen. Sie behauptet das Gegenteil, schürt aber genau in diese Richtung.

Und all die, die nun behaupten, daß der Linksterror genauso schlimm ist: Nein. Ist er nicht. Linke terrorisieren auch. Das will ich gar nicht verheimlichen und Faschismus gibt es auch bei den Linken. Klar. Das kann man auch in meinem Blog lesen.
Dennoch liegt rein zahlenmäßig der Rechtsterror um ca. 100fach höher. Und es sind mehr Leute betroffen. Es werden gezielt die Leute terrorisiert, die sich gegen Rechts stellen und Aufmerksamkeit bekommen, also, in irgendeiner Weise „gefährlich“ werden. Wie war das? „Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden“ – und genau diese sollen „ausgeschaltet“ werden. Wie damals, nur heute digital und wenn das nicht hilft wird eben analog mit Prügeln oder Mord nachgeholfen.

Die Frage an uns alle ist dabei, ob wir das so zulassen wollen. Oder ob wir im Keim schon dieser braunen Brut (geistlich gesehen) Einhalt gebieten. Zusammen. Wenn wir das nicht tun, landen wir im Faschismus.

Digitalindustrie: Ihr habts verkackt!

Gerade in der Digitalwirtschaft erscheint mir das Wettbewerbsprinzip, das ja in unserem Wirtschaftssystem so großgeschrieben wird, für nichtig und es zeigt ein Gesicht des Kapitalismus, das eben Wettbewerb am liebsten abstellen würde. Der Kapitalist ist nicht an Wettbewerb interessiert, sondern schlicht und ergreifend nur an der effizientesten Vermehrung seines Kapitals. Dann wird eben notfalls Kapital in den Markt gesteckt, sodaß er so verzerrt wird, daß es keinen Wettbewerb mehr gibt. Paradebeispiel: Micro$oft, das mit schlechter Software einen Markt eroberte und seinen Wirtschaftsmachtbereich mit Kapital (also in dem Fall Geld) so erweiterte, daß von den Kunden noch mehr Geld erpreßt wurde. So sehe ich das.
Es „gewann“ also nicht das beste System, sondern das schlechteste, weil eben Kapital und (damit) Macht dahinter stand. Das war bis vor 20 Jahren auch noch nicht so ein großes Problem, denn die Rechner waren meistens offline.

Bis dahin ging es „nur“ um Geld und Marktmacht. Die Leute arrangierten sich mit einem Windows, das auf ihre Kisten oft mit allen möglichen unnützen und ausbremsenden Gadgets draufgerotzt wurde. In den 90ern war es u.a. normal, sein Windows alle halbe Jahre neu aufzusetzen. Absurd. 1999 entdeckte man bei einem Windows-Update einen wohl nicht gelöschten Kommentar. Der hieß „NSA-Key“. Ja, das war noch im letzten Jahrtausend! Es wurde rumorakelt, was das bedeuten soll und im Grunde ist es klar: Die NSA kann auf Windows-Systeme zugreifen. Eigentlich ist, spätestens seit Edward Snowden genau das bestätigte, klar, daß es nun nicht mehr nur im Geld und Macht geht, sondern um Würde. Die Würde eines jeden Kunden, der diese Produkte benutzt.

Spätestens seit Edward Snowden mißtraue ich jeglicher Software, die nicht quelloffen ist. Mit Ausnahmen: AVM (FRitz!Box) und SailfishOS (Jolla). Was diese beiden verbindet ist zumindest der Umstand, das deren Geräte über 7 Jahre (oder mehr) noch mit Updates versorgt werden. Und AVM zeigte, das sie auf Sicherheitslücken schnell reagieren können – und wollen! Das ist Kundenfreundlichkeit und schafft einfach Vertrauen. Das 2013 herausgekommene Jolla Smartphone, das inzwischen meine Tochter benutzt, bekommt bis heute System-Updates. Der größte Teil des Systems ist jedoch quelloffen. Doch es enthält eben auch propritäre Anteile.

