Ich habe einen muslimischen Kollegen und sprachen über das Thema Homosexualität und wie es in seinen Augen „gehyped“ wird. Ich hatte ähnliche Gedanken vor vielleicht 15 Jahren und denke inzwischen anders, bzw. vielleicht nehme ich auch vieles nicht mehr wahr? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, das ist an der Stelle auch nicht so wichtig.
Vor 11 Jahren habe ich mir Storchs Buch über Homosexualität gekauft und sogar gelesen (wer mich kennt, weiß daß das eher selten ist :>). Dabei ging er auf eine „Reise“ und ging ZU den Schwulen und Lesben. Er redete MIT ihnen. Und er fand heraus, daß viele von ihnen zB gar nichts vom Christopher Street Day (CSD) halten, bei de sich die ach-so-bunte „LGBT+-Gemeinde“ in Szene setzt. Storch konnte das irgendwann um 2013 oder 2014.
Als ich mit 2019 meine eigene Mastodon-Instanz aufsetzte, nachdem ich Facebook verließ, bzw META mich „rausschmiß“, war ich eben im Fediverse unterwegs und ging davon aus, daß man das Medium zum gegenseitigen Austausch nutzt. Das gilt über weite Strecken, außer man „kritisiert“ an der falschen Stelle mit einer ich-Botschaft. Der Hergang: In meiner Timeline beschwerte sich jemand darüber, daß der CSD kaum Beachtung findet. Ich kommentierte dazu schlicht, daß mir die Veranstaltung „zu schrill und zu laut“ wäre. Daraufhin wurde meine komplette Instanz von der vom Post ausgehenden Instanz abgeklemmt – ohne Vorwarnung, ohne Kommentar, ohne jegliche Kommunikation. Lediglich in der Block-Liste wurde der Grund aufgeführt und dort steht er bis heute: „Homophobia“.
Das ist für mich ein Beispiel par Exzellenz: Man will nicht mehr miteinander kommunizieren, sondern nur noch übereinander reden. Geschlossene Bubbles, in denen man sich wohlfühlt und bloß nix von außen reinläßt. Man hätte mich ja in Kommentaren kritisieren können, vielleicht auch mal nachfragen, wie ich sowas denn meine. Aber nein, man schaut und erkennt: „Da ist ein Christ, der kritisiert, der muß homophob sein!“ (genauso kommt das bei mir an) – dabei kritisierte ich nichtmal Homosexualität an sich, sondern den CSD und nichtmal objektiv, sondern bewußt subjektiv mit einer Ich-Perspektive. Im Mail-Austausch mit der Admin warf sie mir auch vor, ungefragt in ihrem Wohnzimmer eingedrungen zu sein. Ja meine Güte, dann macht halt die Türe zu, verrammelt euch, dann würde das auch nicht in meiner Timeline auftauchen. Die Möglichkeiten gab es schon 2022 im Mastodon.
In dem Fall schlug ein Teil der LGBT+-Community die Türe der Kommunikation zu. Sie wollten nicht mit mit sprechen, was ich bis heute schade finde. Inzwischen habe ich meinen Server und damit auch meine Instanz verändert, die nun unter dem Dach meiner Gemeinde läuft. In den eigenen Serverregeln steht nun, daß man am besten garnichts bei chaos.social kommentieren soll, weil sie so empfindlich sind.
Wenn man aus meiner Sicht wegen nichts so etwas krasses veranstaltet, immerhin wurden die eigenen Nutzer einfach mal zensiert, wenn man so will, und das ebenfallsohne jegliche Kommunikation seitens der Admins, braucht man sich auch nicht wundern, wenn über einen gesprochen wird. Es ist ja dann auch so gewollt.
Was ich als unbedarfter Christ noch herausgefunden habe: Der CSD steht nicht für alle Homosexuellen, auch wenn er das gerne von sich behauptet. Nach dem Motto: „Bist du nicht für den CSD, bist du homophob.“ – Dem ist einfach NICHT so. Es gibt durchaus konservative, sogar Christen, die homosexuell sind und die sich an dem, was da am CSD veranstaltet wird, stören. Das sind Menschen, die dann auch mit einem sprechen (wollen), die sich nicht sofort in ihre Bubble zurückziehen, wenn die eigene Meinung hinterfragt wird. Sie sind toleranter (lat. „tolerare“ = „ertragen“) im eigentlichen Sinn: Sie ertragen mehr, eben auch andere Meinungen. Und wenn man miteinander spricht, können sich Meinungen auch ändern. Lebt man jedoch in der eigenen Bubble, verfestigen sich gegenseitige Meinungen und man steht sich feindselig gegenüber. Das ist schade.
Aber das ist aus meiner Sicht genau das, was der Zeitgeist seit Jahren so macht: Bubbles bilder, Haß schüren, damit man dann aufeinander losgeht. Übrigens nutzt die AfD überall dort, wo sie auf kommunaler Ebene Macht bekommen hat, Begegnungsstätten schließen. Offiziell wird Geld eingespart, aber ich denke, damit man nicht meht mit-, sondern übereinader spricht. Damit man schön noch Haß sähen kann. Damit folgt sie voll dem Zeitgeist.
Und spätestens seit Corona gibt es jede Menge gegensätzlich überzeugte Menschen, die behaupten, genau zu wissen, was da genau abgegangen ist. Ob es nun Verschwörungserzählungen sind, oder nicht. Es knallt, wenn da gegensätzliche Meinungen aufeinanderprallen. Es treibt Keile in unsere Gesellschaft. Mittendurch. Auch das ist der derzeitige Zeitgeist aus meiner Sicht, für mich der Haupt-Ansatzpunkt. Alles andere ist dabei für mich nebensächlich (geworden).