Fahrradaction mit 3 Kindern

Wir waren die letzten beiden Wochenenden mit Kinder und Rädern unterwegs. Das Wetter lud einfach dazu ein, auch wenn das erste April-Wochenende nur 2 Tage geradelt wurde.
Los ging es also mit der ersten Tour am 1. April. Theresa startete mit Salome ab Ober-Ramstadt, während ich mit den Jungs (Jonathan war noch auf Kindergeburtstag) nachkam. Ziel: Kinshasa, äh, Crumstadt.


Netterweise haben wir das Haus von Theresas Kollegin für eine Nacht bekommen. Jonathan fuhr trotz Kindergeburtstag die 8km von Pfungstadt aus recht schnell und Manuel hatte es im Anhänger recht bequem. Abends gingen wir dann zum Griechen, wo wir ordentlich gegessen haben und noch für den nächsten Tag etwas eingepackt bekamen.

Am nächsten Tag gab es frische Brötchen vom Bäcker in Laufnähe. Sehr praktisch! Dann gabs Frühstück, danach gings los.

Morgens war es anfangs noch frisch, aber das wurde schnell wärmer. Es ging erstmal durch Stockstadt am Rhein auf den Kühkopf. Von da aus wieder nach Erfelden, auf den Damm, nach ein paar Kilometer wieder runter, über Leeheim entlang schöner Wege vorbei an seltsamen Satschüsseln wieder auf den Damm, der dann so rumpelig war, daß Manuel im Anhänger Beschwerde angemeldet hatte, bis ich ihn dann vorne auf die Sattelstange setzte. Einen extra Sitz hatten wir nicht dabei. Aber es ging auch so. Nach 18km erreichten wir die Fähre bei Kornsand. Auf der anderen Seite machten wir erstmal Mittag und vertilgten die Reste vom Vorabend (wie praktisch!).

Dann war der eigentliche Radweg entlang des Rheins aus der Pfälzer Seite gesperrt und wir mußten einen Umweg nehmen. So kamen wir dann nach insgesamt 41km an der Imbissbude gegenüber von Gernsheim an. Manuel motzte im Anhänger, weil er sich bewegen wollte. Praktischerweise gab es dort auch einen Spielplatz.



Wir haben dort gegessen, dann setzten wir über. Übrigens kostete die erste Fähre fast doppelt so viel wie die zweite.

Die Kinder waren nicht mehr in der Lage, die letzten ca. 11km nach Pfungstadt zum Auto zurückzufahren, aber sie fuhren noch 3km den Rhein aufwärts, während ich das Auto holte. Kaum fuhren wir los, war Jonathan schon eingeschlafen. Auf dem Weg nach Pfungstadt fotografierte ich exemplarisch eine der vielen Stilblüten von Fahrradausschilderungen an Weggabelungen bzw. Kreuzungen. Ich wäre an der Stelle falsch gefahren, hätte ich nicht Leute nach dem Weg fragen können.

2. Radtour 2.0 mit 6 Kindern und 4 Erwachsenen.

Diesmal fuhren wir mit 10 Leuten von Ober-Ramstadt aus ohne Auto(s) los. Erstes Ziel war am letzten Freitag die Jugendherberge Zwingenberg. Das heißt, gestartet sind wir mit 9, weil mein Nachbar, dessen Anhänger nur an sein Fahrrad geht, nachkam. Da der jüngste mit 4 Jahren schon nach 500m aufgab, kam er in den Sitz und sein Fahrrad in eben diesen Anhänger. Wir fuhren durch den Wald bis nach Darmstadt-Eberstadt, von dort aus über Seeheim-Jugenheim-Alsbach nach Zwingenberg.
Wir dachten, man käme leichter zur Jugendherberge wenn wir am Berg entlang fahren, was sich jedoch als falsch herausstellte. In Zwingenberg hatten wir so viiiel Steigung und ich bekam das Fahrrad + Anhänger + Manuel kaum schiebend hoch.
Ich mußte erst jugendliche 43 Jahre alt werden, um erstmals in einer Jugendherberge zu übernachten. Mein Nachbar kam dann etwas später zu uns und wir leerten dann noch eine Flasche Wein.
Am nächsten Tag gings dann weiter. Es stellte sich an den wenigen Stellen, an denen wir vielbefahrene Straßen kreuzten, als schwierig heraus, den „Sack Flöhe“ (die 5 Kinder auf den Rädern) im Auge zu behalten. So fuhren wir dann fast nur Radwege. Es ging über Rodau nach Schwanheim. Dort machten wir erstmal Pause.

