Demokratie und Wettbewerb?

Es ist schon seltsam, wie mancherorts und in den Medien über Demokratie gesprochen wird. Die USA gelten als eine Art „Vorzeigedemokratie“. Und weil die USA ein 2-Parteien-System hat, ist das natürlich auch eine Vorzeigedemokratie, oder anders gesagt: Gibt es mehr als 2 Parteien, ist die Demokratie schon nicht mehr so gut. Jedenfalls versucht man das, uns einzukloppen, so mein Eindruck. Warum soll das so sein? Richtig ist, daß Entscheidungsprozesse mir wachsender Parteienanzahlen länger dauern. Warum entstehen in Deuschland neue Parteien? Weil die Menschen mit den vorhandenen nicht (mehr) zufrieden sind. So entstanden 1980 die Grünen und 2008 die Piraten. Im Grunde hätten sich die alten Parteien nur die Menschen genauer ansehen und auf die reagieren müssen. Das sehe ich eben auch als Aufgabe der Parteien. Nun kann man sich darüber streiten, ob die US-Parteien ihren Job besser machen, oder nicht. Ich stecke da nicht so drin, denke aber, daß sich die US-Bürger eher manipulieren lassen und nicht so schnell hinterfragen wie viele Deutsche oder Europäer. Ich war als 13/14jähriger geschockt darüber, daß eine US-Wahl durch einen einzigen Werbespot, der noch nichtmal Inhalt hatte, gedreht werden konnte. Verstehen und nachvollziehen kann ich das bis heute nicht. Es ist – meiner Meinung nach – die Pflicht eines jeden Demokraten (damit meine ich nicht die US-Partei) ist, sich über die Parteiprogramme, die Politiker, die sie vertreten und deren Vergangenheit zu informieren und abzuwägen, wen oder was sie wählen. Das findet man nicht durch einen inhaltslosen Spot heraus.
Also ich nehme mal an, daß sich das Volk manipulieren läßt. Auch in Deutschland. Die Blöd! ist irgendwo das derzeitige Regierungsorgan mit einer Auflage von 4,2Millionen. Täglich. Unter Rot/Grün war sie Opposition. Offensichtlich. Sie gibt aber vor, „unabhängig“ zu sein. Das wiederum erachte ich als blanke Verarsche und Lüge. Lügen verbreiten kann sie ja eh gut. Das Volk ist aber dumm genug, auf unterschwellige Meinungsmache reinzufallen, denn „manchmal hat sie doch Recht!“ – Das gilt aber doch nur für den, der sich mit Halbwahrheiten abspeisen läßt.
Also Volk wird durch Medien verblöd!et. Die Medien sprechen von „Griechenlandrettung“. Ich kann das garnicht nachvollziehen. Im Grunde ist es doch so, daß zB die Deutsche Bank den Griechen Geld geliehen hat. Jetzt droht ihr, daß es nicht zurückbezahlt wird. Also geht es kaum um die Griechen, sondern um die (Deutschen) Banken, die in ihren Büchern im Falle einer Insolvenz Verluste verbuchen müßten. Mir scheint, daß da die Banken enormen Einfluß (um nicht zu sagen „Druck“) auf die Regierung(en) ausübt. (Nur bei den Slowaken nicht ? :D) Und wir sollen das als „Griechenlandrettung“ schlucken? *Kopfschüttel* Die Medien geben sich dazu ja auch alle Mühe. Die „Rettung der Griechen“ ist ja auch „alternativlos“ – Für die Banken :).
Es scheint so, als würden die Banken die Macht übernommen haben, wo doch eigtl. „Alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht“ (Artikel 20 GG). Wer jetzt sagt „bist du aber naiv!“, dem muß ich sagen, daß ich an die Richtigkeit des Grundgesetzes Glaube und daß es für jeden gilt, es heißt auch darin weiter: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ – Womit wir bei der Gründung zB der Piraten sind, die so manchen Filz zwischen Politik und Wirtschaft nur zugerne veröffentlichen würden.
A Propos Filz. Als der Genosse der Bosse noch Kanzler war, und ich mit meinem Studium fertig, hieß es, daß wir in Deutschland Ingenieure brauchten. Ich war arbeitsloser Ingenieur, schrieb 40 Bewerbungen und bekam als Ingenieur _nur_ die Stelle in der GSI. Die ist toll, keine Frage, aber in der Wirtschaft, die da so gejammert hatte, bin ich nicht untergekommen. Der Wettbewerb bzw Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Ist die Nachfrage (leere Stellen) hoch, und das Angebot (Ingenieure, am besten nicht älter als 20 Jahre, aber mit 30 Jahren Berufserfahrung) niedrig, werden eben diese Ingenieure teuer. Flutet man den Arbeitsmarkt nun auf politischem Wege mit Ingenieuren, geht natürlich auch der Preis runter. Is logisch, ne? Was sagt mir das? Die Wirtschaft bestimmt die Gesetze und verzerrt nach Bedarf den sog. „freien“ Wettbewerb. Problem gelöst? Naja, angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit, und die damit immer mehr auftretende Perspektivlosikeit unter ihnen macht weite Teile der Gesellschaft über kurz oder lang zu einem Pulverfaß. Daß „Eigentum verpflichtet“ (Artikel 14 GG), wird heute nicht mehr wahrgenommen, längst nicht mehr so wie früher.
Jetzt entsteht im Mutterland des demokratischen Kapitalismus eine Bewegung. „Occupy Wallstreet„. Man fängt ausgerechnet in den USA an, den Kapitalismus zu hinterfragen. Ich hinterfrage ihn auch, sehe aber keine bessere Alternative. Man müßte ihn politisch regulieren, dann wäre er aber nicht mehr frei. Achso, das ist er ja sowieso nicht. Nur wird er hintenrumdurchdiebrustinsauge manipuliert. Nicht transparent. Nicht vornerum. Nicht ehrlich. Und das halte ich für falsch und fatal.

Ein Gedanke zu „Demokratie und Wettbewerb?“

  1. „…daß sich die US-Bürger eher manipulieren lassen und nicht so schnell hinterfragen wie viele Deutsche oder Europäer….“

    Das könnte ein entscheidender Punkt sein!

    Allerdings darf man nicht vergessen daß man in den USA seit spätestens 1947 einen Staat im Staate konstruiert hat von dem nur wenige wissen und selbst wenn’s einer weiss
    dies trotzdem verdrängt wird! z.B. angefangen von CIA, FBI, NSA, NRO, DARPA, usw.

    Macht Euch mal da schlau drüber…!

    Außerdem wohnen wir ja immernoch in gefährlicher Nähe zum früheren Kommunismus und das geht vielen noch so im Kopf herum.

    Wenn man von „sozialer Marktwirtschaft“ gesprochen hat, so kann ich nur bemerken, daß Marktwirtschaft von alleine niemals sozial sein kann.
    Selbst in vollkommener Freiheit wird die Tendenz die Reichen werden reicher und die Armen ärmer, sich ganz von alleine einstellen. Also werden schon regulierende Organe gebraucht!
    Ob man dann behauptet daß dies die Freiheit unterminieren könnte steht dann auf einem ganz anderen Blatt!
    Jedenfalls käme es darauf an wohin die Reise denn gehen soll?!

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