Aus der Reihe: BWL-Unfug in Technikgeräten.

Wenn ich mich über etwas ärgere, dann über konstruktiv gewolltes Versagen von Geräten nach relativ kurzer Zeit. Seit ein paar Jahren haben wir „Ting-Stifte“ im Haus. Das sind so Hör-Stifte, mit denen Kinder über ein dafür gemachtes Buch fahren und sich Sachen dazu anhören können.
Konstruktiv sind die Dinger im Grunde ein kleiner Computer mit einem Lesekopf und einem „Betriebssystem“ auf einer Micro-SD-Karte. Das ganze ist natürlich verpreßt und verklebt. Bis auf die Micro-SD-Karte selbst. Die steckt unverankert im Stift. Wenn nun Kinder damit spielen, kommt es natürlich vor, daß so ein Stift auch mal runterfällt. Die Karte lockert sich und bewegt sich Stoß für Stoß weg. Ergebnis: Stift geht nicht mehr. Ich weiß nicht wieviele Stifte wie genau deshalb schon zurückgegeben haben, doch irgendwann ist die Garantie vorbei und dann muß man selbst Hand anlegen.
Zunächst habe ich den Stift mit einem Teppichmesser geöffnet. Ich habe dazu einen Beitrag bei funtech.org gefunden, der sehr schön die Sachlage und Reparatur erklärt. So ähnlich habe ich das auch gemacht. Bei mir ist dabei jedoch der Stecker des Akku zerbröselt, sodaß ich den Akku nur mit feiner Lötspitze, Lupe und Pinzette wieder drangekriegt habe. Ergebnis: Ting-Stift geht wieder! Allerdings schaut er nun etwas rampuniert aus.
Jetzt mal echt ehrlich: Hätte man diese Micro-SD-Karte gleich reingeklebt, wäre das nicht passiert. Da war ein BWL-Fuzzi am Werk, der einmal mehr Geld sparen wollte.
Da ich Linux nutze und mich schon früher mit dem Tingstift softwaremäßig befaßt, und dazu ein Shell-Script geschrieben hatte, schaute ich mich da nochmal um und fand ein Pythonscript von „Kurzhaardackel“ im Ubuntu-Forum, das ich noch etwas verbessert habe: https://github.com/HoSnoopy/ting

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