In Lorsch am Kloster gabs dann Mittagessen und danach stoppten wir noch an einem Kinderspielplatz.

Über einen leichten Umweg kamen wir dann nach Heppenheim, um die Starkenburg zu erklimmen. Es ist ja nicht genug, daß man ca. 10% Steigung hat, aber wenn die Straße dazu noch grob gepflastert ist, wirds übel. Gut 2km lang mußten wir dann schieben. Dafür hatten wir oben einen herrlichen Ausblick. Wir tranken schön Bier und hatten ein üppiges Abendessen. Danach leerten wir in der Jugendherberge dort noch eine Flasche Wein. Am nächsten morgen war der Ausblick toll. Zunächst sah man Nebel.

Später dann durften wir noch auf den Turm und die dortige Aussicht genießen.

Beim Runterfahren war ich froh um meine Scheibenbremsen. Oben bekamen wir noch den Hinweis, daß es einen „Kanonenweg“ gäbe, der geteert und nicht gepflastert ist. Den sind wir dann auch runter. Unten dann schlängelten wir uns dann entlang des R8 an Bensheim vorbei, wobei das nicht sehr schön war. Immerhin kamen wir gut vorwärts. In Alsbach-Sandwiese gabs dann nochmal Döner(Teller).
Der 4jährige gab auf und wurde ab da chauffiert. Der Weg führte über den Erlensee nach Pfungstadt. Kurz hinter der Ortsgrenze nach Eberstadt glaubten wir eine archäologische Ausgrabung besichtigen zu können: Die Bahnruine des Bahnhofs Eberstadt. Immerhin fuhr da auch eine Bahn, doch es war schon sportlich alles in den einen VIAS-Zug verstaut zu bekommen. Immerhin mußten wir nicht umsteigen. So kamen wir gegen 17Uhr wohlbehalten in Ober-Ramstadt an.

Ich bin nicht gegen Technik – aber sollte eben kein Murx sein!

Hie und da werde ich drauf angesprochen, daß ich ja technikkritisch wäre. Das stimmt nur eingeschränkt, vieles, was in den letzten Jahren auf den Markt kam, fasziniert mich tatsächlich. Dazu gehört vorallem, daß man es geschafft hat, Computer zu bauen, die mit wenig Energiehunger ein Vielfaches von einem PC leisten, der vor 15 Jahren vielleicht gerade so mit einer Handy-Akku-Ladung gebootet hätte.
Seit über 20 Jahren benutze ich Linux, was anfangs schlicht und ergreifend mit einer Notlösung begann, da Windows auf meinem PC nicht lief. Auch weitere 2 Versuche, ein Windows auf meinem PC zum laufen zu bringen, schlugen fehl. Damit hatte sich das „Windows ist ja soo einfach“ für mich erledigt – weil es bei mir einfach nicht lief (und Linux schon).
Das liegt aus meiner Sicht einfach an einem überaus schlampig zusammengestupfelten „Betriebssystem“, das ständig neue und über längere Zeit ungepatchte (bereits entdeckte) Sicherheitslücken aufweist. Im Klartext: Das „System“ ist angreifbar, Daten können zB abgezogen werden. Daß – obendrauf – noch seit mittlerweile fast 18 Jahren bekannt ist, daß Windows einen sog. „NSA-Key“ enthält und wir seit Edward Snowden wissen, was das bedeutet, setzt dem ganzen noch eine gewisse Krone auf. Wie man da noch von einen „professionellen Betriebssystem“ sprechen kann, ist mir schleierhaft. Geht man da einen Schritt weiter, sind wir bei Industriespionage.
Aber es ist ja nicht nur Windows. Android ist, so wie ich das sehe, mindestens genauso schlimm. Immerhin ist Android an sich Open Source (wenn auch längst nicht alle Treiber), dennoch verwischt sich da für mein Empfinden viel zu sehr die Grenze zwischen Nutzer und Administrator. Das hat zur Folge, daß Android ebenfalls sehr angreifbar ist. Vorallem, wenn man es mit propritären Apps bestückt, die man nicht wirklich kontrollieren kann (der Android-eigenen Sperre für Apps mißtraue ich da).
Anscheinend wollen die meisten darüber nicht nachdenken und argumentieren dann ganz platt mit einem „ich habe doch nichts zu verbergen.“ – Nun, warum macht trotzdem jeder die Türe aufm Klo hinter sich zu?
Wir bekommen von Konzernen und immer mehr von der Politik eingetrichtert, daß alles „smart“ werden muß. Auch da habe ich – prinzipiell – nichts dagegen. Dann muß ich aber (wenn auch nur theoretisch) nachvollziehen können, was welche App wie macht. Vorgesetzt kriegen wir aber, einmal mehr, Murx. Murx, der angreifbar ist, Murx, der uns um die Ohren fliegt und/oder uns erpreßbar macht. Murx, der nach dem Kauf oft softwaremäßig nicht mehr gewartet wird (so wie Windows XP). So, und das will ich nicht. Dann will ich lieber eine Waschmaschine mit einem mechanischem Schaltwerk. Diese kann man, übrigens, dann auch einfach vom Stromnetz nehmen, wenn man Verbrauchsspitzen abmildern will. Dazu muß sie nicht smart sein, es reicht, sie vom Strom zu trennen (Stichwort: „Rundsteuerempfänger“), schaltet man sie wieder ein, macht sie da weiter, wo sie aufgehört hat. Übrigens: Unsere Waschmaschine bekommt vorgeheiztes Wasser von unserer Heizung, man spart so den Strom fürs aufheizen zueinem guten Teil ein – DAS ist sinnvoll, aber offenbar über Jahrzehnte nicht gewollt, weil einfach sauteuer – Wir haben ein Vorschaltgerät dazu.
Wenn man dagegen mittlerweile sogar sein Licht per App einstellen „soll“, kann es ganz schnell dunkel werden. Vieles vom sog. „IoT“ (Internet of things) braucht man, denke ich, nicht und sind Spielereien. Wers mag, okay, nur, wenn man durch einen gewissen „Marktdruck“ zu solchen Geräten gedrängt wird, stelle ich fest, daß ich bei der Wahl meiner Geräte nicht mehr frei bin. So ähnlich wie man beim Auto immer unfreier darin wird, ein Auto zu kaufen – angeboten werden heute ja fast nur noch schlampig programmierte und verbastelte Computer mit einer „Fahr-App“, die am besten online (per Handy-Netz) geupgraded werden sollen. Mir gruselt es bei der Vorstellung, eines Tages nur noch ein Auto mit einem Android oder iOS fahren zu können. Da fahre ich lieber Oldtimer. Oder Fahrrad.

