Die mächtigen Politiker wollen keine Demokratie

Ich hatte das Video von Rezo auf Youtube ganz angesehen. Da ist ein junger Mann, der sich hinstellt und hauptsächlich auf die CDU eindrischt und mit dieser Partei ins Gericht geht. Er behauptet, die Wahrheit zu sagen und gibt recht transparent an, wo er was her hat und warum er was behauptet. Klar, er bewertet Fakten, leitet vieles ab und benutzt es, um auf die CDU rumzuhacken. Okay, das kann man machen, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nicht besonders „fair“ erscheint. Aber was in der Politik ist schon fair, wenn die SPD in NRW über eine Holding zahlreiche Zeitungen quasi hält…? In Wirklichkeit verhielt sich die Union nicht fair gegenüber ihren Wählern, wie er darstellte – und wie ich es auch am eigenen Leib von einem CDU-MdB erfahren mußte (ich lag in seinen Augen einer Verschwörungstheorie auf…).

Die Union wollte ein Gegenvideo machen, was wohl grandios gescheitert war, oder einfach nur schlecht? So schlecht, daß es freiwillig zurückgezogen wurde? Ich weiß es nicht, ich kenne es auch nicht, anscheinend haben die Parteifunktionäre selbst erkannt, daß sie damit nicht gegen Rezo ankommen. Immerhin wollen sie mit ihm sprechen, was ich für eine bessere Idee halte. Dialog ist in der Politik immer gut.

Aber genau den will man seitens der Politik einschränken. Es wirkt auf mich, daß Rezo, weil er „eine demokratisch legitimierte Partei der Mitte zerstören“ wollte, mundtot gemacht werden soll.

Meine Meinung dazu: Wir, die Menschen der Mitte, waren doch viel zu brav die ganze Zeit und haben der herrschenden Politikkaste viel zu nett zu erklären versucht, was sie (falsch) machen und was man ändern muß. Von Demonstrationen gegen Vorratsdatenspeicherung bis hin zu „Friday for future“ verhall(t)en ungehört und die Politik sitzt und saß es aus.
Es wurde und wird abgewiegelt und man wollte uns erklären, warum es so und so nicht geht. In meinen Augen baute sich die Politik über Jahrzehnte einen riesigen Saustall auf, der ihnen bei solchen Aktionen wie der von Rezo einfach mal um die Ohren gehauen wird.

Das Berufspolitikertum, das wir heute ganz oft in Berlin (gefühlt) vorfinden, macht im Grunde nur noch eines: Show. Hauptsache lächeln, grinsen und mit Worthülsen um sich werfen. Und die Fakten? Scheinen egal. Damit meine ich nicht nur die Union, sondern ziemlich alle Parteien, wie sie in den Parlamenten sitzen.
Auf der anderen Seite: Das (Wahl)Volk ist doch selbst daran Schuld. Gute Politik wie von den Piraten gemacht, interessiert nicht. Wird ignoriert und heruntergeredet. Da wählen lieber mehr Menschen die Tierschutzpartei als die Piraten die als einzige Partei in Sachen Netzpolitik, die wichtig ist, eine Ahnung haben. Julia Reda ackerte in den vergangenen Jahren sehr aktiv im Europaparlament. Die Folge: Die Piraten verlieren die Hälfte der Stimmen. Verstehen muß ich das nicht. Ich versuche es auch nicht mehr. Für mich ist es nur eines: Strunzblöd.

Das Volk wählt dann lieber die AfD, die ja noch schlimmere Schaumschläger sind als die herrschenden Politiker und in Sachen Brandstiftung die CSU um Welten überflügelt. An der Stelle hat die Union ihren Meister gefunden.
Wer mit Angst und mit bloßer Angst versucht zu argumentieren, ignoriere ich an der Stelle. Da schaue ich lieber auf die Fakten, die ja von der AfD öfters verdreht wurden. Aber klar, die wollen ja nur die Wahrheit sagen. *lächel*

Wenn sich nun Politiker dafür einsetzen wollen, daß man nichtmal mehr Fakten im Netz darlegen darf, dann sollen sie unser Grundgesetz einfach abschaffen. Das wäre dann wenigstens ehrlich. Aber welcher Politiker ist schon ehrlich? Klar, es ist ein harter Job und von außen betrachtet erscheint mir das oft wie ein Bad in der Schlangengrube. Aber es ist eben auch eine Grube, die selbst verschuldet ist.

Dabei ist es so einfach: Man muß nur der Spur des Geldes folgen und das auch können. Und dazu brauchen wir ein Lobbyregister, eine Instanz, die mal den Politikern über die Schulter schaut, warum sie für oder gegen etwas sind. Die Politiker, die wir ja erstmal bezahlen, sollen uns Rechenschaft ablegen müssen, notfalls eben mit der Offenlegung all ihrer Einkünfte. Aber nein, das will man ja nicht. Dagegen sperren sie sich und wehren sich seit Jahrzehnten. Und gerade die GroKo auf heuchlerische Weise. Dennoch sehe ich keine Alternative dazu.

Wir als Volk haben noch die Wahl. Irgendwann haben wir sie nicht mehr. Zum nächsten Europaparlament sollen alle Kleinstparteien verschwinden, auch da soll eine 5%-Klausel eingeführt werden, gerade, wenn es nach den „Etablierten“ geht. Die Berichterstattung in Europa ist bedroht. Gerade in Ungarn. Die dort regierende Partei sitzt mit der Union in einer Fraktion im EP zusammen. Wieder greift das Machtkalkül, das schwerer wiegt als eine freie Berichterstattung.

