CETA, TTIP, ….

Für mich entpuppte sich die EU gerade seit den Geheimverhandlungen als ein korrupter, undemokratischer Haufen. Mir jedenfalls kann niemand weismachen, daß die Abschaffung der Glühbirne etwas mit Umweltschutz zu tun hat, oder die Pflicht für Reifendruckkontrolle am Auto etwas mit Sicherheit. Das ist in meinen Augen Blödsinn. Genauso wie die berühmte EU-Banane, oder -Gurke von vorallem deutschen Lebensmittelherstellern vorangetrieben wurde, handelt es sich um um nichts weiter als Geldmacherei bzw. Kundenübervorteilung per Gesetz bzw. EU-Vorgaben. Darüber rege ich mich eigentlich garnicht mehr auf, dieses Thema ist für mich durch.

Viele regen sich über TTIP, CETA, und wie sie alle heißen auf. Zurecht. Ich frage mich jedoch, wieviele bei ihre Lebensmittel bei den Discountern kaufen – während sie gleichzeitig unnötigerweise ein Smartphone besitzen. Im Grunde könnte man als Kunde vielmehr darauf achten, was man kauft – und ob man es überhaupt benötigt. Gerade bei Technik habe ich oft das Gefühl, daß weniger mehr ist.

Gerade wir als Kunden könnten mit unserem Kaufverhalten vieles schlichtweg umgehen. Vieles, nicht alles, das ist auch klar. Wenn ich im Supermarkt bin, sehe ich im Grunde viele industriell hergestellte Lebensmittel. Ich bin seltener beim Discounter, von daher gibts in „meinem“ Supermarkt außerdem noch eine Metzgereitheke. Dort greife ich zu, anstatt mir den Industriefraß aus der Kühltheke zu nehmen. Das ist teuerer, umständlicher, aber eben etwas, was handwerklich gemacht wurde. Ich unterstütze da doch eher einen Handwerksbetrieb statt diejenigen, die mit ihrer Industrielobby für teilweise absurde EU-Regelungen sorgen.

Ich frage mich in letzter Zeit immer öfter, wem ich mein Geld gebe – und meide wo ich kann die Industrie – auch wenn das für mich vordergründig teuerer ist.

5 Gedanken zu „CETA, TTIP, ….“

  1. Der Normalsterbliche hat heute überhaupt nicht mehr genug Geld, um mit seiner Kaufentscheidung noch relevanten Einfluss nehmen zu können.
    Man kann sich da natürlich ein kleines Themengebiet heraussuchen, da gewissenhaftere Einkaufsentscheidungen treffen und soch total toll fühlen, das hat für mich aber etwas von Selbstbetrug. So lange die Einkommensverhältnisse dermaßen verzerrt sind (In Quarks & Co. haben sie gesagt, die ärmsten 50% der Deutschen besitzen nur 1,4% des Gesamtvermögens, während das reichste eine Prozent ganze 36% besitzt (und selbst diese sind da keineswegs gleich verteilt)
    http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/geld-online-first100.html