Aber was geschieht abseits dieser „Nische“ ? Menschen kaufen sich ein Smartphone, vollgestopft mit geschlossener (propritärer) Software, die man nichtmal deinstallieren kann und bekommen vielleicht 2-3 Jahre noch Systemupdates vom Hersteller dafür. Sie kaufen sich also einen Computer, mit Kamera(s), Mikrofon(e), GPS-Empfänger, etc, der mit einer undurchsichtigen Software eines datengefräßigem, typisch kapitalistischem Konzerns betrieben wird. Da ist es eigentlich schon egal, ob das Google oder Apfel ist. Und dann installiert sich der Kunde auch noch Whatsapp vom Facebook-Konzern darauf, ebenfalls eine Kapitalistendatenkrake, die einen nachweislich Dreck auf ihre Kunden gibt, denn sie haben ja die Marktmacht, weils „jeder“ benutzt, weswegen „jeder“ zu deren Mist gezwungen wird, der mit denen kommunizieren will, die ebenfalls deren Dreck benutzen. Aber das ist deren Geschäftsmodell. Das gehört zum Wettbewerb.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es so schön in Artikel 1 Grundgesetz. Ist das wirklich so? Wenn ich mir vorstelle, daß Menschen sich milliardenfach deren Konzerne ausliefern, wird mir schlecht. In meinen Augen geben sie ihre Würde, ihren persönlichen Artikel 1 GG, bei jenen Konzernen ab. Für ein paar bunte Apps. Für „kostenlose“ Kommunikation oder „kostenlose“ Spiele. Ich habe zB die AGB von Whatsapp überflogen. Ergebnis: „Nein, das geht garnicht“. Es geht nicht. Sowas von garnicht. Und dankend sage ich diesem Konzern ins Gesicht: „Behaltet euern Scheiß!“ Meine Würde ist mir wichtiger als eure Software. Das gilt übrigens auch für die Google-Dienste, die im Mastodon so schön treffend „Goolag“ genannt werden. Die Google-Dienste sind auf nahezu jedem käuflichen Android-Smartphone erstmal fest installiert und können nicht gelöscht werden. Auch das ist in meinen Augen unwürdig, denn: Du darfst viel Geld für dein Smartphone ausgeben, es benutzen , aber (erstmal) nicht besitzen. Das gilt im Besonderen für Apple-Jünger.

Zähle ich das alles zusammen, kann ich zusammenfassend sagen, daß die Digitalindustrie es weitgegend verkackt hat. Sicherheitstechnisch, vom Verhalten gegenüber der Kunden bis hin zum Ausspähen. Schlimm ist, daß sich die meisten damit arrangieren. Dieses Arrangieren mit diesem System nervt mich, vorallem, weil der Staat feststellt, daß es die meisten Bürger ja willfährig tun – und damit ebenfalls Datenansprüche stellt. Damit werde ich in einen Topf mit den (gefühlt?) 99% der normalem Kunden geworfen. Das kotzt mich an. Es ist sicher nicht ganz vergleichbar, aber in meinen Augen geschieht da Unrecht, das normal geworden ist und mit dem sich die meisten eben arrangieren. Nein, man wird nicht eingesperrt, wenn man etwas dagegen sagt oder sich diesem System entzieht (wie auch immer geartet). Aber man wird eben ausgegrenzt und schon schief angesehen, wenn man das Grundgesetz (vorallem für sich selbst) ernstnimmt und darauf pocht. Und es tut gut, zu spüren, daß man nicht alleine dasteht.

Dennoch: Die Politik schläft da. Seit Jahren. Jahrzehnten. Offenen Auges. Es geht nicht nur um die Würde unserer Gesellschaft, es geht auch um Industriespionage. Aber gleichzeitig wird über die Vorherrschaft von US-Konzernen auf diesem Gebiet massiv gejammert. Dabei gibt es eine europäische Antwort auf das Sillicon Valley: Open Source. Linux. Quelloffene Software, mit deren Lizenzen man zwar kein Geld verdienen kann, aber eben durch Arbeit (Support), deren Software nachweisbar effizienter ist, zumindest wenn es um Betriebssysteme geht.
Als Angela Merkels Handy von der NSA abgehört wurde, hätte sie ein Zeichen setzen können und mal bei Jolla anrufen können. Jolla ist eine europäische Firma. Hat sie aber nicht. Lieber doch irgendwas von einem Großkonzern.

Noch kann man Smartphones weitgehend so und unkompliziert von deren Herstellern entsperren lassen, um quelloffene Betriebssysteme zu installieren. Huawei hat das vor knapp 2 Jahren abgestellt – und gleichzeitig rechenstarke Smartphones zu Dumpingpreisen verkauft. Für mich sind das chinesische Überwachungsstationen. Und was der chinesische Staat von unserem Artikel 1GG hält, kann man dort ja gut erkennen. Aber der deutsche Kunde sieht nur das Billige und Geiz ist ja angeblich geil. Ich finde es abstoßend. Wir sind heute dabei, unsere Würde, unseren Artikel 1GG zu beerdigen, wenn wir unsere Würde nicht einfordern. Nicht nur beim Staat, sondern bei den Konzernen. Bei allen Softwareherstellern. Und wer da nicht mitmacht, sollte eben beim Kauf geächtet werden. So funktioniert Marktwirtschaft und Wettbewerb. Dumm nur, daß kaum einer bereit ist, für seine Würde (etwas) Geld auszugeben.
Und jeder Kunde sollte sich beim Kauf fragen, wieviel ihm die eigene Würde wert ist. Sich jegliche AGBs durchlesen, deren Software installiert wird. Das Abnicken und Häkchensetzen ist nämlich juristisch nichts anderes als das Unterschreiben eines Vertrages. Das Problem ist nur, daß der Kunde das Verletzen der eigenen Würde (noch) nicht merkt. Ich fürchte, wenn er es merkt, ist es zu spät – und unsere Freiheit Vergangenheit.

