Die Auslegung eines (Pumpspeicher)Kraftwerks

Ich habe gerade einen Artikel gelesen und mich dezent amüsiert. Man muß sich da schon ernsthaft fragen, ob diejenigen, die darüber entscheiden, überhaupt einen Hauch Ahnung haben von dem, was sie da verzapfen. Gut…

Früher hatte man fast nur sog. Grundlastkraftwerke. Die konnte man nicht so einfach und schnell hoch- und runterfahren, und überhaupt schlecht regeln. Das sind Atom- und Kohlekraftwerke. Da wird Wasser heißgemacht, verdampft und den Dampf dann durch ne Turbine gejagt, die Turbine treibt einen Generator an => habemus Strom!

Nun hat man Verbraucher, die eben keine Grundlast darstellen, weil deren Stromverbrauch stark fluktuiert. Mit der Fluktuation entstehen sog. „Verbraucherspitzen“.Stark vereinfacht: Steigt der Stromverbrauch bzw. -Bedarf über das Angebot, wirds dunkel (Stromausfall).

Daher wurden die Grundlastkraftwerke den Verbrauchsspitzen angepaßt, oder anders gesagt: Sie haben eine hohe Überkapazität, die abseits der Spitzen ungenutzt „verpufft“. Das ist ebenfalls stark vereinfacht.

Eine Lösung sind u.a. Pumpspeicherkraftwerke. Bei den Kraftwerken geht es um 2 Dinge: Die Kapazität (=Arbeit in diesem Fall) und die maximale Leistung (=Arbeit durch Zeit!). Die Leistung hängt von der Größe der Turbine bzw. Pumpe ab, die Kapazität von der Pumphöhe und der maximalen Wassermenge, die man hochpumpen und runterlaufen lassen kann. Die Idee ist einfach, Wasser hochzupumpen, wenn der erforderliche Strom dazu gerade zur Verügung steht und wenn die Stromspitzen da sind, wird rückwärts das Wasser herunterlaufen gelassen. Es ist quasi ein Riesengroßer Akku.

Da die max. Gesamtleistung aller möglichen Pumpspeicher in Bayern auf ca. 11000MW beziffert wird, und ein Atomkraftwerk mit 1250MW angenommen wird, bedeudet das nichts weiter als daß eben diese Pumpspeicher 11000/1250=8,8, also knapp 9 Atomkraftwerke ersetzen können. Allerdings nur 6 Stunden lang (66000MWh/11000MW=6h). Danach müssen sie wieder „aufgeladen“ werden, wozu sie allerdings bei einem 24h-Tag noch 18h Zeit hätten, 18h, in denen man jenen ungenutzten Strom zB aus Windkraft nutzen könnte.

Meine Güte, so schwer ist das doch nun echt nicht! *Haareraufundamüsier* 😉

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