Neues von der Technikfront..

Ich habe seit knapp 3 Jahren einen Cubietruck mit einer großen Festplatte dran. Diese 1,5TB-Platte war nun voll. Wir haben inzwischen eine Spiegelreflexkamera und die macht eben große Bilder O:-).
Seit letztem Jahr gibt es 5TB-Platten im 2,5″-Format und weil die „alte“ Festplatte eben schon 3 Jahre alt ist, und ich sie in dem Zeitraum sowieso tausche, kaufte ich mir eben das 5TB-Teil. Entusiastisch klemmte ich sie – zunächst per USB-Adapter an, partitionierte sie mit fdisk, lief. Danach kopierte ich alle Dateien, was nach ca. 34 Stunden dann auch mal fertig war. Dann hängte ich die Platte an den normalen SATA-Port des Cubietrucks und….NIX.
fdisk erzählte mir was von einer DOS-Partition, konnte das, was ich da gemacht hatte, nicht einbinden und ich rätselte. Schaut man sich dann mal die Spezifikationen des Cubietrucks an, findet man schnell, daß der SATA-Port „maximal 2TB kann“. Und dann findet man dazu wieder Posts, die besagen, daß es doch geht, Platten mit mehr als 2TB damit einzubinden. Also fragte ich mal bei Armbian im Forum an und bekam nach Minuten eine Antwort. Es geht und es liegt wohl irgendwie am fdisk, das das mit großen Platten an dem SATA-Port nicht umgehen kann. Woran genau das liegt, weiß ich auch nicht, man muß nur statt fdisk parted nehmen und eine sog. „GPT-Partition“ erstellen. Na auf sowas muß man erstmal kommen. Also alles neu gemacht, neu das Filesystem erstellt (dauert ja auch 90min), nun kopiert er.

Und ja, das kann man auch mit einem Banana Pi machen – es ist dasselbe SoC (Allwinner A20).