Verstörende Zeit – Rauher Ton und Unversöhnlichkeit

Zur Unversöhnlichkeit neige ich auch, wenn ich mich mit Menschen unterhalte, die pro-AfD eingestellt sind. Die Argumente von ihnen sind dabei verständlich. Meist geht es um schlechte Bezahlung, daß man vom eigenen Job nicht (mehr) leben kann, geschweige denn sich eine Existenz aufbauen kann. Verstehe ich. Die Problematik verstehe ich. Ich verstehe sogar, daß viele Deutschen offenbar ein Identitätsproblem haben, wenn sie an Ausländer denken. Es sind Ängste, die die AfD bedient und anspricht. Existenzängste, egal ob gerechtfertigt oder nicht. Die AfD bedient sie, während die restliche „etablierte“ Politik auf diesem Ohr taub zu sein scheint.
Ängste bedienen auch die Grünen, es sind ebenfalls Existenzängste, da geht es nicht nur um Deutschland, sondern gleich um unseren Planeten.

Die einen spielen das mit den Ausländern runter, die anderen zweifeln den Klimawandel gar an. Und die Mitte, so scheint es, jene, die mal vernünftig waren, teilen sich dabei in die eine oder andere Richtung auf. Wenn ich sage, daß Flüchtlinge sich nach unseren – und nicht deren – Regeln zu halten haben, bin ich gleich ein Nazi, wenn ich sage, daß wir klimapolitisch so nicht weitermachen können, bin ich ein Grüner.

Aber was denn nun? Mir fehlt die regulierende, ausgleichende Mitte, vorallem politisch, die das eine und das andere eingesteht – und auch danach handelt und nicht nur Lippenbekenntnisse macht. Dabei kommt es mir so vor als wollte man von „ganz oben“ mit Geld (und damit per Facebook & Co mit Meinungsmache, Meinung kann man ja, das weiß man, heute einfach kaufen!) unsere Gesellschaft genau so aufspalten, um von einer ganz anderen Problematik abzulenken.

Ja, wir haben (noch) die sog. „Leitmedien“, deren aber immer weniger Glauben geschenkt wird. Zum Teil, das muß ich auch mal sagen, zurecht. Aber stattdessen irgendwelchen vornehmlich österreichischen selbsternannten „Wahrheitssagern“ hinterherzulaufen, die auch noch mit jenen Leuten (zB Strache) in enger Verbindung stehen, die auf Recht und Gesetz scheißen, lügen, betrügen und intrigieren, das geht mir einfach nicht in den Kopf. Da wollen Leute offenbar diversen Führern blind und unreflektiert hinterherlaufen und schalten dabei das eigene Gehirn ab. Ich glaube, das meint die Bibel dabei mit „Verblendung“.
Und diejenigen, die sich dabei an den Kopf tippen, die wollen jene Kräfte, von denen der Müll ausgeht, am liebsten in KZs stecken. Auch das kam heraus. Aber auch das wird schlicht ignoriert bzw. als „Lügenpresse“ abgetan. Aber ich tippe mir an den Kopf. Und ich weiß, kommen diese Leute an die Macht, wird unsere Demokratie und der Rechtsstaat so demontiert, daß ich im KZ lande. Davon gehe ich mittlerweile aus. Opposition wird von diesen Leuten nicht geduldet.

Nun habe ich gehört, daß die Linken ja wohl mindestens genauso schlimm wären. Möglich. Ich habe darüber auch gepostet und ein langer Arm reicht dabei offensichtlich bis in die SPD rein. Dennoch: SPD und Grüne waren schonmal an der Macht. Und sie haben die Demokratie nicht abgebaut und es gibt keine KZs von ihnen. Die Nazis dagegen schon und ihr Führer hat genau das in „Mein Kampf“ angekündigt. Die AfD mit hat mit Höcke auch einen, der ein Buch geschrieben hat, in dem er beschreibt, was er tun will, wenn er an die Macht kommt. Man sollte das lesen und ihn danach beurteilen. Auszüge habe ich gelesen und mir wurde schlecht.
Und wer nun Rechts- und Linksextremismus aufwägen will: Seit 1990 haben wir, je nachdem, wie man zählt, zwischen 169 und 198 Tote durch rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland, über Tötungen von Links habe ich keine Angabe außer der Aussage von Sascha Lobo („4-6“) gefunden. Schaut man in den Bericht des Verfassungsschutzes, der aus meiner Sicht eher die Rechten vor der Verfassung „schützt“ (also im Spektrum eher rechts steht), ist die Anzahl der Delikte von rechts etwas 3 Mal höher als von links. Das sind die Zahlen. Aber klar, nun kommen Aussagen wie „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ – dem ich nur entgegnen kann „glaube lieber die Lügen deiner österreichischen Freunde.“ – und damit bin ich wieder unversöhnlich. Oder?

