Meine erste Demo in Bayern

Es ging um bzw. gegen „grüne“ Gentechnik. Das ganze startete in Fröhstockheim, 5km östlich von Kitzingen. Wir kamen dort an und es standen eine Reihe von Menschen da, mit allerhand Fahnen: Bayernpartei, ÖDP, sogar Jusos, eigenartigerweise habe ich von den Grünen nichts gesehen (dennoch hat am Ende eine von den Grünen noch gesprochen). Die CSU war maximal undercover *niemandenanguck* *grins* vertreten.

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(Foto: Main Post)

Erstmal startete das mit ein paar Begrüßungsworten und dann mit einer Andacht. So mit Lobpreis und Kirchenliedern, die von dem Podest (=Bulldogganhänger) aus gespielt wurden. Das machten kath. und ev. Pfarrer gemeinsam und sie wiesen darauf hin, daß Gentechnik in die Schöpfung eklatant eingreift. Sehr geil!

Joar, daß hie und da auf die CSU eingeprügelt wurde, weil sie sich nicht eindeutig gegen Gentechnik positioniert hat, kam noch dazu, aber das hielt sich wirklich in Grenzen. Das Wort „Genhofer“ (gemeint war Seehofer) fiel ein paar Mal :-).

Es wurde auf der Veranstaltung noch erklärt, wozu Gentechnik eigentlich da ist: Der Genmais produziert ein Gift, das Schädlinge direkt abtötet (aber den Menschen nicht schadet, haha!). Heftig dabei ist, daß die Gentechnikfirmen (davon gibts ein paar wenige Weltweit), wie zB Monsanto, sozusagen ein Patent auf dasjeweilige Saatgut erhebt und damit sich eine Monopolstellung im Agrarsektor verschafft.

Im Klartext: Es gibt kurzfristig etwas mehr Ertrag auf Kosten der freien Marktwirtschaft, was ökologisch langfristig passiert weiß niemand. Die Politik von dieser Firma ist, daß sie alles besitzen wollen, was wächst. Das bedeutet eine Wiedereinführung der Leibeigenschaft (natürlich nur finanziell gesehen) und das gefußt auf Patentrechte, bzw. Pflanzen, deren Samen man als Saatgut nicht verwenden kann. Der Bauer muß folglich sein Saatgut immer neu bei der Firma einkaufen und kann kein eigenes nehmen bzw. produzieren.

Es wurde verlangt, daß Lebensmittel dazu hinreichend gekennzeichnet werden, sodaß der Verbraucher beim Einkauf entscheiden kann, was er denn essen will. Und es wurde verlangt, daß die Bevölkerung aufgeklärt wird, was Gentechnik eigentlich bedeutet. „Geldscheine sind auch Wahlscheine“ war dabei echt ein sehr guter Satz :).

Dann gings mit einem sehr lagen Auto- und Bulldogg-Corso über Kitzingen an den Ortsrand von Hohenfeld, wo die Abschlußkundgebung veranstaltet wurde.

Die Veranstalter waren überrascht und zT überwältigt von den vielen Leuten, die gekommen sind. Ich hoffe, daß Deutschland mit Frankreich und Österreich gleichzieht und die Genscheiße in Deutschland verbietet. Herr Gen….äh Seehofer: Auf ihrer Homepage steht, daß Politiker für Menschen und nicht Mensch für Politiker da sind. Welche Menschen meinen Sie damit? Nur die Chefs großer Firmen?

Es gibt auch eine Bildergallerie von BR-Online dazu.

8 Gedanken zu „Meine erste Demo in Bayern“

  1. Wer mag, kann auf meinem Blog etwas über
    „wissenschaftliche Macht“ nachlesen.
    Dabei geht es auch um Kontrolle bzw. Profit.

    Ist allerdings mehr sachlich geschrieben und nicht ideologisch;

    passt allerdings sehr gut hierzu!

  2. Das man die geernteten Samen nicht wieder aussähen kann, ist keine Folge der Gentechnik und schon gar nicht absichtlich hineindesignet.
    Das passiert, wenn man züchtet (oder eben die Gentechnische Abkürzung dahin nimmt) und letztlich Mutanten hat, die durch Polypoidität oder ähnliches quasi zum Monsterwuchs neigen, also einen riesigen Ernteertrag bieten, aber eben nicht mehr fertil sind, keine Nachkommen bekommen können.
    Der Ertrag ist aber um mehr größer, als das fehlende Aussaatgut für das nächste Jahr, insofern lohnt es sich für jeden einzelnen.
    Die Frage ist nur, ob man ein Monopol oder Quasimonopol der Aussaatguterzeuger dulden will, nicht, ob man dieses überhaupt verwendet.

    Leider herrscht bei diesem Thema aber die Politik der Angst vor, und Argumente zählen nicht mehr…

  3. Ich fand die Argumentation dagegen sehr sachlich. ZB, daß beim Genmais ein Gift entwickelt wird, daß diverse Schädlinge schon von der Pflanze weg abtötet. Dieses Gift befindet sich dann sogar im Honig, denn Bienen können nicht erkennen, ob die Pollen nun von genmanipulierten Pflanzen Stammen (und somit Gift enthalten), oder nicht. Und das Gift muß der Endverbraucher dann mitessen. Das will ich nicht. Ganz einfaches Argument. Jetzt kann man sagen „naja, gut, dann schaffen wir die Bienen eben ganz weg“, aber das hätte katastrophale Auswirkungen auf andere Ökosysteme, denn viele Pflanzen sind auf Bienen angewiesen, um sich fortpflanzen zu können (Kitzingen ist auch Weinbaugebiet).
    Wenn man das in Kauf nimmt, okay, aber ich bin dagegen. So. 🙂

  4. Joachim: Das habe ich ja auch nicht gesagt. Bienen bestäuben *andere* Pflanzen, was sie wiederum nicht wirklich können, wenn sie vom Genmais vertrieben werden (wenn sie etwa durch die Pollen, die der Mais durchaus auch entwickelt, krank werden oder kaputtgehen wegen dem Gift).

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