Das Heil der Welt kommt nicht vom Veganismus

Nun fordert also eine SPD-Politikerin die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 7% auf 19%. Die gute Frau hat wohl vergessen, daß eben dieser verminderte Satz gerade für Geringverdiener gedacht war, damit sie sich ihr Essen leisten können. Aber das vergißt man ein knappes halbes Jahrhundert später natürlich vollends.
Nun sollen also die Geringverdiener zu Veganern umerzogen werden. Das finde ich schon interessant und die Begründung dazu, daß man ja „Klimaziele“ erreichen will (bis 2050), ist genauso absurd wie denkwürdig. Als wäre der Veganismus der Weg, die Klimaziele zu erreichen – und als müßte man ein Volk dorthin erziehen. Was viele nicht wissen: Das hatten wir in ganz ähnlicher Weise schonmal. Bei den Nazis. Die Heilkräuterverganer der SS, allen voran Heinrich Himmler. Nein, ich werde die gute SPD-Frau nicht in einen Topf mit den Nazis, ich sage nur, daß diese Ansichten nicht neu sind.
Ich betrachte diese Welt mit immer mehr Kopfschütteln, weil in meinen Augen die Verantwortlichen das große ganze nicht mehr zu sehen scheinen – oder dies garnicht wollen, sondern eher in ihrem in Relation zur Welt verglichenen „Mikrokosmos“ herummurksen. Als würde von der Fleischproduktion in Deutschland so viel Klimagase ausgehen. Die SPD ist ja mit ihrem Obermotz Gabriel ja schließlich auch im Wesentlichen für Kohlekraftwerke. Ich finde das absurd, das hätte Satire nicht besser hinbekommen.
Genauso wie die CSU für eine „Flüchtlingsobergrenze“ ist und gleichzeitig für die Ausbeutung eines Kontinents und für Waffenlieferungen dorthin ist (zumindest ist sie nicht explizit dagegen!).
Nun soll es also der Veganismus richten. Kühe sollen dann am besten ganz verschwinden, die bis heute abgegrasten Hänge mit ihren Wiesen verbuschen und wir Menschen sollen statt Milch und Fleisch die Beeren (sofern genieß-, bzw. eßbar) davon pflücken und uns davon ernähren. Herzlichen Glüxpilz!
Ich empfinde die Idee der Anhebung tatsächlich als faschistoid, ob das wirklich so ist, oder nicht weiß ich nicht, ich empfinde es halt so. Und ich finde es außerdem ein bischen amüsant, auf welch skurrile Ideen man kommen kann, um Aktionismus zu zeigen. Ich bin für ein Papierfliegerverbot, weil die Papierherstellung total viel CO2-Emissionen mitsichzieht! Wer macht mit? *Kopfschüttel*