    1. Joachim: Jein. Ich denke schon, daß viele Haushalte noch eine gewisse Entscheidungsgewalt haben, was sie kaufen, und was nicht. Wenn man bedenkt, daß bayernweit 80% der Frischwurst bei Discountern über die Theke geht, komme ich zum Ergebnis, daß dies freiwillig und nicht aufgrund mangelnder Einkommen geschieht, zumal das ein Trend ist, der seit Jahrzehnten grassiert und in einer Zeit seinen Anfang nahm, in der es noch weit mehr Einkommen gab. Recht gebe ich dir, daß wir immer weniger haben und daß das ebenfalls ein Jahrzehnte andauernder Trend ist.
      Ich denke jedoch, daß viele sich unnützes Zeugs (mal ehrlich: Wieviele Jugendliche brauchen tatsächlich ein i- oder Smartphone?! Das wird doch fast nur aufgrund von „gesellschaftlichen Druck“ gekauft „weil es alle anderen auch haben“) kaufen, weil es ihnen von der Werbung suggiert wird, daß ettliche elektrische Geräte einfach früher ihren Geist aufgeben, dafür aber vermeintlich billiger sind. Ich habe mich in den letzten paar Jahren bei ein paar elektronischen Geräten durchgewurstelt, um sie zu reparieren (http://uli.popps.org/2010/10/kenwood-und-das-ohmsche-gesetz/ und http://uli.popps.org/2012/01/liebe-firma-philips/) und ich denke, das muß wieder mehr bei uns zur Kultur werden: Reparieren statt wegschmeißen.
      Als unsere Miele-Spülmaschine, die ich von meiner Oma geerbt habe, 2010 nach 28 Jahren ihren Geist aufgab, kaufte ich mir – bei Azur – wieder eine Miele. Eine reparierte, ältere Miele zu einem Preis von einer neuen Billigheimer. Ein Grund ist, daß man sie besser reparieren kann, diese Maschine scheint darauf ausgelegt zu sein, daß man sie reparieren kann, was ich auch schonmal mußte (war nix großes).
      Gleichzeitig gibts immer mehr Lampen, bei denen man die Leuchtmittel (LED) nicht mehr tauschen kann, weil sie ja angeblich „ewig halten“. Das halte ich für Unsinn, denn nichts technisches hält ewig, bei mir haben schon die ersten LED-Lampen ihren Geist aufgegeben.
      Worauf ich also letztlich raus will: Man sollte nachdenken, was man kauft und sich mit dem Zeug, was man kauft, vor dem Kauf beschäftigen und sich nicht dem Geiz-ist-geil-Zeitgeist hingeben, denn Geiz ist bestimmt nicht geil, sondern kostet am Ende mehr, als man denkt.

  2. @holy: Wer ist er denn, der „Normalsterbliche“? Mir ist schon klar, dass es in Deutschland wieder Armut gibt; aber solche Armut, die den Konsum zweifelhafter Produkte wie z.B. die von HoS genannten Smartphones verhindert, ist dann doch eher eine Randerscheinung. Ich will die Armut in Deutschland keinesfalls schönreden. Ja, es gibt sie, und sie ist derart beschämend, dass eigentlich kein Politiker eine Festrede mehr halten sollte, solange sich in diesem unglaublich reichen Land Menschen darüber Gedanken machen müssen, wie sie über den Tag kommen. Als „normalsterblich“ würde ich jedoch die breite Masse der Bevölkerung sehen, die sich problemlos ein Smartphone leisten kann. Wer hat denn noch keins? HoS nicht, und ich auch nicht, obwohl wir uns beide eines leisten könnten. Sonst noch jemand?

    Oh, ich bin überzeugt, dass die Menschen buchstäblich alles ändern könnten. Durch ihr Konsumverhalten, durch ihr Wahlverhalten. Ich kapiere nicht, wie es sein kann, dass ein NSA-Insider alles offenlegt, die Verbindungen zwischen den IT-Konzernen und der NSA deutlich aufzeigt – und sich *nichts* ändert. Ich dachte ja erst: Au, au, jetzt haben Google, Facebook, Apple & Co. aber ein Problem… haha… Nö, gar nicht. Den Leuten ist es egal. Sie wollen weiter IT konsumieren. Ihnen ist egal, unter welchen Bedingungen die schicken Handys produziert werden, und es ist ihnen auch wurscht, dass in Zukunft nicht mehr nur sehr sehr wenige sehr sehr viel Geld besitzen, sondern auch sehr sehr wenige so ziemlich alles über jeden wissen und diese unfassbare, bislang beispiellose Macht auch nutzen werden.

  3. @Holy: Der Besitz ist denkbar ungleich verteilt, auch hier in Deutschland. Die letzten Zahlen, die ich noch im Kopf habe, sind so ungefähr: 2/3 besitzen 9% des Volksvermögens. Das ist schon krass und kein Zustand, der sich irgendwie rechtfertigen lässt.

    *Wie* „arm“ diese 2/3 aber nun genau sind, verraten diese Zahlen jedoch nicht. Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde. Und wir wissen genau, dass eine breite Mehrheit mit Smartphone herumläuft. Das müsste sie nicht tun. Sie könnte sagen: Leck uns am Arsch, IT-Industrie! Wir nehmen die Produktionsbedingungen bei Foxconn nicht hin! Und wir nehmen die Nutzungsbedingungen nicht hin! Wir wollen nicht kapitalisiert werden, wir sind denkende und fühlende Menschen!

    Doch davon keine Spur.

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