Ich könnte, wie Rezo, noch mehr aufzählen. Aber ich will nur auf eines hinaus: Wenn sich die Politik von einem Rezo so „einschüchtern“ läßt, daß sie total überfordert reagiert und reflexartig erste Stimmen gegen die vom Grundgesetz eingesetzte freie Meinungsfreiheit erhebt, dann ist das nur eines: Arm und eines Politkers nicht würdig.

Die Politik hat den Job, dem Volk zu erklären, warum sie was tut und warum sie welche Entscheidungen trifft, und dabei will das Volk immer weniger die „Arbeitslosenkeule“ hören, es wird immer weniger das Gejammer aus der brummenden Wirtschaft akzeptiert. Das Volk will endlich, daß die Politik mit dem Filz, der entstanden ist, aufräumt. Und ich, so nebenbei, will die genauen Umstände von Anis Amri wissen. Sonst erscheint mir die Farce, die bei diesem Untersuchungsausschuß abgespielt wird als Hinweis darauf, daß dieser Anschlag absichtlich zugelassen wurde, um die AfD zu stärken. Ich traue es den Zuständigen zu. Wer mauert, hat was zu verbergen und hat selbst Dreck am Stecken oder deckt jemanden, der selbst Dreck am Stecken hat.

Ich bin froh um diesen Vorstoß, weil ein junger Mann hier eine härtere Gangart gegenüber den „Etablierten“ eingeschlagen hat, sich nicht so nett oder unnett genug war, daß überhaupt auf ihn reagiert wurde. Und ich bin froh, daß ich politisch etwas tut.

ABER: Rezo hätte mehr auf die Konsequenzen des Klimaschutzes eingehen müssen. Was bedeutet es denn, wenn wir (viel) weniger CO2 in die Luft pusten dürfen? Da ist eben nicht mehr drin, daß man alle 2 Jahre ein neues Handy kauft, Konsum, wie wir ihn überhaupt kennen, wird sich völlig verändern müssen. Dieses Konsumieren und Wegwerfen muß aufhören und das muß bedeuten, daß viele Dinge, die heute günstig sind, viel viel teuerer werden. Vom Handy bis hin zur Milch, bis hin zum Fleisch. Und das erkläre mal einer Gesellschaft, die momentan zu 80% ihre Frischwurst beim Discounter kauft.

Gießautomatik mit einem Raspberry Pi

Ich habe mir überlegt, daß man ja den Garten automatisch gießen lassen könnte. Etwaige Automatiken, zeitgesteuert gibt es ja schon von der Stange. Das reicht mir aber nicht. Ich wollte das Gießen abhängig von der Feuchtigkeit des Bodens machen, etwa, daß die Automatik merkt, ob es geregnet hat, oder der Boden noch feucht genug ist. Zusätzlich wollte ich per Webinterface sehen, wie feucht es ist.

Als Hardware will ich mir ein Gardena-System verlegen. Dabei will ich (erstmal) die paar Beete, die ich habe, in 4 Segmenten unterteilen, die von entsprechend 4 Feuchtesensoren erfaßt und von 4 getrennt agierenden Schläuchen, die an 4 elektrischen Ventilen hängen, versorgt werden.

Daraus ergibt sich folgende Hardware:
– Raspberry Pi Modell B rev. 2 (lag noch rum) [32,50€ bei Reichelt]
– 32GB Micro-SD-Karte als „Festplatte“ [8,95€ bei Reichelt]
– Gehäuse [10,71€ bei Reichelt]
– 4x Relaiskarte (für die 4 Ventile) [4,90€ bei Reichelt]
– 2x Relaiskarte (um die 12V für die Ventile primär schalten zu können + 1x Reserve) [2,70€ bei Reichelt]
– Flachbandkabel + Wannenstecker [Ebay ca. 5€]
– Starkes 5V-Netzteil (hatte ich noch rumliegen) [ca. 12€]
– 12V-Netzteil [13,95€ bei Reichelt]
– 9x 10µF-Kondensatoren [Reichelt 2,25€]
– MCP3208 A/D-Wandler, 8 Kanal [Reichelt 1,99€]
– Sockel für MCP3208 [5¢t bei Reichelt]
– 2x 8pol. Federkraftklemme [2,90€ bei Reichelt]
– Lochrasterplatine [2,10€ bei Reichelt]
– 2 Feuchtraumsteckdosen für 1x 5V- und 1x extra geschaltetes 12V-Netzteil [25,40 bei Reichelt]
– „Wasseruhr“ für den Raspberry Pi [Ebay ca. 7€]
– 4x Feuchtesensor [Reichelt 21,40€]
– Gardena-Druckminderer [Ebay ca. 25€]
– 4er 12V-Ventilblock (1/2″) aus China [Ebay, ca. 13€]
– 4x Feuchtraumabzweigdose als Gehäuse für die Feuchtesensoren [2,76€ bei Reichelt]
– 1x weitere Feuchtraumabzweigdose für die Verdrahtung [0,60€ bei Reichelt]
– Sicherheitsventil direkt am Wasserhahn (Aquastop) [32€ bei Ebay]
– Ventilblock 4x12V [13€ bei Ebay aus China]


Feuchtesensor:

Ich suchte länger nach einem probaten Feuchtesensor. Schnell fand ich heraus, daß ich einen kapazitiven haben möchte, da der nicht direkt mit dem Boden verbunden sein muß. Die Alternative wäre ein resistiver, bei dem jedoch das Elektrodenmaterial in den Boden und somit auch ins Gemüse gelangt (Korrosion), was ich tunlichst nicht will. Ich fand zunächst einen bei Ramser als Bausatz, doch der funktionierte nicht so, wie ich mir das vorstellte. Schließlich fand ich den bei Reichelt, der mir eine Spannung zwischen 1,4V (nasse Erde bzw. Wasserglas) und 2,8V (trocken) liefert. Als Eingangsspannung genügen ihm die 5V, die auch den Raspberry Pi versorgen.