„Wahlmanipulation“

Es ist schon lachhaft, wie einmal mehr unsere Regierigen daherreden. Nachdem Trump durch gezielte Lügenmeldungen via Facebook & Co zum Präsidenten gewählt wurde, werden nun unsere Machthaber nervös. Meiner Meinung nach, weil nun Leute genau das tun, was sie die letzten Jahrzehnte taten, und das eben besser: Lügen.
Man hat sich ja schon dran gewöhnt, und Käpt’n Blaubär erkannte auch, daß man ein Wa(h)lversprechen eben nicht halten muß. Mich nervt das gewaltig, vorallem, daß die Wähler gefühle 3 Tage später die Lügerei wieder vergessen haben und eben die, die gelogen haben, wiederwählen. Also im Grunde baut so unsere derzeitige Regierung auf einer gehörigen Portion Lüge auf.
Nun kann man natürlich argumentieren, daß das „Realpolitik“ ist. Aber etwas vor der Wahl fest zu versprechen und genau das dann brechen ist eben auch etwas anderes als gegen etwas zu sein, aber für Kompromisse offenzubleiben. Wiedemauchsei. Unsere lügenden Regierigen kommen damit durch, weil das Volk doof genug ist, sie (wieder)zuwählen – und mit eben dieser Dummheit spielen sie seit Jahrzehnten – ganz gut.
Nun können es andere besser, gezielter, technikversiert werden Fakenews über Facebook gepostet und so nun das Volk in eine Richtung gelenkt, die nicht mehr mit denen konform läuft, die an der Macht sitzen. Gelogen wurde schon immer, nur jetzt interessieren sich die „etablierten“ Politiker dafür.
Das einzige, was sie nun tun können ist, gegen Fakenews vorzugehen. Dabei ist es doch genau ihre Saat, die nun aufgeht und pralle Früchte trägt. Wer all die Jahre Politikerlügen als irgendwie legitim deklariert hat, will jetzt dagegen vorgehen – notfalls eben gegen das Grundgesetz (GG), was allerdings dem gemeinen Volk auch inzwischen mehrheitlich scheißegal ist: Es geht nämlich um nichts anderes als Zensur! (die laut GG illegal ist, aber wie gesagt, wenns keinen juckt… )
Nur muß man dem ganzen einen anderen Namen geben: „Wahlmanipulation“. Wie lachhaft, legt man diesen Maßstab da an, dann wäre die Bundestagswahl 1990 auf jeden Fall Wahlmanipulation gewesen. Achso, für die jüngeren: Damals behauptete und versprach Kohl, die Wiedervereinigung (also die mit der DDR damals) würde keinerlei Steuererhöhungen nach sich ziehen. Den Soli zahlen wir bis heute – und Kohl hat gewonnen. Als „Wahlmanipulation“ würde ich zB gefälschte Wahlzettel, eingriff in die Wahlurne etc. eintüten, aber eben nicht die Manipulation eines Volkes. Die war den Politier nämlich all die Jahrzehnte gerade recht.
Also, kurzum: Wer gezielte Fakenews und Lügen nun als „Wahlmanipulation“ hinstellt, der ist doch nur sauer und wehrt sich dagegen, daß andere das Handwerk derer, die das so lange tun, besser erlenrnt haben und mit Technik umgehen können.
Für das Volk dagegen heißt es: Seid nicht so doof und glaubt nicht jeder Fakebookmeldung. Demokratie heißt, sich mit den Dingen beschäftigen, sich informieren, seine EIGENE Meinung bilden anstatt irgendetwas vorgekautes einfach nachzutröten (auch wenn das viel bequemer ist!). Das haben die Menschen unter Hitler auch gemacht und das ging schief. Wir leben, solange wir das wollen, in einer Demokratie und wir haben heute die Möglichkeit, ettliches nachuzprüfen und Quellen („wer stecktdahinter? Was will er?“) auf den Zahn zu fühlen.
Ja, Leute, es sind aufregende Zeiten, postfaktisch, total irre und doch gehts uns (noch) recht gut.

Netz Poly Tick

Seit Monaten, vielleicht schon Jahren sage ich schon fast mantraartig, daß man Geräte, die ins Internet „gehen“, eben auch softwaremäßig regelmäßig gepflegt werden müssen. Egal ob Tablet, Smartphone, PC oder Router. Ich bin dabei immerwieder erstaunt, daß so wenig dabei passiert. Nun hat die Telekom ein blaues Auge davon bekommen: Der Hackerangriff auf die Speedports (-Router).
Ich bin außerdem erstaunt, wie von verantwortlicher Seite dabei reagiert wird. „Zu den Cyberwaffen“ tönt dabei die Telekom, was ich zum Lachen finde, das zeigt, wie realsatirisch diejenigen drauf sind, die in Verantwortung stehen, also, wie komplett ahnungslos. Dieser Ruf „zu den Waffen“ (ich höre dabei immer die dumpfe Stimme von Kaier Wilhelm II, als der erste Weltkrieg ausbrach) suggiert, daß man tatsächlich einen „Gegenschlag“ machen könnte. Aber wie, wenn die Täter meist im Ausland sitzen? Sollen wir da einmarschieren und deren Computer ausknipsen? Es sind aus meiner Sicht Luftschläger und der Cyberhacker lacht sich darüber tot (im bildlichen Sinn).
Das einzige, was man gegen solche Angriffe tun kann ist: Sicherheitslücken schließen. Sicherheitslücken entstehen aus Fehlern beim Programmieren und da Menschen programmieren, die fehlerhaft sind, ist eben auch deren Software fehlerhaft. Hacker machen nichts anderes als eben diese Fehler zu entdecken und auszunutzen.
Diese Fehler werden jedoch meistens nicht von bösen, sondern guten Hackern entdeckt und nach einer Frist veröffentlicht. In der Frist hat dann die entsprechende Firma die Möglichkeit eben diese Fehler zu bereinigen und eine neue Firmware herauszubringen. Diese Firmware muß dann eben auch eingespielt werden. Tut sie es nicht, dann klaffen Sicherheitslücken ungeschützt. Im Kapitalismus, vor allem wenn man kurzfristig (wie es viele Manager tun) denkt, lohnt es aber nicht Aufwand für etwas zu machen, was kein Geld einbringt. Also sagen sich wohl die Firmen allzuoft „mir doch egal, ich hab ja dein Geld“. Bei den Speedports ist das anders, die werden ja inzwischen von der Telekom vermietet, aber etwa beim Archos-Billigtablet, das mit einem Steinzeit-Android läuft, ist dem nicht so.
Aber zurück zur Telekom: Die hat ja eben diese Speedports mit einer Sicherheitslücke vermietet und reagiert jetzt, wo es eigentlich zu spät ist, mit Updates. Mein Rat an die Telekomkunden: Speedport zurückgeben und eine AVM Fritz!Box kaufen. Die, vorallem die neueren, werden regelmäßig mit Updates versorgt und selbst uralte Boxen wurden bei einer entdeckten Sicherheitslücke 2013 (glaube ich) mitversorgt. Binnen 3 Tage (über das Wochenende!) brachte AVM für viele, eben auch alte Boxen eine neue Firmware heraus – und ließen die Kunden nicht über Monate im Regen stehen. Solche Dinge schaffen bei mir Vertrauen zu einer Firma und sogar zu deren (teil-)propritärer Firmware.
Ich sehe jedoch Netzpolitik nicht nur punktuell, sondern im Ganzen. Neue Firmwares zu machen, um die Kunden (Menschen), kostet eben Geld. Das muß irgendwie bezahlt werden. Daß die Politik jedoch gleichzeitig mit der Forderung kommt, 150Mio Euro zum Entschlüsseln von Whatsapp & Co dem BND zu sponsorn, ist ein Witz. Also ein Witz in sich, denn der BND schert sich null um unser Grundgesetz, hat mehrfach versagt (=> NSU), ist auf dubiose Weise in allerlei Sauereien verstrickt, tut nach außen hin aber, so als würde er für Recht und Ordnung sorgen. Und deswegen soll er mehr Geld bekommen. „Zum Schutz der Bürger“, heißt es dabei, also darauf zielt das ganze ab.
Also nochmal: Der Telekomkunde wird mit seinem Plastikrouter im Regen stehengelassen, weil zum Flicken von Sicherheitslücken kein Geld da ist, soll aber gleichzeitig 150 Mio Euro für mehr für die eigene Überwachung berappen. Ist das nicht grotesk?
Ein Volk in einer Demokratie bekommt die Regierung, die es verdient.

