Mathilda in Deutschland, wir in Rumaenien, letzter Teil

Sonntag, 22. Juli

Wir gucken uns Tulcea (lohnt aber ueberhaupt nicht) an und beschlossen, eine Bootsfahrt ins Donaudelta zu machen. Ein Joint-Venture mit einem Eugen (Touri-Manager) und einer poln. Familie aus der Naehe von Krakau (mehr Leute -> billiger Preis!) startete also tags drauf um 8Uhr. Wir gingen zwecks Abkuehlung noch in der Donau schwimmen.

Die 40Grad im Schatten setzte sich im Bus die Nacht ueber fort. Uebel! Kein Lueftchen, nur heiss auf dem bewachten Parkplatz vorm Delta-Hotel. Aber die Securityleute haben irgendwelche anderen Leute von unsrem Bus erfolgreich vetrieben.

Montag, 23. Juli

Wir wachten puenktlich im 7Uhr auf, voellig geraedert von der Nacht zuvor und nahmen ein Fruehstueck in einem Restaurant zu uns. Eugen wartete schon am Ufer der Donau auf uns und andere Touris, der er vermittelte.

Um 8.10Uhr fuhren wir los. Schoen da im Delta. Wir haben allerlei Voegel gesehen: Gelbe, blaue, schwarze, weisse, grosse, kleine, mittelgrosse und manche, die sich extra fuer Tourisd in Pose stellen. Jaha! Irgendwo im Delta gingen wir an Land und haben da grasende..aeh..fischende Pelikane gesehen. Auch gibts da massenhaft Froesche, die sternfoermig bei manchem Fusslatscher davonsprangen.
Wir fuhren fluchtartig, nachdem wir wieder an Land gingen, weiter, Richtung Schwarzes Meer. Man empfahl uns Gura Portitiei. Der Weg von Tulcea (Babadag) aus direkt nach Jurilovca war jedoch mehr als abenteuerlich. Das war teilweise keine Strasse mehr sondern schien mehr als Uebungs- und Spielplatz fuer Offroader (oder Daciafahrer) zu sein. Ohne die Oelwanne oder sonstwas weg- oder aufzureissen kamen wir dann in Jurilovca (dem Hafen, von wo es nach Gura Portitiei geht, km 2939) an. Das naechte Boot wuerde jedoch erst 2Stunden spaeter fahren und wir mussten den Bus am Hafen (bewacht) abstellen und ohne ans Schwarze Meer fahren, denn Gura Portitiei ist ein angeschwemmter schmaler Sandhaufen mit ner Bungalowsiedlung, nem Hotel und nem Zeltplatz drauf. Noch ueberlegend, was wir machen, sagte uns einer, dass wir mit ihm fahren koennten, und dass wir so fuer die Ueberfahrt (ca. 16Eur) nix zahlen muessen. Nach der Horrornacht von Tulcea beschlossen wir, mitzufahren. Dort (nach ca. 20min auf nem Wellenhuepfboot) angekommen, fanden wir uns in einem Paradies wieder. Wir mieteten uns fuer eine Nacht ein Bungalow fuer knapp 30Eur (incl. Fruehstueck!) und badeten am Ende von Europa im Schwarzen Meer. Scheeh!

Danach endlich duschen und rasieren (wir muessen endlos gestunken haben *hihi*) und dann ins Restaurant. Dort sah ich im Augenwinkel einen Oberarm, auf dem „Faith, Hope, Love“ taettowiert war. Ich dachte jedoch, dass es die Hitze sein muss (obwohl es auf dem Sandhaufen wirklich sehr angenehm kuehl und vorallem windig war). Dann fragte uns der Mensch dazu, ob wir zufaellig aus Darmstadt waeren, wir wuerdem ihm so bekannt vorkommen. Hihi. Es heisst Holger, seine Frau Jenny war auch dabei und mit den beiden kamen noch Anja und Tobi mit. Wir haben den Abend im Restaurant lustig verbracht. Wir haben uns mal in der Johannesgemeinde gesehen, ist aber schon 1/4 Jahr her.

