Wenn „Toleranz“ zum Götzen wird

Ich finde es immerwieder befremdlich, wenn das Thema „Toleranz“ behandelt wird. Ich bekomme mehr und mehr den Eindruck, daß Toleranz längst nicht mehr das ist, was das Wort beinhaltet (etwas ertragen), sondern eben viel viel mehr (am besten dieses etwas übernehmen). Nun wird zum X. Mal behandelt, ob der Islam zu Deutschland gehört, oder nicht. Klar ist, daß genau darum geht, daß man sich darum streitet, dann ist der Plebs wenigstens beschäftigt.
Deutschland hat seit Jahrzehnten Muslime. Muslime übrigens, die früher schneller Deutsch gelernt haben – weil sie es mußten. Seit es TRT-Sat & Erdogan-TV gibt, wird man ja zu Hause mit allen „relevanten“ Informationen (*hust*) versorgt, ohne dabei Deutschkenntnisse haben zu müssen. Aber das nur am Rande. Wir haben diese Muslime nunmal im Land und ich finde schon, daß sie zu Deutschland gehören. Mit ihnen gehört dann auch der Islam zu uns, ein Umstand, den ich bewußt ertrage, also, toleriere.
Doch meine Toleranz hat eben auch Grenzen. Grenzen, die eben unbequem sind und da Politiker anscheinend gerne Probleme umschiffen, klammern sie genau das aus und dabei wird nicht selten wirklich wirklich dummes Zeugs dahergeredet, ich will da garnicht weiter drauf eingehen, am Ende jedoch kommt die Message rüber, daß wir Deutschen und zu Gunsten von Moslems zurücknehmen sollen, ja, müssen. Und genau das finde ich nicht.
Menschen, die bei uns leben, haben das Grundgesetz zu akzeptieren. Tun sie das nicht, haben sie bei uns auch nichts verloren. So einfach sehe ich das. Dazu müssen eben auch entsprechende Kräfte (Polizei, ggf. Gefängnisse,…) geschaffen werden, die das durchsetzen (können!). Das ist hart, aber wichtig.
Ich habe jedoch den Eindruck, daß etliche Politiker meinen, das Grundgesetz der falsch verstandenen Toleranz zu opfern – Als wäre Toleranz eine Art Ersatzreligion, der man eben opfern muß. Warum nicht auch unser Grundgesetz? Wen juckt denn heute schon das Grundgesetz?
Nun kommt die AfD um die Ecke, die genau das bedient, obendrein noch Angst schürt und damit Zuwächse hat. Was kann die derzeitige Regierung tun? Sie wirkt ratlos und umschifft das Problem weiter, so mein Eindruck. Damit heimsen sie sich auch Sympathien von denen ein, die genau das auch nicht (ein)sehen wollen. Ich finde, eine Regierung muß dafür sorgen, daß Gesetze eingehalten werden, denn sonst haben Gesetze keinen Sinn (mehr). Gut, die GroKo hat schon in der Vergangenheit bewiesen, daß sie gegen das Grundgesetz handelt (Vorratsdatenspeicherung, NetzDG,…). Dem Wahlvolk ist der Datenschutz vielleicht zu 99% egal – Die Religion(sfreiheit) aber nicht. Ich bin gespannt, wieviel dem „Götzen Toleranz“ noch geopfert wird.

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