Zurück zur Anfangsproblematik: Schlechte Bezahlung, man kann kaum noch eine eigene Existenz aufbauen, geschweige dann Kinder anständig großziehen. Was hat die AfD davon eigentlich in ihrem Programm stehen? Und wieviel davon hat – immerhin – die SPD umgesetzt? Mindestlohn, nun auch die Rente für alle? Die AfD tut immer so als gingen alle Probleme von den Ausländern aus, die ja alles Geld kriegen, was uns fehlt. Stimmt das wirklich? Ich bezweifel das. Die Bankenkrise war vor der Flüchtlingskrise und da hatten wir plötzlich Geld. Viel Geld. Ein viel viel vielfaches von dem, was die Flüchtlinge kosten. Kam dabei irgendwas von der AfD? Ich hab nix gehört. Inzwischen sind – immerhin – 300000 der Flüchtlingen in Lohn und Brot, heißt, sie zahlen in die Sozialsysteme ein.
Wenn man eine bessere Bezahlung möchte, dann sollte man die Linken wählen, und nicht die Rechten. Die AfD ist wirtschaftlich-programmatisch nichts anderes als eine neoliberale Partei, die dabei noch die Pfründe derer sichern will, denen es heute schon gut geht – auf kosten der „kleinen“. So nüchtern sehe ich das. Aber glaubt weiter den selbsternannten „Wahrheitssagern“, die sog. „christliche Traditionen“ sichern wollen. Die Nazis waren alles andere als christlich, das waren im Grunde Esoteriker, die Odin & Co hinterherliefen und „alte Germanische Traditionen“ aufleben ließen.

Ich hätte da mal einen Vorschlag

Ich beobachte seit Jahren, daß sich die Politik gerade für (Groß-)Städter engagiert. Beispiel „Mietendeckel“. Der Aufschrei seitens der Vermieter muß da natürlich groß sein und ich bin mir ehrlichgesagt nicht sicher, ob sie nicht auch Recht haben. Es ist ein Eingriff des Staates auf die Wirtschaft, die in dem Punkt nicht mehr frei ist. Von den Maßnahmen sollen „die kleinen“ profitieren. Und das natürlich in Gebieten, in denen die Mieten (stark) ansteigen.


Aber was ist mit der Landbevölkerung? Ich beobachte inzwischen seit Jahrzehnten, wie die Bauern zunehmend in die Zange genommen werden: Die Preise für die Lebensmittelerzeugung steigen, die letztlich diktierten Verkaufspreise fallen. Nun könnten wir sagen „okay, dann lassen wir den deutschen Bauernstand eben sterben, der Markt soll es regeln“. Für mich eine furchtbare Zukunft. Warum?
Bauern hören auf und die Lebensmittelerzeugung fällt in die Hände von Großkonzernen. Vielleicht dürfen Bauern dann als Leibeigene für eben diese noch arbeiten, nachdem sie Haus und Hof verloren haben. Die Macht der Erzeugung liegt dann jedoch in den Händen von Konzernen. Und die kann dann Preise diktieren. Freier Markt existiert dann genausowenig wie in der Micro$oft-dominierten PC-Branche. Nur müssen wir dann den Dreck letztlich futtern. Weil es dann keine Alternativen mehr gibt.
Die Illusiun des „freien Marktes“ verblendet da viele und lustigerweise reagiert die Politik genau da, wo sie eben am meisten Stimmen sammeln kann: In den Ballungszentren. Gegen Millionen Berliner können ein paar Bauern einfach nicht anstinken – Trotzdem essen die Millionen Berliner aber die Lebensmittel, die von den paar tausend Bauern erzeugt werden.