Platine Löten

Im Grunde müssen die Feuchtesensoren mit dem Raspberry Pi mit Daten versorgen, damit der wiederum die Ventile (Relais) schalten kann. Ich habe mir dazu eine „I/O-Platine“ auf einer Laborkarte zusammengelötet. In der Mitte befindet sich der Wannenstecker, mit dem die Karte per Flachbandkabel mit dem Raspberry Pi verbunden wird.
Da die Eingänge analog sind, müssen sie erst mit einem MCP3208 digitalisiert werden. Jeder Eingang sowie die Versorgungs- und Referenzspannung müssen mit je einem Kondensator versehen werden, da sonst die Spannungen zu sehr „wackeln“. Der MCP3208 „spricht“ per SPI-Bus (GPIO 7, [8], 9, 10, 11) mit dem Raspberry Pi.
Als Schalt-Ausgänge für die Relais benutze ich die 8 GPIOs (14, 15, 17, 18, 23, 24, 25 und 27). Ja, 2 davon benutze ich (noch?) garnicht. Als Eingang für die „Wasseruhr“ benutze ich den verbleibenden GPIO 22. Dazu muß man UART (an GPIO 14 und 15) und PWM (GPIO 18) abschalten.

I/O-Platine: Links die GPIO-Ausgänge, rechts die Analog-Eingänge
Platine von unten

Der MCP3208 sieht vor, getrennte Grounds („Erden“) für den Analog- und Digital-Bereich zu haben, was ich jedoch zusammengeschaltet habe. Als Referenz- und Versorgungsspannung (ebenfalls zusammengelegt) bekommt er die 3,3V vom Raspberry Pi.
Ich habe den MCP3208 nicht an CE0, sondern CE1 (GPIO7/ Pin26) angeschlossen. Normalerweise müßte man das Analogsignal noch mit Potentiometer herunterteilen, da die Eingangsspannung maximal so hoch sein darf wie die Referenzspannung (3,3V). Da der Sensor jedoch maximal 2,8V liefert, verzichte ich darauf.

Skizze zur Beschaltung

Ich habe eine Abfall-Plastik-Platte weggefunden und dort die Relaiskarten, die „I/O-Karte“ und den Raspberry Pi darauf veschraubt und alles in ein Gehäuse gepackt.

Auf den Relais habe ich gleich die entsprechende GPIO-Nummer drauf geschrieben. Das USB-Kabel dient als Verlängerung zum WLAN-Stick (mit einem ZD1211-Chip drauf, der out of the Box von Raspbian unterstützt wird).

Als nächstes habe ich mal einen Feuchtesensor in eine Aufputz-Abzweigdose geklebt und getestet, wie gut das funktioniert. Der Feuchtesensor funktioniert kapazitiv, das heißt, daß auch andere Materialien außer Wasser den Wert beeinflussen, bzw. eine gewisse Feuchte „simulieren“. So sank die Maxialspannung bei trockenem Sensor wegen des Klebers von 2,8V auf etwa 2,5V.


Ich nehme dafür ein mehradriges Kabel, sodaß ich die Sensoren quasi „in Reihe“ anklemmen kann.

Eingebaut schaut der Steuerkasten dann so aus:

Steuerung eingebaut und angeschlossen

Rechts kommen (von oben) folgende Kabel in die Box:
– Feuchtesensorkabel: +5V (rot), GND (Schirmung) und die Signale der Sensoren (1=gelb, 2=weiss, 3=grün, 4=braun)
– Kabel der Wasseruhr: +5V (braun), GND (Schirmung), Signal kommt von der weißen Ader
– Buchse 5V
– Buchse 12V
– Schaltkabel 220V (Schaltet den Aqastop und das 12V-Netzteil ein)
– Kabel zum 4er-Ventilblock

Elektrik:

Die 240V gehen erstmal in die rechte Steckdose, die das 5V-Netzteil speist. Von dort aus geht es in die Verteilerdose, wo sicherheitshalber eine 400mA-Feinsicherung (träge) zwischengeschaltet ist, weil das nachgeschaltete Schaltrelais keine 16A verträgt. Das Relais schaltet zum einen die linke Steckdose (12V-Netzteil) und den Aquastop.
An einer USB-Verlängerung hängt der WLAN-Stick, womit sich der Raspberry Pi mit dem Netzwerk verbindet.

Überblick der Elektrik

Wasseruhr:

Die Wasseruhr ist im Grunde ein kleines „Mühlrädchen“ in einem Plastikmantel, das je nach Durchfluß einen Ipuls an den Raspberry Pi gibt, der das entsprechend interpretieren muß. Ich habe also mit einer 10-Gießkanne kalibriert und kam auf etwa 4200 Impulse pro 10l , also 420 Impulse pro Liter.
Ich konnte das kleine Bauteil gut im Kabelkanal unterbringen:

Wasseruhr im Kabelkanal

Das Wasser fließt vom Aquastop erstmal in den Gardena-Druckminderer (1,5Bar) und von dort aus zur Wasseruhr bis hin zum Ventilblock, der draußen angebracht ist. Als Gehäuse habe ich einen uralten KFZ-Verbandskasten improvisieren. Von der Ventilbox aus wird es dann auf die einzelnen Beete verteilt.

Ventilbox zum Verteilen des Wassers auf die Beete

Software:

Die Software werde ich dann wohl bei Github veröffentlichen.

Und tschüß, Facebook!