Fahrradsaison 2016 – vorbei

Als ich am 8.3. das erste Mal dieses Jahr zur Arbeit geradelt bin, war ich eingemummelt und sah wegen dem alten Pali-Tuch, das mir schon zu Motorradzeiten gute Dienste leistete, aus wie ein Terrorist. Jannina, unser Au Pair damals, sah mich mehr als verwundert an und konnte nicht glauben, daß ich nun zur Arbeit mit dem Fahrrad fahre. Und tatsächlich mußte ich ca. 10m über Schnee (Nordhang) fahren.
Auf dem Tacho hatte ich 98km drauf, die ich da seit der Inspektion im Herbst vorher draufgefahren hatte. Nun sind es 4363km. 3 Ketten habe ich verschlissen und ich schätze, die Ritzelkassete hinten ist nun auch mehr als fällig. Es ist eben wieder Herbst und ich muß zur Inspektion. 🙂

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Ich wurde in diesem Jahr mehrfach, vom Nachbarsjungen bis zum netten Busfahrer der Linie MKK96 von Sterbfritz nach Züntersbach, darauf hingewiesen, daß mein Fahrrad aussähe wie Sau. Nun, ich benutze mein Fahrrad eben zum fahren, auch bei matschiger Strecke, deswegen sieht es so aus. Und ich habe noch nie mein Rad intensiv geputzt und fange mit meinen 42 Jahren nun auch sicher nicht mehr damit an, alles klar? Dem Bushfahrer habe ich übrigens höflich darauf hingewiesen, daß er mich nicht unbedingt mitzunehmen braucht, wenn er das nicht will. Ich glaube jedoch nicht, daß ein Krümel von meinem Rad abgefallen ist, da nur der Deck über die Tausende von Kilometern sozusagen übrig blieb, der auch hält und nicht abfällt, schon garnicht bei der wichen Busfederung.

Und da ich auf Dinge stehe, die lange halten: Ich kann mit Fug und Recht behaupten, daß ich 10000-Meilen-Stiefel besitze. *g* Die Schuhe habe ich in etwa seit dem Einzug 2011. Seit 2012 radle ich zur GSI und seit August 2014 habe ich einen Tacho, der inzwischen 8300km anzeigt. Also bin ich – locker – 16000km oder 10000 Meilen mit den Schuhen unterwegs.

