Ich bin h�rter geworden – oder nicht?

Ich beobachte an mir, da� mich viele Turbolenzen, die einige Menschen, die ich kenne, mitmachen, nicht mehr so angreifen wie fr�her. Ich bin ja in einer „heilen Welt“ gro�geworden und mit 8 Jahren erfuhr ich erstmals, da� es sowas wie „Ehescheidung“ gibt und es erschien mir verdammt strange. Dorfleben halt.
Mit der Zeit lernte ich viele Menschen kennen, mit 22 Jahren lernte ich erstmals ein M�dchen kennen, das vergewaltigt wurde. Und ja, es nahm mich mit, bzw. ich wu�te garnicht so recht, damit umzugehen, denn es war neu f�r mich. Mit 26 lernte ich erstmal eine Satanistin kennen und es nahm mich ebenfalls mit.
In dieser Zeit konnte man mich auch recht leicht manipulieren, bzw. ich lie� mich von den schlechten Emotionen und Erlebnissen der Menschen massivst runterziehen. Ich konnte mich kaum vor all der Schei�e abgrenzen. Gott wollte dann auch, da� ich mich vor bestimmten Menschen fernhalte, oder, da� ich mich aus bestimmten (Chat)R�umen fernhalte, was ich meist auch tat. Wo ich es nicht tat, bekam ich „nur“ ein blaues Auge, emotional.
Als ich im April 2004 in den Gothic-Chat ging, merkte ich, da� ich doch dazugelernt habe: Vieles greift mich nicht mehr so an. Bin ich abgestumpft oder hab ich gelernt damit umzugehen? Wahrscheinlich beides.
Wenn ich heute jemanden kennenlerne, der massive Probleme hat, aber so garnicht da rauswill, dann gebe ich (wenn ich darf) mein Statement dazu hab und ziehe weiter. Ich bin zwar noch da, aber eben nur auf „standby“, das hei�t, da ich aktiv nichts mehr tue.
Auch bei den JF-DA beobachte ich an mir, da� ich Leute, denen es nicht so gut geht, die aber nach meinem Empfinden nicht so recht damit rausr�cken wollen oder lieber im Selbstmitleid versinken wollen, in ihrem Loch sitzen lasse und ebenfalls auf „standby“ gehe. Ist das lieblos? Oder ist es lieblos vom anderen, zu erwarten, da� man trotzdem bohrt und betuttelt?
Wo ich mich fr�her drauf eingelassen habe, ziehe ich heute eine Grenze und sage „nein“.
Ich kann zuh�ren, aber helfen? Wohl kaum. Gut, ja oft hilft schon blo�es Zuh�ren. Aber ich bin kein ausgebildeter SozP�d, Psychologe, Seelsorge, oder sonst was. Ich habe zu vielen Dinge eine Meinung, die ich dann auf Wunsch auch sage. Meistens schicke ich die Leute zu Leuten, die in bestimmten Dingen (besser) ausgeblidet sind. Aber Zuh�ren is eigentlich immer drin.
Da� ich nicht helfen kann, entspannt mich auch ungemein. Und so habe ich etwas neues entdeckt in den letzten 2 Jahren: Ich kann mich trotz massivster Probleme der Menschen an deren Wesen/Pers�nlichkeit erfreuen. Wenn ich dann sage „ich hab voll Freude an dir“ wird das meist skeptisch betrachtet. Logisch. Die Leute sehn ja auch in erster Linie ihre Schei�e.
Und ich sehe in ihnen ein Wunder Gottes und bin froh und dankbar, mit ihnen zu tun haben zu d�rfen. Daher denke ich auch so positiv von ihnen. Ich habe nicht den Anspruch, effektiv Menschen zu ver�ndern oder gar zu „verbessern“, aber ich hoffe, da� diese Menschen Jesus kennenlernen, der Menschen wirklich ver�ndert.
Ich f�hle mich nicht selten wie Doc Brown in „Zur�ck in die Zukunft I“ als er am Ende des Films versucht, das Kabel zusammenzukriegen, aber es ist zu kurz. In der einen Hand der Draht zu Gott, in der anderen der Draht zu den Menschen.
sofx

4 Gedanken zu „Ich bin h�rter geworden – oder nicht?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.