Antisemitismus in Deutschland

Ich beobachte seit längerem, daß „die Juden“ mal wieder an vielem Schuld sein sollen. In dem Punkt ist so mancher Querdenker mit manchem Moslem überein. Ich finde es befremdlich, beschämend und unerträglich, daß es in Deutschland wieder Haß gegen Juden gibt. Haß, der sich in (versuchten) Anschlägen entlädt. Israel kann man gerne für seine Politik kritisieren. Sachlich mal auseinanderpflücken, was im Nahen Osten so passiert (ist). Das wäre aber ein anderes Thema.
Ich sehe neben den Querdenkern aber auch ettliche arabisch-türkische Demonstrationen, die skandieren, daß man die Juden (am liebsten) vernichten will. Und so mancher Moslem in Deutschland ist ein glühender Verehrer von Adolf Hitler, weil er die Juden vernichten wollte. Woher ich das weiß? Ich lernte sie kennen. Tatsächlich. Daß derselbe Hitler die Moslems wahrscheinlich direkt nach den Juden umgebracht hätte, wollen sie nicht wahrhaben.
Was bei alledem vergessen wird: Es gibt wohl im Islam auch die Endzeit, so wie es in der Bibel die Offenbarung des Johanns gibt. Im Islam jedoch gibt es einen jüdischen Staat, der immer größer und mächtiger wird und die umliegenden arabischen Staaten und dessen Menschen unterjocht. Bisher habe ich das aber nur von syrischen Bekannten gehört, deren Tochter mit unserer befreundet ist. In der einschlägigen Berichterstattung fehlt das völlig. Aber es erklärt recht viel aus meiner Sicht. Es erklärt, warum viele Moslems „die Juden ins Meer treiben“ wollen, Israel am liebsten vernichtet haben möchten. Es erklärt eine gewisse Angst und eben auch den Haß – auch auf die Juden, und eben nicht nur auf Israel.
Stattdessen wird oft und einseitig berichtet. Wenn man so will, anti-jüdisch, weil pro-islamistisch.
Dabei verstehe ich so vieles nicht. Wir sind, so habe ich das mal gelernt, ein pluralistischer Staat. Das bedeutet, man ist verpflichtet, tolerant zueinander zu sein, sonst würde das ja nicht funktionieren. Toleranz kommt von „tolerare“ und bedeutet soviel wie „ertragen“. Nun scheinen aber ettliche unserer Mitmenschen „die Juden“ nicht mehr ertragen zu wollen. Und damit sind sie nicht mehr tolerant. PUNKT.
Nun stehen auf „der anderen Seite“ Menschen auf und berufen sich auf „Christliche Werte“. Fordern sie ein. Dabei geht es um ein Kreuz an der Wand, das zB Moslems oder Atheisten nicht mehr ertragen wollen. Wir sind kein Gottesstaat, Jesus wollte das nicht und darüber bin ich auch froh. Die „Christlichen Werte“ sind schon vor Jahrzehnten verschwunden. Mit dem Glauben an Jesus, der in Deutschland nur noch von wenigen gelebt wird (sehe ich halt so). Das Kreuz an der Wand erscheint mir schon lange als hohl – und kann von mir aus weg. Das ertrage ich. Und das sage ich ausdrücklich als Christ.
Wenn wir uns auf etwas einigen müßten, dann auf das Grundgesetz. Ich glaube, jeder, der hier lebt, muß es akzeptieren. Und wer dieses Grundgesetz nicht ertragen will, wer also gegen Freiheit, Gleichberechtigung, Demokratie, Pluralismus etc. pp. vorgeht, sei es, weil er islamischen Gottesstaat in Deutschland aufrichten will oder sei es, weil einen Faschistenführer möchte, und das aktiv umsetzt, macht sich strafbar und gehört entweder hinter Schloß und Riegel oder ggf. ausgewiesen.
Und die Politik muß das verdammtnochmal durchsetzen! Und wenn ich schonmal dabei bin: Die sog. „4. Macht im Staat“, die Medien, bitte ich, entsprechend neutraler zu berichten und in ihren Foren berechtigte Kritik zuzulassen – und eben diverses Gepöbel gegen Juden abzustellen!
Mit einer Pseudotoleranz, die Moslems akzeptiert, aber Juden nicht, komme ich wiederum nicht zurecht. Es ist halt einfach und bequem. Aber falsch. Und gegen das Grundgesetz, vor dem alle Menschen gleich sind und das Religionsfreiheit garantiert. Wer damit aufgrund seines Glaubens nicht zurechtkommt, muß seinen Glauben oder seinen Aufenthalt bei uns über Bord werfen. Das ist meine Meinung, die für alle Religionen gilt. So. das mußte erstmal raus.
Als nächstes wird immer wieder vom „Judenhaß im Christentum“ berichtet. Als wären alle Christen per se gegen Juden. Das stimmt aber so nicht. Ja, die Kirche hat viel verbrochen. Und wenn man ehrlich ist, setzte Hitler nur den Haß der vergangenen Jahrhunderte in Taten um. Kirchlich geprägter Haß.
Ich hatte noch nie etwas gegen Juden. Es gab erstmal keine. Ich mußte mir von meinem Opa (katholisch) so manchen dummen Nazi-Juden-Witz anhören, was meine Mutter sehr ärgerte. Daß ausgerechnet dessen Bruder sich mit Juden auseinandersetzte und soweit ich weiß sogar missionarischer Jude (also ein Jude, der Jesus als Messias annahm = Christ) wurde, ist schon lustig. Die Witze hörten auf. Mein Opa bekam wohl viel erklärt. Und sagte mal eher beiläufig, daß das, was in Israel passiert, wohl so passieren muß und daß es niemals von den umliegenden Arabern erobert werden würde.
Ich wurde nach seinem Tod Christ. Juden, das sind für mich, ich sag mal „geistlich verwandte“ und entsprechend habe ich Respekt (was nicht heißt, daß ich Israel nicht kriritisieren darf!). Das Christentum hat seine Wurzeln im jüdischen, im Alten Testament, in dem Büchern Mose. Und im Neuen Testament erklärt Paulus im Rümerbrief (11,17-18), daß wir Christen wie ein Wilder Öl-Zweig in einen vorhandenen Ölbaum (=“Judischer Glaube“) eingepfropft wurden. Ein guter Vergleich, der halt von der Kirche ignoriert wurde. Und die Christen, die ich in meinem Umfeld so kenne, sehen das genauso.

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