So, nun mein Vorschlag: Nachdem es ja einen Mindestlohn gibt, sollten wir dann nicht auch dafür sorgen, daß Bauern für ihre Erzeugnisse einen Mindestabnahmepreis bekommen? So richtig gesetzlich verankert? Milch: 50¢t/Liter, etc. pp ? Wenn schon so viel an den Bauern herumreguliert wird, gerade, was aberwitzige Umweltauflagen angeht, dann sollten wir endlich den Bauern geregelte Preise garantieren. Und ich glaube tief und fest, es würde der breiten Masse sicherlich nicht sehr wehtun. Deren Handy müßte dann halt ein paar Jahre länger halten. Die Grüngroßstädter müßten vielleicht dann auch mal mit dem Rad statt mit dem SUV zum Biomarkt fahren. Achso. Ja: „Bio“ wird gerade intensiv konzernisiert.

Aber ganz ganz ehrlich: Es wird keinen jucken. Man wird das Bauernsterben mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen. Dann wird halt einfach mehr importiert, das heißt,wir nehmen Nahrung von denen noch weg, die gerade sowieso schon kaum etwas haben. Neue Flüchtlingsströme sind die Folge. Und die braune Masse hat dann wieder was zum schimpfen.

SPD in Berlin: Von mir aus macht APO!

Ich hatte ja über die Schwangerschaftsberatungsstelle geschrieben, die in Berlin geschlossen werden soll.

Nun bekam ich eine E-Mail vom Betreiber, in der steht, daß die Deligierten der Berliner SPD einstimmig dafür gestimmt haben, daß diese Beratungsstelle geschlossen werden soll.

Die 17200 Unterschriften gegen einen solchen Antrag blieben ungehört, unreflektiert wurde da aus meiner Sicht einfach für ein paar, sorry, Größstädterlinksidioten und deren lebensfeindlichen, faschistoiden Ansichten, gestimmt.

Da gibt es Menschen, die helfen sollen, die sich allein aus Spenden finanzieren. Hinter welchem Ofen muß ich denn vorgekrochen sein, um genau so etwas zu torpedieren und es zu vernichten versuchen? Nur, weil sie anderer Ansichten im Punkt Abtreibung (=lebensfeindlich) sind? Das, liebe Leute, und ganz genau das, ist Faschismus!

Wer für so etwas stimmt, und dazu noch einstimmig, gehört nicht in ein Parlament, sondern soll von mir aus in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Aber da ist ja die SPD ohnehin schon auf einen guten Weg.

Linksfaschismus

Abtreibung birgt immer Konfliktpotenzial. Es ist emotional, was auch normal ist. Kaum eine Frau will wirklich abtreiben, behaupte ich mal, wenn sie es doch tut, dann aus Nöten und Zwängen heraus.

Frauen in diesen Nöten zu begegnen, scheint für Linksfaschisten jedoch ein Akt der Aggression zu sein. Es geht um „Pro Femina„, eine Schwangerschaftsberatungsstelle, deren Ziel es ist, Frauen zu helfen, um ihre Kinder auszutragen.

Die berliner Beratungsstelle wurde am Wochenende um den 5.10.2019 von Linksfaschisten verwüstet. Deren Post bei Indymedia behauptet, daß recherchiert wurde, daß „Pro Femina“ auf deren Internetseite lügt und nahmen sich das Recht heraus, dort einzubrechen und zu verwüsten. Das ist eine Straftat. Da gibt es nichts zu deuten.

Weiterhin werden einfach Dinge behauptet, die auf von „Pro-Femina“ schlichtweg zerlegt wurden. Es ist Faschismus, andersdenkende einzuschüchtern, deren Einrichtungen zu verwüsten und obendrein Lügen über sie zu verbreiten, darin unterscheidet sich das NULL vom Hakenkreuz. Was kommt als nächstes? Frauen umzubringen, die sich für ihr Baby entschieden haben, nur, weil es euch nicht in den Kram paßt?

Ich lehne Faschismus ab – egal ob von rechts oder links. Denn Faschismus ist das Gegenteil von Freiheit. Denkt mal darüber nach!

Offenbar gibt es noch einen politischen Arm, der sich in der SPD befindet. Die Beratungsstelle soll nun nämlich von der Politik her geschlossen werden. Es gibt eine Petition dagegen, die an den Landesverband der Berliner SPD geht.

Zeitgeist: Instant

Es ist ja schon seit Jahrzehnten der Trend hin zum Schnelleren. Die Gesellschaft beschleunigt, man produziert immer mehr in immer kürzerer Zeit. Und man will sich nicht mehr die Zeit für Dinge nehmen, für man sich früher einfach Zeit nehmen mußte: PCs zum Beispiel. Man mußte vieles einrichten. Das dauerte oft mal eine ganze Nacht lang.

