Der Anspruch an einen selbst

Gestern  haben wir im Hauskreis über Matthäus 25, 31-45  gesprochen:

„Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an! Denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf; nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir. Dann werden die Gerechten ihm antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich? Oder durstig und gaben dir zu trinken? Wann aber sahen wir dich als Fremdling und nahmen dich auf? Oder nackt und bekleideten dich? Wann aber sahen wir dich krank oder im Gefängnis und kamen zu dir? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, was10 ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan. Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn mich hungerte, und ihr gabt mir nicht zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir nicht zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich nicht auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht. Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was11 ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr auch mir nicht getan.“

Ich habe bei der Stelle oft an Hilfe gedacht, daß wir Christen anderen helfen sollen. Aber im Grunde steht das da überhaupt nicht drin. Man soll Menschen begleiten, ohne, daß man den Anspruch an sich selbst erhebt, zu helfen, denn meistens können wir das garnicht (leisten). Letztlich bin ich oft an diesem Anspruch, der unterschwellig oft zugegen war, zerbrochen, oder habe aus dem Grund den Antrieb verloren, diese Menschen weiter zu begleiten. Mit den Jahren ist das vielleicht etwas besser geworden.

Dennoch ist es oft schwer, Menschen zu begleiten, die sich ziemlich offensichtlich in Schwierigkeiten hineinmanövrieren. Man muß dabei oft eine gewisse innere Zerrissenheit aushalten. Und dennoch: Wir sind nicht dazu da, um echte Hilfe zu leisten, das muß man sich immerwieder klarwerden.

2 Gedanken zu „Der Anspruch an einen selbst“

  1. Allerdings! Nur dabeistehen und zusehen wie einer quasi „niedergemetzelt“ und auch noch von mehr oder weniger „Unbeteiligten“ ausgeraubt wird (so geschehen in einer U-Bahnstation in Berlin), dürfte wohl auch nicht „erstrebenswert“ sein.

    Wenigstens hatte EINER den Rettungsdienst und die Polizei alarmiert!

    Und das in unserem „Handy-Zeitalter“….?!!!

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