Dienstag, 24. Juli

Wir verbrachten den Tag am Meer, und ich holte mir dabei (zunaechst unbemerkt) einen derben Sonnenrband (obwohl ich die meiste Zeit im Schatten war). Wir fuhren gegen 16Uhr zurueck zum Bus (mit dem ueblichen Faehrboot 90min tuckern) und fuhren ab da wieder westwaerts. Ueber Ovidiu (km 3018) und dann die A2 (rum Autobahn!) suchend. Wir fanden sie auch und fuhren auf der noch bis ca. 100km vor Bukarest. Wir suchten mal wieder nen Campingplatz, den es nicht (mehr) gab, aber konnten uns in einem ehem. Rastplatz in einem Waeldchen verkriechen. Es war etwas kuehler als in Tulcea, aber nich wirklich viel, denn wir befanden uns ja im „Backofen Rumaeniens“, irgendwo bei Lehliu (km 3201), wir stellten uns also irgendwo in die Wallachei :).

Mittwoch, 25. Juli

Der Tag bestand fast nur aus Fahrerei. Um Bukarest rum verschaerft sich der Verkehr: Keiner macht, was er soll, jeder macht, was er will, aber alle machen mit :). Bei Bukarest verloren wir ca. 30cm unsres Auspuffs, jetzt haben wir nen Sportauspuff *ROEHR*. Wir durchquerten die Wallachei und einen Teil von Oltetien und machten in Drobeta-Turnu Severin (km 3585) Essenshalt. Danach schauten wir uns das Eiserne Tor an, dort, wo die Donau bis in die 1950er Jahre nicht schiffbar war, weils da wegen einer Engstelle zu turbulent war, oderso (so genau weiss ich das jetzt auch nimmer). Jedenfalls haben damals Rumaenien und damals Jugoslawien beschlossen, zusammen da Schleusen und Stausee undso zu bauen, um die Donau dort auch schiffbar zu machen. ca 30km Donauaufwaerts sahen wir dann auch den Donaudurchbruch, wo die Donau sehr eng, aber sehr tief wird. Eindrucksvoll.

Danach suchten wir mal wieder ohne Erfolg nen Campingplatz und stellten uns noerdlich Baile Herkulandingsbums (km 3759) hin. Mitten in der Nacht wars ploetzlich taghell und es klopfte an die Bustuere. Ich dachte erstmal wirklich, es waere schon Tag, aber es war nur der Scheinwerfer eines Polizeiautos. Der Polizist schwallte irgendwas auf rumaenisch und ich fragte nur voellig dumm dreinguckend „Do you speak English?“ zurueck. Daraufhin machte er ein seltsames gesicht, ballte seine Faust (ohne mich dabei zu bedrohen) zusammen und machte irgendwie ein Gesicht wie ein 4jaehriger, der in die Hose gemacht hatte und zog von Dannen. Theresa sagte am naechsten Tag, dass er fragte, was wir hier machen und ob wir schlafen. Sie versteht rumaenisch besser als ich, weil sie auch wengle Spanisch kann.

Donnerstag, 26. Juli

Wir standen auf, als ein LKW direkt vor uns anhielt, zwecks Pause. Aber es war angenehm kuehl, fast kalt und die Kuehlbox produzierte seit langem mal wieder Eis :). Danach kaempften wir uns ueber zahllose Baustellen und Rumpelpisten nach Temeschwar (km 3940). Am Ortseingang fanden wir auf Anhieb einen Campingplatz, der richtige Klos, tolle Duschen undso hat. Allerdings kostete er auch 20Eur (ohne Fruehstueck).

Morgen gehts entgueltig heimwaerts, bis dahin haben wir ca. 5300km abgespult.

Fazit Rumaenien:

Es ist das bislang (Camping)Touristenunfreundichste Land, in dem ich je gewesen bin. Es ist nicht so billig wie man es sich von Polen, Tschechien oder der Slowakei ableiten koennte. Der Muell, der ueberall rumliegt, nervt wirklich (man sollte ein Muell-Bussgeld hier einfuehren). Bedienungen in den Restaurants benoetigen nicht selten eine Silvesterrakete, um Aufmerksamkeit zu geben.

Ein grosses Plus ist die tolle Landschaft und dass man vielerorts (zB im Norden, wo wir jedoch kaum waren) garnicht auf Campingplaetz angewiesen ist. Lustig sind auch manchmal die Partys, die hier auf den Zeltplaetzen abgehen. Manchmal will man aber auch seine Ruhe. Den Sueden und Suedosten kann man kaum empfehlen, weils da zu heiss ist, bzw. zu teuer, zu komisch…

Was uns noch „fehlt“ ist das Maramuresch und Bukowina. Die beiden nordwestlichen Bezirke. Ich wuerde mir das noch angucken :).

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