Das will man heute nicht mehr. Alles muß schnell, schnell, instant und vorallem einfach sein. Letzteres kann ich verstehen. Aber zu welchem Preis? Heute kauft man sich ein Handy. Da ist schon vieles drin, was man braucht. Das Installieren von Whatsapp dauert im Normalfall nur noch Sekunden und *zack* schon sind alle aus dem Adreßbuch automatisch in deiner Whatsappliste (dein Adreßbuch wird dafür natürlich hochgeladen). Der Preis dafür ist klar: Deine Privatsphäre. Ich will nun nicht weiter auf das „ich hab ja nix zu verbergen“-Geschwätz oder das noch unsinnigere „Die können dich eh überwachen“-Gelaber eingehen. Es ist in meinen Augen nichts weiter als eine saudumme Ausrede, um sich bloß nicht damit befassen zu müssen.

Ich habe schon in den 1990er Jahren gechattet, hatte, sozusagen damals schon einen Instant-Messenger, wenn man es genau nimmt: IRC, danach kam ICQ und mit dem ICQ kam Jabber (XMPP) auf. Aber: Man mußte sich ein paar Minuten damit befassen, ehe es losging. Heute dürfen es nur noch Sekunden sein. Alles andere wäre ja nicht mehr zeitgemäß, oder, anders gesagt zeitgeistkonform. Mir ist egal, was der Zeitgeist mir sagt – ich benutze nur das, was ich für mich und vor meinem Gewissen verantworten kann. Wenn Menschen mit mir zu tun haben wollen, installieren sie sich halt Telegram oder, noch besser, Jabber oder schreiben mir eine gute alte Email (die, das muß man allerdings wissen, unverschlüsselt kein Brief, sondern eine Postkarte ist!).

Ich sehe zu allererst den Preis, den man für „Instant“ bezahlt. Die AGBs, die man sich da antun muß. Wobei es bei den meisten schon reicht, sie zu überfliegen, um bei mir einen Brechreiz auszulösen. Da denke ich dann „meinen die das ernst?“ – Sicher! Das nennt sich Kapitalismus: Möglichst viel mit möglichst wenig aufwand heraussaugen. Und Daten=Geld. Auch das ist klar. Aber selbst zum AGBs lesen ist man heute nicht mehr bereit. „Es machen doch alle so“, sagt man dann entschuldigend. Mir kommt dabei – vom Prinzip her – immer der Gedanke der Gesellschaft in der Nazizeit: 1938 waren auch „alle“ Nazis. Und? War es richtig? NEIN! Auch wenn „alle“ dabeiwaren und „alle“ mitgemacht haben. Im Grunde ist es in meinen Augen heute ganz genauso. Es ist schlichtweg saudumm, einen Vertrag zu unterschreiben (indem man an den AGBs ein Häckchen macht), ohne ihn zu kennen oder gar verstanden zu haben. Aber unsere heutige Instant-Gesellschaft ist genau so drauf: „Schnell abnicken, wird schon nicht so schlimm sein, damit es weitergeht“. Der Preis hierfür ist aus meiner Sicht heute noch gar nicht absehbar – oder man liest eben einfach mal die Offenbarung durch.

Inzwischen wird man ja auch zu bequem, mit Geld zu bezahlen. Also mit Bargeld. Es abzuheben, herumzuschleppen, damit zu bezahlen, Geld herauszubekommen. Das scheint alles unnütz Zeit zu kosten und Zeit ist ja Geld, ne? Daß aber mit jedem elektronischem „einfachen“ Zahlungssystem auch jede Zahlung erfaßt wird und gespeichert werden kann und man selbst damit nochmal gläserner wird, das scheint egal. Dieselben Pseudoargumente wie oben. Ich bezahle nachwievor gerne – und ja ich gebe zu, nicht nur – mit Bargeld. Aber meistens schon. In Frankreich wird man schon angeschaut als käme man von einem anderen Stern, wenn man das macht. Mir egal. Ich tue das, was ich für richtig halte. Schlimm wird es dann, wenn es garnicht mehr geht. In China muß man sich eine App aufs Handy installieren (wahrscheinlich wird es dann zu einer chinesischen Überwachungsstation), mit der man ausschliueßlich bezahlen kann. Bargeld gibt es in weiten Teilen längst nicht mehr. Es gruselt mich, wenn ich sowas erfahre. Es fühlt sich freiheitsberaubend an. Und genau dieses Gefühl fehlt bei den meisten heute völlig. Nichts wird da hinterfragt. Man ist blind, oder, wie die Bibel sagt, geblendet.