Gelenkte Demokratie…

Ich beobachte seit Monaten die Medien, ich sehe recht oft die Tagesschau und lese andernorts Dinge, die mir immer mehr als Gegendarstellung dessen vorkommen, was die Mainstreammedien so berichten. Nein, das Wort „Lügenpresse“ benutze ich nicht, schlicht und einfach, weil es nicht stimmt, oder fast nie.
„Lückenpresse“ trifft es eher. Medien, die einfach Dinge ausblenden und so die Wahrheit verzerren. Mich macht es wütend, mit zu kriegen, wenn irgendjemand aus der AfD, CSU, CDU, SPD, Grüne irgendeinen Mist ins Mikrofon rülpst und wie eindringlich darüber berichtet wird. Meist wird das nicht wohlwollend, sondern herablassend kommentiert. Aber nichtsdestotrotz wird die Aufmerksamkeit des Volkes genau darauf gelegt. Gerade bei der AfD halte ich das für ein Spiel mit dem Feuer, gerade angesichts unserer deutschen Geschichte. Ich bin immer entsetzter, worüber alles berichtet wird – und worüber nicht, was so alles total ausgeklammert wird.
Genau daraus entstehen nämlich Lügen. Die Piraten sind am Sonntag krachend aus dem Abgeordnetenhaus geflogen. Sicherlich zum Teil verdient. Doch meistens höre ich „Die Praten tun ja nix!“ – und das ist eine glatte Lüge, auf der die Leute dann aufliegen. In Wirklichkeit tun sie sehr viel, es wird nur nicht darüber berichtet. Und ich behaupte: Weil es gar nicht gewollt ist.

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Wenn ich dann noch mitkriege, daß zB die EU, die sich ja transparenter und demokratischer (aha! Piratenthema!) zeigen möchte, letztlich genau da eine Art Kasperltheater fürs Volk aufführen möchte, sehe ich deutliche Tendenzen, wie hierzulande die Meinung(en) gemacht wird.

Gewollt ist aus meiner Sicht übrigens auch nicht, daß in irgend einer Weise Licht ins Dunkel unserer Geheimdienste gebracht wird. Auch das wird von den Medien weitgehend ignoriert, als hätte man Schiß, daß man Fakten für die Piraten und deren Politik liefert. Oder in dem Fall auch für die Linken. Ich sehe in den Geheimdiensten eine mafiöse Struktur, die auf unsere Grundrechte scheißt. Immer noch und ungebremst. Andere Worte finde ich dafür nicht. Und die Politik belohnt diese Mafia mit mehr Kompetenzen, indem das per Gesetz nun legalisiert wird, was sie vorher illegal gemacht haben. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Bisher gab es keine Konsequenzen für das Versagen und den Vertrauens- und Gesetzesbruch, den BND & Co mehrfach begangen haben. Berichterstatung? Gar Aufreger? Fehlanzeige! Kommt einer von der AfD um die Ecke und erzählt irgendeinen Mist, wird sich drauf gestürzt und darüber berichtet, weil es ja so geil und hipp ist. Oder so.

Und dann muß man eben auch sehen, daß die breite Masse doch so einfach lenkbar ist. Die will anscheinend auch keine Demokratie, weil das ja hieße, sich mit dem zu beschäftigen, was in der Politik geschieht. Das erkenne ich schon daran, daß die meisten AfD-Wähler der AfD im Grunde das Parteiprogramm der Linken unterstellt (und sie deshalb wählt). Zumindest bekomme ich das immerwieder genau so mit. Das wird, gefühlt, mit jedem dummen Rülpser der AfD, der durch die Medien getrieben wird, nur noch schlimmer. „Die AfD hat da doch Recht!“, höre ich dann oft. Aber sie sehen dabei den Rattenschwanz nicht, der ein solcher Rülpser hinter sich her zieht. Wollen wir allen Ernstes Menschen an unserer Grenze abschlachten?
Schaut man mal auf die Fakten, sehe ich die Flüchtlings“krise“ zwar auch kritisch, dennoch muß man sich doch mal fragen, WARUM sie geflohen sind, was dahinter steckt. Da sehe ich: Disatröse EU-Politik in Afrika (TTIP für Arme, sozusagen) und Waffenexporte. Die Menschen fliehen also vor einem Loch oder einer Kugel im Bauch zu uns. Und wer steht für eben diese Politik? Genau, die AfD, und zwar noch schlimmer als Schwarzrotgrüngelb! Wer sich dann hier hinstellt und gegen Flüchtlinge hetzt oder sie gar kloppt, der ist in meinen Augen feige. Zu feige, um die wahren Ursachen anzugehen. Der Deutsche scheint eben leider doch ein klassischer Radfahrer zu sein. Klar ist es fast immer einfacher, an den Symptomen versuchsweise rumzudoktern statt die wahren Ursachen anzugehen. Und dann gibts die, die wegschauen und sich weg ducken, schon ein bisschen wie damals, 1933.
Dann fühlen sich viele AfD-Wähler von Schwarzrotgrüngelbdunkelrot verraten. Zurecht. Aber deshalb genau die wählen, die einen – ganz offensichtlich – (Leute, schaut in derern Programm!) noch mehr verarschen? Das ist mehr als grotesk.

