Corona: Der Soziale Kitt bröselt den Gemeinden weg

Wir leben, denke ich, in einer Zeit, in der Gemeinden durch Corona geprüft werden. Gerade bei uns ist das besonders, da wir dieses Jahr mit unserem Neubau fertig werden. Wir hatten in den alten Räumlichkeiten zuwenig Platz, und wir beteten viel und kamen im Gebet überein, den Neubau zu wagen. In der Bauphase, gegen Ende, bekamen wir den Lockdown und seitdem treffen wir uns als Gemeinde nur noch in Zoom oder auf einer Wiese im Freien.

Inzwischen haben die Gemeinde einzelne Menschen verlassen. Aus unterschiedlichen Gründen. Oder sie „fallen hinten runter“. Ich denke, gerade im Zuge von Neubauten sind Angriffe und Verunsicherungen völlig normal. Aber ich sehe auch, daß durch Corona die Gemeinde angegriffen ist. Wahrscheinlich ist es eine Prüfung: Worauf gründet sich die Gemeinde (das gilt für alle Gemeinden, denke ich) ? Ist es der „soziale Kitt“ oder ist es Jesus?

Als ich bei den Jesus Freaks Darmstadt in der Leitung war, diskutierten wir viel über Ausrichtung und „Vision“ und vorallem: Wen wir denn erreichen wollen. Ich selbst hatte darauf nie eine Antwort. Für mich schickte uns Gott die Menschen, denen wir in irgendeiner Form weiterhalfen – mal mehr, mal weniger. Dadurch hatten wir einen gewissen Durchsatz und eine Fluktuation. Einige „benutzten“ uns als Durchgangsstation und gingen nach einigen Wochen oder Monaten in andere Gemeinden. Das war für mich mehr als okay, denn dann haben „wir“ als „Gemeinde“ unseren Job getan. Genauso sehe ich es auch in unserer jetzigen Gemeinde.

Wenn die Menschen uns als „Durchgangsstation benutzen“, tun wir nur unsere Arbeit. Es geht um das Reich Gottes und nicht primär um unsere Gemeinde. Dennoch: Wir haben das getan, wovon wir fest glaubten, daß es richtig war. Dazu gehört der Neubau. Gott hat es in der Hand, wie das weitergeht. Gut möglich, daß er uns „geläutert“ besser benutzen kann, wahrscheinlicher ist aber, daß es nötig war oder ist. Ich sehe nur, daß wir als Gemeindemitglieder in vielen Dingen total angegriffen werden. Ich kenne kaum Familien bei uns, die verschont blieben.

Gebet ist da wohl die einzige Waffe, die dabei hilft. Und im Gebet einen wir uns in Jesus. Und nicht im „sozialen Kitt“.

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