Nachtrag Rumänien

Es ist aus meiner Sicht ein komisches Land, gleichzeitig interessant und irgendwo auch wieder abstoßend. Abstoßend, daß zB überall Müll rumliegt. Gleichzeitig mag ich aber auch, daß vieles eben nicht so deutsch-geregelt ist. Also zB, daß man (normalerweise) auf nem Campingplatz ein Feuerchen machen kann, drumrumsitzen kann und dabei grillen, schwafeln und chillen kann. Aber diese Freiheit wird, denke ich, auch oft mißbraucht, bzw. man geht gedanken- und damit auch verantwortungslos damit um. Nicht nur das mit dem Müll, sondern auch im Straßenverkehr, wo schon fast das Faustrecht (früher Baseballschläger, heute Viper) gilt. Gut, als Campingtourist ist man gechillter, wenn sich an einer Baustellenampel ein (bukarester) Wichtigtuer vordrängelt (überholt einfach alle, fährt über die rote Ampel und stellt sich vor dem ersten hin), zumindest bis zur 3. Ampel. Danach hätte selbst ich am liebsten einen Baseballschläger geschwungen.

Was sehr krass ist, ist die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich. Der Sprit kostet dort unwesentlich weniger als bei uns, während das Durchschnittseinkommen bei etwa 8% (ausm hohlen Bauch geschätzt) vom unsrigen liegt. Aber wenige können sich mehr leisten, und viele bleiben auf der Strecke. Man sieht oft neue West-Geländewägen a la Cheyenne (aber doch meist „nur“ Toareg, Mercedes M oder BMW) und einmal zu unserer Belustigung sogar nen Porsche (ich frag mich aber, wie der auf den Schlaglochpisten vorwärtskommt). Die allermeisten fahren aber einen Dacia 1310.

Dacia 1310

Man glaubt garnicht, wohin ein Rumäne mit diesen Autos kommt. Wo Weichwessis mit ihren Offroadern und sogar Geländemaschinen aufhören, da fängt der Rumäne mit seinem (ölwanneverstärkten) Dacia erst richtig an. Und er kommt dann auch an!

Aber zurück zu Arm und Reich: Wir waren in Georgheni und dort in einer Zigeunersiedlung. Sie liegt direkt neben „guten“ rumänischen Häusern, ja, sogar in unmittelbarer Nachbarschaft zu Besitzern von kleinen Schlößchen. Das ist krass zu sehen. Das kommt mir vor wie ein Pulverfaß.

Wir haben Manele, eine Musikrichtung, erlebt und sogar eine CD gekauft, aber nur, weil das Cover so scheiße aussah, daß wir uns kaputtgelacht haben. Das Cover unten jedoch toppt unsre CD nochmal 😀

Manele

Es war einerseits toll, mit den Leuten auf dem Campingplatz Party zu machen und Tuika (?) (Schnapps) zu trinken, andererseits will man dann auch irgendwann nach einem kilometerreichen Tag (gerade auf anstrengenden rumänischen Straßen) seine Ruhe haben.

In Temeschwar geknipst ;-)

Ich habe in den 3 Wochen mehr erlebt als je in einem Urlaub zuvor, aber man muß oft von seinem westeuropäischen Denken wegkommen, um mit dem Land zurechtzukommen. Es ist eben chaotischer und man darf keinen Campingplatz dort erwarten, wo einer eingezeichnet ist (nur so als Beispiel). Das führt dazu, daß man zB bei Pensionen anfrangen muß, um mal zu ner Dusche zu kommen und das wiederum geht nicht ohne Kontakt mit der Bevölkerung. Es hat also auch seine Vorteile ;-D.

Wir haben übrigens Massen an Bildern geknipst.

2 Gedanken zu „Nachtrag Rumänien“

  1. Da sieht man’s mal wieder:
    Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!
    Das haben wir ja nahezu „plastisch“(foto-& blogtechnisch) miterleben können!

    Jedenfalls Gott sei Dank, Ihr seit alle wieder heile zurück!

    Grüßle,

    Micky

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