Kippt der Rechtsstaat zum Unrechtsstaat?

Vor 3 Jahren veröffentlichte Edward Snowden seine Kenntnisse über die illegalen Machenschaften der Geheimdienste. Es wurde zwar hie und da von berichtet, aber schnell war die WM und später die EM, die Griechenlandkrise und die Flüchtlingswelle wichtiger.

Die Geheimdienste stritten nichts ab. Der BND gab im Wesentlichen alles zu. Und machte genau so weiter. Nun macht die Politik folgendes: Sie legalisiert das, was vorher illegal war. Zugunsten der Geheimdienste. Im Grunde ruft das Grundgesetz in dem Punkt zum Widerstand auf, jedoch: Das Volk will es ja so. Es resigniert – und wählt am Ende immerwieder die selben. Ich verstehe es nicht und werde einmal mehr von der Bibel belehrt: Die sagt nämlich, daß die Menschen dumme Schafe sind. Schafe rennen einem Anführer (blind?) hinterher, in der Hoffnung, daß sie damit zu neuem grünen Gras geführt werden. Jahrelang habe ich mich gegen diese Vorstellung gewehrt – aber die Bibel hat recht. Leider, muß ich da sagen, denn ich dachte lange, daß Menschen, gerade bei uns, in Freiheit leben. Anscheinend legen sie sich lieber selbst „Handschellen“ an?

Ich höre zwar immerwieder Stimmen, die sagen, ich soll mich nicht so aufregen, es würde ja nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht würde. Das ist – auch historisch gesehen – Bullshit. Genau so wurde in den 1920er Jahren über die NSDAP geredet. Und über Hitler, der zur selben Zeit in „Mein Kampf“ doch sehr genau darüber schrieb, was er eigentlich vorhatte. Man hätte sich nur informieren müssen, die Information gabs damals von der Partei gratis.
Die zunehmende Überwachung der Gesellschaft führt dazu, daß viele sich nicht mehr trauen, ihre Meinung zu sagen, weil sie (beruflich) auf sie zurückfallen könnte. Das kann man im übrigen schon jetzt in den sozialen Medien beobachten.

Wohin geht die Reise? Naja, ich schätze mal, es würde auch niemanden jucken, wenn wir die Demokratie (eta zugunsten eines „marktkonformen“ Konstrukts) abschaffen würden. Wobei das Wörtchen „Markt“ nicht wörtlich zu nehmen ist, es ist nur das Kaschieren des Wörtchens „Geld“, was da eigentlich hingehören müßte. Man könnte auch sagen, es ist die bedingnungslose Unterwerfung der Leute an die Reichen, so, wie es seit Jahren häppchenweise geschieht. CETA, TTIP, das wird alles kommen, weil immer dieselben gewählt werden und wurden. Aber letztlich ist das Volk in einer Demokratie ja selbst daran Schuld – es hat(te) ja die Wahl.

Ich bin froh, daß ich Christ bin und mir das geistlich an dem Punkt ein bischen „von außen“ anschauen kann. Ich bin zwar in dieser Welt, jedoch nicht von dieser Welt. „Ihr seid jetzt also nicht länger Fremde ohne Bürgerrecht, sondern seid – zusammen mit allen anderen, die zu seinem heiligen Volk gehören – Bürger des Himmels; ihr gehört zu Gottes Haus, zu Gottes Familie.“, heßt es in Epheser 2,19. Dazu zähle ich mich und damit kann ich mich gut von dem, was „in der Welt“ passiert, abgrenzen. Wäre ich kein Christ, würde ich vielleicht durchdrehen.