„Denk doch nicht so negativ über die Menschen“, bekam ich am Samstag gesagt. Es fällt mir in diesen Tagen echt schwer. In Zeiten zunehmender argloser Vernetzung aller möglichen Geräte von der Waschmaschine bis hin zum Auto wird so gut wie nicht darüber diskutiert, was es für unsere Freiheit bedeutet. Dafür ist alles „instant“, schneller, noch schneller. Ich sehe da vorne einen Abgrund und bremse, oder versuche es. Nein, ich muß nicht bei allem mitmachen, aber man wird zunehmend deswegen unter Druck gesetzt. Und genau das geht mit mehr und mehr auf die Nerven.
Ein Beispiel: Die Schule meiner Tochter verteilt ihren Vertretungsplan nicht über die eigene Webseite, sondern über einen Drittanbieter, dessen App fürs Handy zwar kostenlos ist, aber die Google Dienste braucht. Genau die will ich aber aus Datenschutzgründen auf meinem Gerät nicht haben. Mir bleibt also nur der Weg, über die Drittanbieter-Webseite zu gehen und dort das entsprechende PDF der Schule anzuschauen. Technisch gesehen könnte man das auch – paßwortgeschützt – über die eigene Webseite machen. Ich habe nun mal den Drittanbieter ein Feedback über meine Lage geschrieben. Ob was zurückkommt, ist fraglich. So wie ich das verstehe, wird sofort automatisch ein neu von der Schule hochgeladenes Dokument auf die entsprechenden Handys verteilt. Instant.

„Generation Offenbarung 13“

Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der die Computertechnik so langsam ihren Weg in die Haushalte bahnte. Mein Vater hatte schon früh einen ZX81, ein Computer, den man damals für ich glaube 130DM kaufen konnte. Anfang der 1980er Jahre war das ein Schnäppchen. Ein paar Jahre später kam der erste PC und dann tat sich gefühlt erstmal wenig. 15 Jahre später wurden die PCs vernetzt und damit kamen auch die ersten Angriffe.

Dennoch wuchs ich in einem Umfeld auf, in dem Technik zumindest auch kritisiert wurde. Die Regierung Schmidt nutzte die Technik, um RAF-Terroristen ausfindig zu machen, indem sie diverse Register computergestützt durchforsten ließ. Damals, vor >40 Jahren, wurde das schon kritisch hinterfragt. Aber es diente ja offenbar einem guten Zweck.

1987 kam die Volkzählung in der Bundesrepublik. Ein Aufschrei ging durchs Volk. Man hatte Angst, zB aufgrund von Religioniszugehörigkeit in eine Schublade gesteckt zu werden. Ja und dann kam der Mauerfall und man regte sich – bis heute – über die STASI und ihre Überwachungsmethoden auf. Zurecht.

Ich habe mich 1995 zu Jesus bekehrt. Schnell bekam man Mythen und Fabeln erzählt, über die Endzeit und ja, man kann vieles auch in der Offenbarung nachlesen. Man kann nachlesen, daß man irgendwann nicht mehr mit Bargeld bezahlen kann. Die Bibel sagt etwas von einem „Malzeichen“. Naja, der alte Johannes, der die Offenbarung niedergeschrieben hat, war eben kein Techie, woher auch, er beschrieb es in den Worten eines Mannes aus dem 1. Jahrhundert nach Christus.

„Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, dass man ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt;  und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666“ (Offenbarung 16-18 nach Elberfelder Übersetzung)

Ich interpretiere dieses Malzeichen als einen Chip, den man irgendwann praktischerweise in die Hand oder Stirn geschoben bekommt. Damit identifziert man sich, damit bezahlt man dann. Und damit wird man richtig gläsern, den diesen Chip kann man nicht ausschalten. Schon länger existieren die sog. „RFID-Chips„, die man heute schon in Kreditkarten und diversen anderen Karten einbaut. Nur kann man sie noch in eine Schatulle packen, wo sie inaktiv bleiben. Im oder am Körper ist das nicht mehr möglich.

Aber es ist so praktisch. Oder? So bequem. Ich habe mich lange lange gefragt, wie die Menschheit es schaffen wird, in eine Lage zu kommen, wie in Offenbarung 13 beschrieben. Wie sie so doof sein kann, freiwillig Bargeld abzuschaffen. Der technische Weg ist nun klar. Und die Menschen tappen hinterher. Technikgläubig. Und aus purer Bequemlichkeit.

Ich habe mich oft und viel über Micro$oft ausgelassen. Über diesen unsäglichen Konzern mit seinem Pseudo-OS. Warum er so mächtig werden konnte? Ich behaupte, aus Bequemlichkeit. Anfangs mußte man sich noch mit dem System befassen, das man benutzte. Bei Windows mußte man das noch bis über die Jahrtausendwende tun. Aber es war eben schon auf den meisten gekauften PC vorgerotzt (mir fällt kein anderes Wort dafür ein). Einschalten und benutzen, ein halbes Jahr lang, bis man es neu aufsetzen mußte. Ja, so war das vor 20 Jahren. Man arrangierte sich damit, lebte damit und man wurde oft auch dazu gezwungen. Dennoch: 99% aller User benutzten es halt. 1999 wurde der NSA-Key bekann, Snowden bestätigte ihn 2013. Und? Konsequenzen? Nein. Keine. Nada. Null. NSA-Horch&Guck aufm PC und keinen juckts.