Manch einer wird sich wundern, daß ich überhaupt bei Facebook war. 2010, als ich mich registrierte, war es auch noch eine ganz andere Welt. Man fand wirklich alte Freunde, Menschen, die man vergessen glaubte, konnte man wieder „ausgraben“.
Aber das Klima kippte und Facebook verkam zu einem Propagandaschlachtfeld. Menschen, die meinten „die Wahrheit“ zu sagen, übernahmen Lügen, weil sie ihnen in den Kram paßten. Überführte man sie der Lüge, wurde das weitgehend ignoriert – und sie machten weiter.
Gleichzeitig zog Facebook mehr und mehr gewisse „Daumenschrauben“ an. Ich benutzte es weitgehend dafür, um mich noch mit Leuten zu chatten. Die (noch) offene Schnittstelle konnte ich auch ohne propritäre Software benutzen.
Doch anscheinend gefiel Facebook das auch nicht mehr und behauptete, ich würde meinen eigenen Account hacken. Sie wüßten nicht, ob ich wirklich ich bin, der versucht, sich da einzuloggen und ich soll doch meinen Perso einscannen und hochladen.
*Tipptipptipp*
Wer mich also jetzt noch per Chat erreichen möchte:
Jabber (meine Jabber-ID ist hosnoopy@popps.org), Telegram, Email oder auch noch öfter IRC (HoSnoopy@freenode oder auch im IRCNet)

Geplantes Verbot von Konversionstherapie

Mir bleibt ja einigermaßen die Luft weg, was die Politik da so plant. Was ist eine Konversionstherapie? Nun, es ist eine Therapie, die sich um Homosexuelle kümmert, die es nicht mehr sein wollen, weil sie sich in ihrer homosexuellen Haut nicht mehr wohlfühlen. Und ja, die gibt es. Unser Gesundheitsminister, Jens Spahn, selbst homosexuell, sieht das jedoch anders:

Homosexualität ist keine Krankheit und nicht therapiebedürftig. Deswegen bin ich für ein Verbot der Konversionstherapie. Das rechtlich zu regeln, ist aber nicht so einfach. Doch ich bin sicher, dass die Fachkommission dazu gute und tragfähige Lösungsansätze entwickeln wird. Auf dieser Grundlage werden wir dann schnell entscheiden, wie und was wir in Deutschland umsetzen können.“ (Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2019/2-quartal/verbot-konversionstherapien.html)

Er und all die, die ihn in dem Punkt unterstützen, wozu auch die Länder Schleswig-Holstein, Berlin, Hessen, das Saarland und Bremen gehören, ignorieren dabei völlig, daß es Menschen gibt, die tatsächlich darunter leiden.

Der Aufschrei bei der „Ehe für alle“ war sehr groß. Damals habe ich mich zurückgehalten, weil es für mich kein Problem darstellte. Daß die heterosexuelle Ehe dadurch abgewertet wird, sah ich nicht und sehe ich bis heute nicht. Wir leben nunmal nicht mehr in einem christlichen Land und die christliche Minderheit muß sich der Mehrheit fügen. Das sehe ich ein und ich toleriere (im Sinne von „ertrage“) das auch, auch wenn das nicht mein Lebensentwurf ist. Ich wünsche Homosexuellen Paaren Gottes Segen. Ehrlich!

Nun aber soll der Weg von homosexuellen Leuten, die darunter leiden, verboten werden. Es darf da kein Geld mehr fließen. Ich hatte ab und zu mal bei den Jesus Freaks Gespräche darüber und frage mich gerade, ob ich mich strafbar mache, wenn ich das nach dem Inkrafttreten des Gesetzes tun würde. Wo fängt „Konversionstherapie“ an?

Wer dafür ist, ein solches Verbot einzuführen, ist in meinen Augen, dazu muß ich noch nichtmal Christ sein, eines: Faschistoid und intolerant. Er erträgt nicht, wenn sich Menschen in ihrer sexuellen Orientierung verändern wollen und versperrt ihnen den Weg zur gewünschten Veränderung. Das ist ein Geist von Unfreiheit, der da in meinen Augen weht. Und wer das abnickt und beschließt, schränkt die Freiheit in unserem Lande ein. Es geht mir hier ausschließlich im Leute, die sich freiwillig verändern wollen. Erzwungene Maßnahmen lehne ich ebenfalls ab!

Als Christ sehe ich es als einen weiteren Baustein in der Endzeit. Anders kann ich das nicht werten. Weniger wegen der Homosexualität, vielmehr wegen dem (Un-)Freiheitsgedanken.

Der Zeitgeist und Sankt Florian

Ich beobachte derzeit viele (anstehenden) Veränderungen. Egal ob Energiewende, ökologischer Anbau oder die Digitalisierung. Veränderungen haben immer etwas Unbequemes an sich. Die Frage, sie sich mir dabei oft stellt ist, ob man alles so mitmachen muß, inwieweit man sich dagegen wehren sollte. Ich finde bei der (privaten) Digitalisierung muß man das eben genau nicht. Schon aus Datenschutzgründen. Ich wehre mich aus gutem Gund (ich gehöre zu den wenigen, die mal die AGB überflogen haben und befand sie als unerträglich), und viele bestätigen mir das auch, gegen Whatsapp. Was uns dahingehend noch an Überwachung ins Haus kommt, macht mir Sorgen.

Andererseits gibt es auch Themen, die aus meiner Sicht eine Veränderung erfordern. Energiewende zum Beispiel. Nun kann man sich darüber streiten, ob mit oder ohne (neuer!) Kernenergie. Es gibt inzwischen Reaktoren, die rein physikalisch nicht in die Luft fliegen können. Tatsächlich. Und die den Atommüll auf 20% reduzieren. Dennoch ist es Atommüll. Dennoch kostet die Energiewende Geld und ich sehe dieses Geld als Investition in die Zukunft. Dennoch kostet es Geld (mal ganz abgesehen davon, daß uns die Alte Kernenergietechnik ebenfalls jede Menge Geld kostet. Meist versteckt, eben nicht pro Kilowattstunde berechnet, durch Steuern finanziert. Die Sanierung der Asse nur mal als Beispiel).

