Offener Brief an Dr. Astrid Mannes (CDU) und Daniela Wagner (Bündnis90/Die Grünen), Betreff: „Smart Meter“

Sehr geehrte Damen

Sie sind Abgeordnete meines Wahlkrieses, daher wende ich mich an Sie. Da ich auch Stromkunde bin, blüht mir wahrscheinlich auch eines Tages ein sog. „Smart Meter“. Ich habe mich, denke ich, eingehend darüber informiert und es wird immerwieder argumentiert, daß man diese Smart Meter wegen der Energiewende benötigt. Genauer, konkreter wird es fast nie – die Energiewende ist in dem Zusammenhang nur ein Wort, aber kein Argument.
Wir haben aktuell einen ganz normalen schwarzen mechanischen Stromzähler. „Made in Berlin-W.“, Bj. 1983. Ich habe nun keine Ahnung, wie der CO2-Abdruck eines über 35 Jahre alten Stromzählers ist, der mit Sicherheit schon einige Häuser und Wohnungen gesehen hat und immer wieder instand gesetzt und geeicht werden konnte.
Unser Haushalt setzt pro Jahr 2100KWh-2300KWh elektrische Energie um. Das ist, denke ich, für einen 5 Personen Haushalt gar nicht schlecht. Dennoch sollen wir, wenn ich das richtig sehe, eines Tages auf eigene Kosten, einen Smart Meter bekommen.
Ich bekomme zum einen etwas, was ich nicht will und muss es auch noch selbst bezahlen. Nun frage ich mich, was ein Smart Meter einbringt. Letztlich liest er ja auch nur den Verbrauch, nur „funkt“ der ihn nicht mehr einmal pro Jahr, sondern pro Stunde mehrmals „nach Hause“ – ein Umstand, der mich einmal mehr gläserner werden lässt, da man über diese Daten letztlich meinen, bzw. unseren Tagesablauf feststellen kann.
Ja, theoretisch dürfen derartige Daten nicht weitergegeben werden. Aber dazu müßte ich Vertrauen haben. Vertrauen in die Politik, Vertrauen in Konzerne und beides ist nicht gegeben, da beide Seiten mein Vetrauen bereits mißbraucht haben. Das geht nicht gegen Sie persönlich. Es wurde jedoch schon Dinge beschlossen, die mich schlichtweg ärgern (zB die Vorratsdatenspeicherung). Viele Politiker scheren dabei gerne mit mir die Menschen über einen Kamm, die ihre Daten willfahrig an Google, Facebook & Co herausgeben. Die Politik sagt dann, daß man ja sowieso schon alles freigibt, da könne der Staat ja auch noch etwas abgreifen. Auch von mir, obwohl ich das eben nicht tue. Ich vertraue nicht darauf, daß Daten, die mal erhoben werden, im Zweifelsfall nicht zu Geld gemacht werden. Die Geschichte zeigt: Was technisch möglich ist, wird auch getan. Gesetze spielen dabei – letztlich – keine Rolle. Das mag hart klingen, aber letztlich ist das die Realität, die ich dabei sehe. Ergo möchte ich erst gar nicht, daß Daten von mir erhoben werden.
Ich habe keine Ahnung, inwieweit ein Smart Meter recycelt werden kann. Ich weiß jedoch, daß es ein kleiner Computer ist, und damit habe ich es mit Elektronik zu tun, deren CO2-Abdruck horränd sein dürfte. Dazu kommt der Umstand, daß ein Smart Meter alle 5 Jahre getauscht werden muß (Aussage vom Techniker meines Stromanbieters). Wie gesagt, ich weiß nicht, ob man den neu kalibrieren kann, oder ob man ihn nach 5 Jahren gar wegwerfen muß und wenn ja, inwieweit man ihn dann recycleln kann.
Meinen mechanischen Zähler muß man alle 10 Jahre tauschen. Offensichtlich wird der dann neu kalibriert, aufbereitet. Inzwischen ist er über 35 Jahre alt. Das wären 7 verschlissene Smart Meter.
Ich sehe ein, daß man Stromspitzen glätten möchte. Und ich bin bereit, dafür einige Technische Geräte an einen gesonderten Stomkreis anzuschließen, den man im Falle einer Spitze auch mal abschalten kann. Die Technik dazu gibt es. Stichwort: Rundsteuerempfänger. Sicher 50 Jahre alt. Damals wurde das zum Ein- und Ausschalten von Nachtspeicheröfen benutzt. Das erfolgt anonymisiert. Kommt eine Spitze, sind Kühlschrank, Gefrierschrank, Wasch- und Spülmaschine aus. Damit könnte ich leben.
Mit Smart Metern will ich nicht leben. Ich halte das, unterm Strich, für groben Unfug. Es bringt nichts ein, generiert Kosten, Elektroschrott und Daten, die man nicht erheben sollte.
Bitte Antworten Sie mir direkt hier im Kommentar und/oder stellen sie sich gegen eine solche erzwungene Einführung.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Popp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.