Man verdrängt es – schon aus Bequemlichkeit. Man will es nicht wahrhaben. Wie die 3 Affen: Nix sehen, nix hören und bloß nix sagen, jedenfalls nicht die, die was zu sagen hätten, nein, die was sagen müßten.

Vor ein paar Monaten unterhielt ich mich mit 2 Teenagern aus meiner Gemeinde. Über Smartphones. Ich begreife bis heute nicht, warum man für eine chinesische Überwachungsstation überhaupt Geld bezahlt. Für eine Nichtchinesische sogar absurd viel. Und wie unreflektiert der User damit umgeht, stattdessen schon fast Tränen der Freude ins Auge schießen, wenn er über die geilen Funktionen seines Handys erzählt. Es ist schlichtweg egal, daß afrikanische Kinder aus Erdminen die Erze dafür kratzen und dabei tagtäglich draufgehen weil sie lebendig begraben werden. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
Sie können einfach nicht verstehen, warum ich kein Whatsapp haben will. Also, Leute, ich wurde dazu erzogen, jeden Vertrag, den ich unterschreibe, vorher durchzulesen, zu prüfen und erst *DANACH* setze ich meine Unterschrift – respektive mein Häkchen unterm „Ok“ der AGB! Und verdammtnochmal, das *KANN* ich eben bei Whatsapp nicht, weil es mir den Magen dabei umdreht! Weil ich dabei das Gefühl habe, meinen persönlichen Artikel 1 Grundgesetz, meine Würde, dem Facebook-Konzern in den Rachen zu schmeißen. Aber es ist ja kostenlos und wir haben ja nix zu verbergen, ne?

Doch! Und das nennt sich „Privatsphäre“, etwas, was heute anscheinend ein Luxus ist, den man sich aufgrund von „kostenloser“ Software nicht mehr gönnen darf. Sind wir schon soweit gekommen? Anscheinend ja. Offenbarung 13 rückt unaufhörlich näher – weil wir, unsere Gesellschaft, das so will und sich nicht über sowas wie Privatsphäre schert – und schon garnicht um die ach so geliebte und gelobte Demokratie. Das geht in meinen Augen nämlich miteinander einher, aber das begreift man eben nicht: Freiheit, Privatsphäre und Demokratie gehören zusammen!
Wie ich darauf komme? Frage Menschen, die in der DDR bespitzelt wurden. Die mußten aufpassen, wo sie was sagten. Sie konnten sich nicht einfach und frei äußern, WEIL sie bespitzelt wurden – was sie allerdings auch recht schnell merkten. Sie landeten nämlich schneller in den Knast als sie gucken konnten. Das ist heute anders. Ja. Man wird bespitzelt, aber man merkt es nicht – noch nicht. Wird es einem mal klar, schränkt man seine Freiheit von selbst ein.

Nun wird der Ruf nach Bargeldabschaffung immer lauter. Es würde zuviel kosten. Und man würde sowieso nur noch per Karte oder im Internet bezahlen. Wir Deutschen hinken – zum Glück – diesem Trend hinterher. Es gibt aber schon Landstriche, in denen es kaum noch Bargeld gibt. Was passiert? Wir machen uns einmal mehr von Computertechnik abhängig. Und wem gehört die? Werden wir dadurch vielleicht erpreßbar? Schon seit Jahren kursieren diverse Würmer, Viren, und hastdunichtgesehen, die private Festplatten verschlüsseln und Daten vernichten. In meinen Augen machen wir uns mit fortschreitender Technisierung von einer zunehmend unsicheren Technik abhängig, die mit jedem voranschreiten unsicherer wird. Es geht um Wachstum um jeden Preis – und Sicherheit kostet nur Geld. Schon jetzt sieht man es an allen Ecken und Enden. Fast täglich lese ich, daß irgendwas irgendwo gehacked, geleakt wurde, daß persönliche Daten („Ich hab nix zu verbergen“) im Netz feilgeboten werden.

Am Ende werden den Menschen die Hände gebunden sein, weil sie sich unreflektiert und aus Bequemlichkeit abhängig machte. Weil sie wegsah, untätig war. Ich weiß nicht, ob ich das noch so erleben werde. Ich hoffe ja, irgendwie nicht.