Was mich dabei wundert ist, daß viele so tun als ginge das nicht an ihren Geldbeutel. Das sollen gefälligst die anderen, „die da oben“ (wer auch immer damit gemeint ist) bezahlen. Das funktioniert nicht. Es kostet jeden Geld. Punkt.

Recht heuchlerisch erscheint mir dabei die „Rettet die Bienen“-Unterschriftenaktion in Bayern. Ich will nicht sagen, daß es ein unwichtiges Thema ist. Das ist es nicht. Ich frage mich jedoch, woher das kommt, daß es immer weniger Insekten und Bienen gibt. Jeder ist Kunde. Irgendwo und irgendwie. Bei der Bienen-Aktion erscheint es mir so als wären einmal mehr die Bauern am Pranger. Wegen Glyphosat und anderem Zeugs, was sie auf die Felder versprühen. Daß sie das aus purem Überlebensdruck tun müssen, das juckt dabei nicht, denn „der Markt“, den „wir“ ja als gottgegeben hinstellen, diktiert den Bauern, wieviel wir für die Lebensmittel bezahlen (wollen). Der Kunde greift überwiegend zu den billigsten Produkten. Der Preisdruck geht zurück zu den Bauern, die eben billigst produzieren müssen.
Es gibt zB „Die Faire Milch“ zu kaufen. Dort sollen Milchbauern fairer für ihre Milch bezahlt werden, daher ist die Milch auch teurer. Aber nicht wirklich teuer. Trotzdem ist deren Absatz verschwindend gering. Wenn nun die Menschen die Bienen retten wollen, müssen sie sich auch fragen, wieviel das für sie persönlich kosten darf. Alles andere wäre geheuchelt. Nach dem Motto „bezahlen solls doch jemand anders, nicht ich“ – nach dem Sankt-Florians-Prinzip.

Die nackten Absatzzahlen sind da schon erstaunlich. Überwiegend wird halt beim Discounter gekauft. Wo das zeug herkommt? Egal. Hauptsache billig. Und dann kommt mal wieder irgendein Fleischskandal, man kotzt sich darüber ein paar Tage aus, um dann den Dreck weiterzufressen. Das ist auch geheuchelt. Das ist grotesk.
Daß dabei die Menschen ebenfalls von einem gewissen Preisdruck getrieben werden, ist klar. Aber ich sags mal so: Beim Smartphone kann man viel einsparen, wenn man keines hat. Wie gesagt, bei der Digitalisierung bin ich ein Muffel. Zurecht, wie ich meine. Dennoch habe ich ein Smartphone. Das habe ich mir vor 2 Jahren bei Ebay gekauft und läuft mit aktueller, freier Software. Aber klar kann sich auch ein neues iPhone zulegen und darüber jammern, daß man kein Geld hat. Da sollte man etwas über das Ursache-Wirkungs-Prinzip nachdenken.

Volksbetrug und Lobbyismus

Während immer wieder gegen Ausländer, „Gutmenschen“ und andersdenkende gehetzt wird, finde ich es grandios, wie genau das anscheinend vom Betrug der Autoindustrie ablenkt.
Es wurden Fahrzeuge verkauft, deren Angaben falsch waren. Und das, „kurioser Weise“, Jahre, nach dem man bemerkt hat, daß die Autos ja (viel) mehr Sprit brauchen als angegeben. Kurzum: Es wurde betrogen, jeder hat es gewußt, es kam nur viel später heraus.
Früher wurden die Verantwortlichen dafür verknackt. Hier sehe ich, daß genau das nicht passiert. Seit Monaten, inzwischen Jahren wird herumgeeiert – und der Kunde quasi enteignet. Diesmal von Kapitalisten, nicht von Kommunisten. Und das während die Schuldigen Milliarden Gewinne einfahren. Da bin ich mal wieder froh, „nur“ einen Dacia-Benziner zu fahren.
Völlig ignoriert wurde dabei der Ansatz von Hardwarenachrüstungen. Es wurde zerredet, obwohl Bosch zB die NOx-Werte durch Nachrüstung dramatisch verbessern kann. Was zum Geier liegt denn nicht näher, der Autoindustrie zu diktieren, daß sie am Kunden genau diese Hardwarenachrüstungen auf eigene Kosten installieren müssen. Die Kosten können sie gerne den dafür zuständigen Managern weiterleiten, die dann – oh wie schade – zB ihr Böötchen in St. Tropez verkaufen müßten. DAS wäre gerecht.
Aber da drückt sich unsere be-Scheuer-te Regierung enorm und bringt „Rabatte beim Neukauf“ ins Spiel. Im Ernst?? Die Autoindustrie bescheißt und der Kunde soll das bezahlen?
Kein Wunder, daß die AfD (die ja schlichtweg die alten Diesel weiterlaufen lassen will – ohne jegliche Konsequenzen für die Verantwortlichen) großen Zulauf bekommt.
Aber schon geil, wie der Lobbyismus funktioniert, kein Wunder, daß man sich vehement gegen Lobbyregister wehrt und kein Wunder, daß die Politik hin und wieder sehr aggressiv gegen die vorgeht, die genau das ändern wollen.
Hier, beim Dieselbetrug kann man die Gleichung Lobbyismus=Betrug aufstellen. Das gilt sicher nicht überall, hier aber schon. Und wer dem nicht Einhalt gebieten will, der steht für Betrug, oder, schlimmer Korruption.

