Professionalität?

Seit ich Linux benutze und, zugegeben, ein glühender Verehrer von quelloffener Software wurde, werde ich belächelt. „Linux auf Desktop ist nichts für professionelle Arbeit“, hörte ich dabei oft. Sicher, das StarOffice der 1990er Jahre war nicht auf der Höhe vom Konkurrenten aus Redmond. Für mich reichte es jedoch aus. Aus StarOffice wurde OpenOffice und LibreOffice. Insgesamt hat sich der Linux-Desktop enorm verändert und ist, behaupte ich mal frech, weit einfacher zu bedienen als ein Windows – sofern man erstens die passende Hardware hat und zweitens nicht versucht, mit seinem Windows-Vorwissen im System rumzufuhrwerken.
Bis heute heißt es „Linux ist nichts für professionelle Arbeit“ – Obwohl zB die Stadt München auf Linux umgestellt hat, aber vielleicht leisten die da ja keine „professionelle Arbeit“.
Was ist mit „professineller Arbeit“ eigentlich gemeint? Ist es professionell, sich ein Betriebssystem zu kaufen, das anschließend nachweislich den eigenen Betrieb ausspioniert? Wie professionell ist es, Wissen, das man durch kostspielige Forschung erworben hat, der (us-amerikanischen) Wirtschaft auf einem Silbertablett zu liefern, indem man Software vertraut, von der man heute weiß, daß sie mindestens das abhorchen begünstigen, wenn nicht sogar erst ermöglichen?
Der „NSA-Key“ im Windows ist seit fast 15 Jahren bekannt, berichtet, wurde darüber so gut wie nicht und laut Snowdens Interview der ARD betreibt die NSA sehr wohl Industriespionage. 1+1=2, jedenfalls bei mir. Aber das will anscheinend niemand (ein)sehen.
Ich meine, es ist nicht professionell, sondern schlicht und ergreifend dumm, oder, da wo ich herkomme, Schdrundsdoof, wenn man Software vertraut, von der nicht nachvollziehbar ist, was sie (hintenrum) so treibt.
Für mich ist das ganze inzwischen einfach nur noch Realsatire und kann darüber lächelnd mit dem Kopf schütteln.
Ich helfe übrigens gerne beim Umstieg auf Linux, Cyanogenmod und anderer freier Software. 😉 – soweit das meine spärlichen Kapazitäten zulassen.

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