Medialmacht

Ich kann mich an einen Diaabend mit meinem Onkel erinnern, der 1974 über Griechenland in die Türkei mit dem Campingbus gefahren ist, mitten in der Zypernkrise. Er sah auf griechischer Seite ein Bild, auf dem Soldaten irgendwas mit Dorfbewohnern gemacht haben. Schlagzeilen sinngemäß „Die Türken warens!“. Als er in die Türkei fuhr, sah er auf Türkischer Seite dasselbe Bild mit den Schlagzeilen „Die Griechen warens!“. Er kommentierte das mit einem „Gebt mir auf beiden Seiten ne Zeitung und nen Radiosender und ich zettel einen Krieg an.“ Das war vor fast 30 Jahren.
Die Medien scheinen heute weitgehend von Facebook überholt worden zu sein. Damit liegt die Medialmacht für viele Leute alleine bei nur einem Konzern, der sich allerhand „Algorithmen“ ausdenken kann, um die Masse maßgeblich zu beeinflussen. Viele Leute trauen den (Leit-)Medien einfach nicht mehr und glauben lieber jeden Mist, der bei Facebook gepostet wird. Das ist schon beängstigend. Vorallem, weil viele Leute jeden Mist auch ungefiltert trauen und nichtmal nachschauen, woher der Mist eigentlich kommt. Oft sind es selbsternannte „Institute“, die von (Süd-)Amerika oder Osteuropa aus die „Lage in Deutschland“ betrachtet haben wollen. Naja, schaut man genauer hin, merkt man, daß es dann doch eher AfD-nahe „Redakteure“ sind, die schlichtweg Lügen verbreiten. Aber das wollen deren Leser ja nicht wahrhaben, die fleißig jeden Mist posten und damit diese Lügen verbreiten.
Nun ist Facebook ja ein Konzern, der Geld verdienen will. Auf der anderen Seite gibt es eben Firmen, in deren Interesse es liegt, daß Menschenmassen in eine bestimmte Richtung bewegt werden. Also könnte ja die, ich sage mal platt Waffenlobby bei Facebook anklopfen und Geld geben, damit Facebook einen Krieg anzettelt. In der heutigen Zeit mit verblendeten Menschen erscheint mir das echt mehr als möglich zu sein. Facebook hätte weit mehr als nur eine Radiostation und eine Zeitung – auf beiden Seiten!

Technikkram – Display „SH1106“ an einem Raspberry Pi

Man bekommt dieses Display für ~5€ direkt aus China oder für gut 8€ aus Deutschland. Letzteres habe ich gewählt, da ich nicht so risikofreudig bin. Ich habe eines mit I²C- und nicht mit SPI-Bus gewählt!
Das SH1106 ist ein 1Bit OLED-Display, das per I²C-Bus angesteuert wird, es also kein „normaler Bildschirm“, sondern wird als (zusätzliches) Anzeige genutzt. Es ist recht klein und hat 128×64 Pixel. Der I²C-Bus kann viele Geräte gleichzeitig ansteuern bzw. beherrbergen, hat aber insgesamt nur eine begrenzte Datenrate, ich meine, das sind beim Raspberry Pi, den alten, den ich dafür nutze, 400kbit/s.

Raspi-Vorbereitung und Verdrahtung

Es gibt dazu bessere Tutorials mit Bildern. Ein „dmesg |grep i2c“ auf dem Raspberry Pi spuckt entsprechend, wenn man den I²C-Bus als root/su („superuser“) mit dem tool „raspi-config“ unter „Interfacing Options“ -> „I2C“ eingeschaltete hat, ein „i2c /dev entries driver“ aus, die module i2c_bcm2835 und i2c_dev sollten denn geladen sein. Dann funktioniert schonmal der I²C-Bus. Nun noch das Paket „i2c-tools“ installieren.
Ein I²C-Bus kann einige Geräte auf einem Bus verwalten. Jedes Gerät auf dem Bus „meldet“ sich mit einer Adresse, das heißt allerdings auch, daß jedes Gerät eine andere Adresse haben muß. Die Adressen werden auf den Geräten selbst festgelegt. Im Falle des SH1106 ist die fix auf 0x3c festgelegt. Das SH1106 hat 4 Pins: GND, VCC, SDA und SCL.
GND = Ground, also „Masse“ und geht am Raspberry Pi auf den Pin Nr. 6 oder 9
Vcc = 3,3V und geht auf den Pin Nr. 1
SDA = Serial Data und geht auf den Pin Nr. 3
SCL = Serial Clock und geht auf den Pin Nr. 5
Hat man alles verdrahtet und startet den Rasperry Pi mit dem SH1106 neu, müßte ein „i2cdetect -y1″ (=“schau mal nach, was es so alles auf dem I²C-Bus 1 gibt“) folgendes ausgeben:
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 a b c d e f
00: — — — — — — — — — — — — —
10: — — — — — — — — — — — — — — — —
20: — — — — — — — — — — — — — — — —
30: — — — — — — — — — — — — 3c — — —
40: — — — — — — — — — — — — — — — —
50: — — — — — — — — — — — — — — — —
60: — — — — — — — — — — — — — — — —
70: — — — — — — — —

Da sieht man, daß es ein Gerät mit der Adresse „0x3c“ gibt.

Ansteuern mit Python

Zum Ansteuern unter Python habe ich es zunächst mit Python 2 versucht, merkte aber, daß das nicht funktionierte. Ich habe gelesen, daß man besser Python3 nehmen sollte. Also mußte ich erstmal das Paket „python3-pip“ installieren, das wegen einer großen Abhängigkeit zu zahlreichen anderen Paketen eine kleine Installationsorgie wurde. Die nächste Orgie muß man anschließend mit einem „pip3 install luma.oled“ veranstalten, da es von Debian/Raspian die entsprechenden Python-Pakete nicht gibt. Aber zum Glück gibt es ja den Python-Paketmanager pip bzw. pip3. Damit sind die nötigen Python-Bibliotheken installiert.

Mein Ziel war es, eine Anzeige zu basteln, die mehrere Sachen abwechselnd anzeigt. Ich fand ein Pythonscript, mit dem ich schonmal schreiben/“malen“ konnte. Allerdings habe ich nicht herausgefunden, wie man das Display löscht. Schreibt man etwas anderes über die vorher beschriebene Stelle, sieht man beides auf einmal, als würde man auf ein Blatt an derselben Stelle 2 Dinge übereinanderschreiben.

Meine Lösung fand ich in einem „virtuellen Bildschirm“, den ich einfach mal gut doppelt so hoch gemacht habe. Den lasse ich vollschreiben und sage anschließend „zeige abwechselnd den oberen oder unteren Teil“.

Entsprechende Pythonscripte habe ich auf Github mit kurzen Erklärungen in den Scripten veröffentlicht. Ich denke mal, dieses Display läuft an vielen anderen Einplatinenrechnern, die einen I²C-Bus haben (Banana Pi, Cubietruck etc.), auch.

Lügen und Kartenhäuser

Ich kann mich noch an Diskussionen vor ca. 13 Jahren erinnern, wo es um „Wahrheit“ ging. Es kamen dabei Theorien auf, daß Wahrheit nicht immer dasselbe ist, oder anders gesagt, daß jeder Mensch seine eigene Wahrheit haben kann und darf. Ich habe schon damals gesagt, daß, sinngemäß 2+2=4 ist, auch in der sog. „Postmoderne“. Diese ich nenne es mal teilweise Verwässerung von Wahrheit führte dazu, daß immer weniger Menschen sich darüber Gedanken machten.
Gerade die Politik, allen voran die „etablierten Parteien“ machten sich insofern daran schuldig, daß Wahlversprechen nicht gehalten wurden, daß vieles versprochen und wenig eingehalten wurde. Wenn in der Regierung, aber auch in großen Betrieben von dummen Entscheidungen gesprochen wird, sagt man daher auch entschuldigend „das ist eben Politik“: Eine Entscheidung, die mit Synapsen nicht nachvollziehbar ist, höchstens noch mit Geldflüssen oder eben Vitamin B.
Jahrzehntelang log die Politik, daß sich die Balken bogen und „wir“, die Gesellschaft gewöhnte sich dran. „Wir“ nehmen es hin, auch, indem wir immer und immer und immerwieder dieselben wählen. Ein Umstand übrigens, den ich seit über 30 Jahren nicht verstehe: Warum straft man per Wahl nicht diejenigen ab, die Lügen?
Inzwischen scheinen noch die Medien davon infiziert zu sein, aber da gibt es einen Passus: Verbreiten sie Lügen, müssen sie selbst das richtigstellen. Das gilt nicht für Facebook- oder Blogposts.
Nun wurde über Jahrzehnte eine gewisse Verunsicherung gesät, die nun allmählich aufgeht. Man glaubt den Medien nicht mehr so wie noch vor Jahrzehnten. Viele glauben eben doch lieber Facebook-Posts, die nicht selten gesteuert sind. Trump kam so an die Macht, das darf man dabei nicht vergessen und daher ist genau das eine Gefahr für die Demokratie. Eine Gefahr deswegen, weil man herrlich und relativ einfach über soziale Netzwerke mit Hilfe von sog. „Bots“ Mehrheiten generieren kann, zB, in dem ein Post von Haßkommentaren übersät werden. Mit Hilfe von Trollen kann man so prima ganze Menschenmassen lenken. „Gelenkte Demokratie“ sagt wohl Putin dazu.
Mittendrin tritt nun die AfD auf und behauptet, „die Wahrheit“ zu sagen, lügt aber im Grunde noch viel schlimmer als die bisherigen „etablierten“ Parteien und lenkt die Diskussion, egal von wo immer und immerwieder auf „die Flüchtlinge“. Ein angeblich von der AfD unabhängiges Troll-Netzwerk, „Reconquista Germanica“, hatte schließlich letztes Jahr das oberste Ziel, die AfD so stark wie möglich zu machen und bediente sich dabei allerhand Lügen und Haßkommentare. Dieses Netzwerk ist stark hierarchisch organisiert, heißt: Ganz oben sitzen wenige, die viele darunter steuern. Da werden verbal auch schonmal Aktivisten angegriffen. Noch bleibt das beim verbalen.
Auf mich wirken die Altparteien recht hilflos, wenn man sich die Entwicklung ansieht. Man wollte mit Hilfe des „NetzDG“ diese Entwicklung stoppen. Aber Facebook macht, wie immer, was es will und nicht, was die Gesetze eigentlich verlangen. Der Preis für das NetzDG ist eine weitere Einschränkung der Meinungsfreiheit und daher viel zu hoch. Die Argumentation damals war ja, daß man Lügen eindämmen wollte. Ich erinnerte an die Bundestagswahl 1990, in der Kohl versprach, daß den Deutschen die Wiedervereinigung nichts kosten würde – eine glatte Lüge und jeder hat es gewußt, trotzdem glaubten gerade im Osten viele daran und wählten die CDU. Inzwischen kann abseits von den Altparteien eben besser und effektiver gelogen werden und dagegen muß natürlich etwas getan werden. Aber das ist meine persönliche Meinung dazu.
Die Altparteien, die „Politik“ errichtete über Jahrzehnte ein Kartenhaus aus Lügen und das scheint nun allmählich zusammenzubrechen. Ein Weg wäre, daß sie endlich sagen „Ja, wir haben da Mist gebaut“ – und es auch ehrlich meinen, was man anschließend an Taten sehen muß. Gerade an die SPD(-Führung) muß ich das mal sagen, die SPD rutschte nicht umsonst in Richtung Bedeutungslosigkeit und wird weiter dahin rutschen, wenn sie nicht endlich wieder an Hand von Taten das Soziale und Demokratische einführt und nicht mehr, wie in der Vergangenheit sog. „Parteiabstimmungen“ von oben lenkt. Daß die Union da in sich undemokratischer funktioniert, ist ja hinlänglich bekannt, gerade die CSU bewies das mehrfach – und wird dafür stets wiedergewählt.
Bei all dem Schlamassel muß ich jedoch sagen: Lieber die Altparteien als die Nazis, die AfD, eine Partei, die alle 3 Strophen des Deutschlandliedes aufsingen läßt, Mitglieder mitträgt, die Mitglieder innehat, die am liebsten die Leugnung des Holocausts straffrei machen will. Eine Partei, die am liebsten die EU und den Euro abschaffen will. Ich kritisiere die EU auch, beim Euro blicke ich zuwenig durch, ehrlichgesagt. Wir haben seit fast einem dreiviertel Jahrhundert Frieden in Europa. Ich weiß nicht, ob das schonmal gab. Und ich sehe dabei schon den Zusammenhang mit der europäischen Vereinigung. Ja, man muß die EU reformieren, demokratischer machen, und ja, viele schimpfen auf Brüssel mit vielen unsäglichen und teilweise dämlich erscheinenden Gesetzen. Aber wer denkt dabei schon direkt an Lobbyismus? Und wo wäre der brüsseler Lobbyismus, wenn es „Brüssel nicht mehr gibt“ ? Genau: In Berlin! Hat darüber schonmal jemand nachgedacht? Inzwischen schwirren schon in Berlin um die ~700 MdBs ~6000 Lobbyisten. Das sind Leute, die von Firmen dafür bezahlt werden. Das sind fast 10 Lobbyisten pro MdB. Glaubt denn irgendjemand, die werden bezahlt, nur dafür, daß es sie gibt?
Auch hier ist der Ball im Feld der Altparteien, die es besser machen (Lobbyregister!) könnten, aber nicht wollen. Ganz offensichtlich nicht wollen, auch wenn sie das bisher heuchelten. Ich halte Lobbyismus nicht für grundfalsch, aber man muß dem ganzen doch eine gewisse Transparenz geben und damit den Zusammenhang zwischen Geldfluß und Entscheidungen von Abgeordneten. Aber ich schätze, in den Augen der AfD sind auch daran die Flüchtlinge schuld, aber das sind ja alternative Fakten, nicht wahr?

Christen als „Thermostaten“

Vor Jahren habe ich mal in einer Predigt gehört, daß wir Christen in der Welt (auch) als eine Art „Thermostaten“ agieren sollten. Thermostaten kühlen überhitzte Luft ab und wärmen unterkühlte auf. Das heißt nicht wirklich sie, aber sie steuern das. Ich finde, in der heutigen Zeit ist das wichtiger denn je.
Wenn ich so durch Facebook scrolle, finde ich immer häufiger „Meldungen“, die reißerisch sind, Atmosphäre aufheizen und ich bin dabei immer wieder erstaunt, wie Christen das ungeprüft weiterleiten und posten, nicht selten noch mit haßerfüllten Kommentaren darunter, an denen sich nicht selten weitere Christen daran beteiligen. Bohrt man nach, warum sie das tun, kommt oft als Antwort „Wir Christen müssen doch die Wahrheit sagen.“ – Wahrheit ist dabei nicht selten Halbwahrheit und manchmal glatte Lüge. Man muß es nur mal prüfen. Ich erinnere daran, daß der Teufel ein Meister ist, wenn es darum geht, mit Halbwahrheiten zu arbeiten.
Ich fühle mich dann nicht selten als eine Art Spielverderber, wenn ich dann diverse Dinge mit Quellenangabe aufdecke. Und dafür werde ich dann auch noch angegriffen und in die falsche Schublade gesteckt. Diese Schublade hat denn oft Label „linksgrünversifft“. Und damit bin ich „raus“. Es paßt anscheinend nicht in die heutige Zeit, daß man erstmal nachdenkt, prüft, vielleicht das Gute behält und das schlechte verwirft, Schnellschüsse sind angesagt, Behauptungen, die durch Behauptungen gestützt werden, werden verbreitet und viele Menschen fahren drauf ab. „Jaa, genauuu!“, sagt dann die gefühlt gebauchpinselte Seele, die sich so sehr als Opfer sieht.
Ich erinnere mich, wie ich vor über 20 Jahren mit einem Christen darüber diskutiert habe, daß Rock’n’Roll (nicht) vom Teufel ist. Da wurde genauso mit Halbwahrheiten gearbeitet wie heute bei den Brandstiftern, die hetzen. Aber es ist natürlich frommer, wenns biblische Halbwahrheiten sind, gell? Nein, es ist teuflisch, denn der Teufel hat bei Adam und Eva genau so gearbeitet.
Ich kann vor Schnellschüssen nur warnen. Die Zunge ist heute anscheinend auch weniger im Mund als in den Fingern. Beim Tippen. Bei der Maus. Am Handy. Wir Christen können dem nur entgegensteuern, indem wir die GANZE Wahrheit versuchen zu begreifen und immerwieder darauf hinweisen, daß diese und jene Meldung allenfalls auf Halbwahrheiten beruht. Sicher, am schönsten ist es, wenn man manche Meldung als Fehlmeldung enttarnt – das traurige ist dann halt, daß das nicht geglaubt wird. Lieber glaubt man der Lüge. Es ist so schön und einfach. Und es befriedigt ein bißchen das Fleisch. Aber nur ein bißchen.
Aber eines muß klar sein: Wer die Halbwahrheit der ganzen Wahrheit vorzieht, lebt in der Lüge.